(Selbst-) Führung, Kommunikation

Sag‘ doch einfach, was du willst!

„Ich will nicht so früh aufstehen!“, „Ich habe keine Lust auf Urlaub in den Bergen.“, „Ich mag jetzt keine Erbsensuppe.“ Wir sprechen oft darüber, was wir alles nicht wollen. Mach doch mal den Test und höre dir selbst beim Reden zu. Ein paar Tage reichen schon und du wirst feststellen, dass du ganz schön häufig sagst, was du nicht willst statt dein Umfeld wissen zu lassen, was du möchtest und was dir demnach wichtig ist. Grundsätzlich wichtig im Leben. Wichtig  für den kommenden Tag, den kommenden Urlaub. Wichtig in genau diesem Moment. Oftmals vermeiden wir sogar, unsere Wünsche offen zu benennen. Und so schweigen wir lieber, um andere nicht zu verletzen. Dabei verletzen wir in erster Linie uns selbst, indem wir uns selbst nicht ernst (genug) nehmen. Oder aber wir reden am anderen vorbei. Immer wieder gerne in privaten Beziehungen: „Du, der Mülleimer ist voll.“ oder „Die Nachbarn machen schon wieder eine Kreuzfahrt. “ Auch im beruflichen Umfeld rutscht uns schon mal ein „Ich weiß gar nicht, wann ich das alles erledigen soll.“ oder „Mein Chef hat schon wieder keine Zeit für mich.“ raus. Im Grunde wissen wir doch, dass uns unsere Wünsche niemand an den Augen ablesen kann. Es braucht zum Aussprechen Offenheit und Vertrauen, denn wir wollen weder verletzt noch abgewiesen werden. Manche Menschen haben nie gelernt, offen über ihre Bedürfnisse zu sprechen. Zu groß ist die Angst vor Verletzungen oder auch in den Wissen, dass jemand anderes zu viel über einen weiß. 

Werde dir deiner Wünsche bewusst

Ganz am Anfang steht immer, sich selbst darüber im Klaren zu sein, was man sich wünscht bzw. welche Bedürfnisse wirklich wichtig sind. Damit einher geht die Frage, ob diese Wünsche und Bedürfnisse berechtigt und angemessen sind. Was nützt es uns, sich den nächsten Urlaub in der Karibik zu wünschen, wenn es aktuell eher mau in der Urlaubskasse aussieht? Und dennoch hilft es, dann darüber zu sprechen, vielleicht ist mit einem gemeinsamen Sparziel der Urlaub im darauffolgenden Jahr unter Palmen auf der Lieblingsinsel möglich. Wenn wir nicht aussprechen, was wir wollen, bekommen wir es meist auch nicht. Und ja klar, manchmal schlägt uns Gegenwind entgegen. Den gilt es dann auszuhalten und sich klarzumachen, dass dieser nichts mit uns als Person zu tun hat. Wir dürfen unsere Wünsche und Bedürfnisse aussprechen, und wenn wir das tun, dann in voller Verantwortung genau dafür. Die Verantwortung für die Reaktion oder Situation unseres Gegenübers tragen wir nicht. Und doch umtreiben uns Gedanken wie „Wird sie das unhöflich finden?“ oder „Wird ihn das verletzen?“, und zwar noch bevor wir unsere Wünsche äußern. Also nochmal: Wir haben das Recht, unsere Bedürfnisse auszusprechen. Wie die anderen damit umgehen, bleibt deren Verantwortung. Unsere Verantwortung beim Aussprechen ist es jedoch, keine Forderungen zu stellen oder Befehle zu erteilen. 

So sprichst du deine Wünsche an

Und, kennst du deine Bedürfnisse? Überlegst du, wie du diese am besten vermittelst? Schau doch einmal, hierauf kommt es an: 

