Guten Morgen!

Bisher habe ich mich fünf Tage lang morgens zum Opfer meines Weckers und meiner Gedanken gemacht: Mit dem ersten Klingeln lasse ich den Finger ganz automatisch auf die Snooze-Taste meines Weckers fallen. So werde ich innerhalb der nächsten 60 Minuten sechs Mal daran erinnert aufzustehen. Sechs Mal, die mein Verstand nutzt, mir einzureden, wie doof es doch ist aufzustehen. Und zwischen den einzelnen Klingeleinheiten schafft es mein Verstand auch noch, dem Tag doofe Gedanken zu geben, ob nun zur gefürchteten Präsentation vor einer Menge von Leuten, zum anstehenden Gespräch mit dem Chef, eine längst fällige Rechnung, die bezahlt werden muss, zum letzten Konflikt mit der Freundin etc. Noch dazu ist das Fenster offen, und ich höre den Regen tropfen. Nach etwa 60 Minuten schäle ich mich aus der warmen Umarmung meiner Bettdecke. Ein Blick in den Spiegel zeigt herunterhängende Mundwinkel. So kann der Tag beginnen… Und auch der nächste, der übernächste… Puh, ganz schön anstrengend von außen betrachtet.

Ich entscheide mich für eine Veränderung! Ich sage der Snooze-Funktion, vor allem aber meinen Gedanken den Kampf an! Es braucht eine neue Aufstehroutine.

Der Wecker steht nun an anderer Stelle. Ich höre ihn klingeln und stehe direkt auf, mit einer anderen Energie. Diese brennt zwar noch auf Sparflamme, aber die doofen Gedanken hatten eben noch keine Zeit, mir ihr vermeintlich schützendes Gift einzuflößen. Ich fließe durch ein paar Yoga-Übungen und merke, wie sich Kraft und Zuversicht auf den neuen Tag in meine Körperzellen verteilen. Ich mache weiter mit einer Meditation, konzentriert auf mich und einen neuen – guten – Tag. Zum Schluss eine warmer Tee und warme Gedanken, was ich mir heute Gutes tun kann. Was für ein Gefühl! Da ist Lebensenergie, die ich nicht mehr missen möchte. 60 Minuten, die ich ganz wunderbar für mich genutzt habe.

Dann höre ich den Wecker meiner Tochter klingeln, und ich höre fast ihren ersten Gedanken: „Och, noch ein bisschen dösen…“

Foto: Pixabay

3 Kommentare zu „Guten Morgen!

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