  • Achte auf den richtigen Zeitpunkt: Du weißt ja, zwischen Tür und Angel funktioniert es einfach nicht. Auch bei einem beruflichen Anliegen gibt es sicherlich einen besseren Moment als Montagmorgen oder am späten Abend.
  • Werde konkret in dem, was du möchtest: Formuliere genau, was du sagen möchtest. Vielleicht schreibst du dir vorher ein paar Sätze auf. Gerne auch kurz und knackig statt lang und ausschweifend. 
  • Verwende Ich-Aussagen: Während Du-Botschaften eher Widerstand und Konflikte erzeugen, wirken Ich-Botschaften wesentlich konstruktiver. Sei dir dessen bewusst, dass du so Vertrauen und Offenheit ausdrückst. 
  • Bleib ruhig: Das spricht für sich. In unaufgeregter Kommunikation fällt es uns leichter, auf den Punkt zu kommen. Hierbei hilft wiederum eine gute Vorbereitung. Aus einer negativen Emotion heraus gelingt es uns weniger gut, unsere Bedürfnisse zu äußern. Zu schnell laufen wir Gefahr, Distanz zu schaffen, die wir gar nicht beabsichtigt hatten.
  • Halte Blickkontakt: Bleib stets in Augenkontakt mit deinem Gegenüber, vielleicht sogar in Verbindung mit einem Lächeln. So signalisierst du Sympathie und Offenheit.
  • Akzeptiere die Reaktion deines Gegenübers: Klar, ein „Nein“ möchtest du sicher nicht hören. Und genau das solltest du dennoch akzeptieren und gleichzeitig herausfinden, warum es zustande gekommen ist. Oftmals stecken Gründe dahinter, die nichts mit dir zu tun haben. Und doch beziehen wir die Reaktion des anderen meist auf uns. Hier kannst du gut deinen Umgang mit Ablehnung üben. 
  • Sei offen für Alternativen: Vielleicht hast du dir im Vorfeld schon Gedanken über einen Kompromiss gemacht. Dann sprich ihn aus. Vielleicht bringt jedoch auch dein Gegenüber eine Alternative ins Spiel, die sich gut für dich anfühlt. Bleib aufgeschlossen und zielorientiert.

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Fällt es dir leicht, über deine Bedürfnisse zu sprechen? In welchen Situationen brauchst du besonders viel Mut, Wünsche zu äußern? Wenn es dir noch schwer fällt, fang‘ in kleinen Schritten an. So wirst du schnell feststellen, dass du leichter zum Ziel kommst und damit die Erfüllung deiner Wünsche und Bedürfnisse näher rückt. 

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Allgemein, (Selbst-) Führung

Manchmal braucht es einen liebevollen Schubser von außen

Gestern trieben mich etwas Zeit, strahlender Sonnenschein und der Gedanke an etwas Sport ins Freibad. Als ich nach einigen Bahnen mich entspannt im Wasser zurücklehnte, beobachtete ich eine Szene, die mich wahrhaftig berührte. Ich beobachte eine Klasse von Kindern im Grundschulalter, die am 3 Meter-Sprungturm auf ihren Einsatz wartete. Nach und nach kletterte ein Kind nach dem anderen nach oben, um den Sprung ins nasse Kühl zu wagen. Unterstützt wurden sie dabei von einer etwas älteren Lehrerin, sodass jeder Sprung scheinbar mühelos gelang. Zunächst. Denn nach einiger Zeit wagte sich auch ein Junge nach oben, zögerte allerdings sichtlich nervös vor seinem Sprung. Ich bemerkte, wie die Lehrerin ihm gestikulierend den Tipp gab, nicht nach unten ins Wasser, sondern nach vorn in den Park zu schauen, um es ihm einfacher zu machen. Allein diese Geste berührte mich schon sehr, nicht zuletzt, weil ich mich gedanklich zurückversetzt fühlte in meine Zeit im Schwimmverein. Damals gab es niemanden, der uns zu Seite stand und gut zuredete. Im Austausch mit seiner Lehrerin nahm der Junge einen kleinen Schritt nach vorn und einen großen Schritt zurück. Er fühlte sich offenbar noch nicht bereit. Die Lehrerin rief schließlich etwas nach unten zu den anderen Kindern der Klasse, die nach ihrem eigenen Sprung am Beckenrand warteten. Sie fingen an zu klatschen und riefen dem Jungen drei Meter über ihnen Mut zu. Dieser fasste sich offenbar nun hinreichend motiviert genug ein Herz – und sprang schließlich ins Wasser. Die Klasse klatschte Beifall, und ich war versucht, es ihnen gleich zu tun. Ich kannte weder Lehrerin noch Kinder, fühlte mich ihnen jedoch sehr nah. 

Unterstützung im Umfeld verleiht Flügel

Dieser Moment hat sich tief in mir eingeprägt. Einer der schöneren Momente des Tages, auf den ich zurückblicken konnte. Mir ging dabei auf, dass es oft im Leben jemanden gibt, der an dich glaubt und dich dabei unterstützt, deine Ziele zu erreichen. Den Weg gehst du allein, egal wie holprig er sich anfühlt. Er lohnt sich jedoch immer, weil du auf deinem Weg über dich hinauswachsen kannst. Es gibt ja bekanntlich immer mal wieder diese Tage, wo scheinbar nichts so richtig gelingen mag. Hier hilft es, gut mit sich umzugehen und sich mit Menschen zu umgeben, die uns unterstützen in unserem Handeln. Menschen, die uns gut, vor allem ehrlich zureden. Menschen, die an uns glauben. Und die uns einen liebevollen Schubser in eine Richtung geben, die sich im ersten Moment unsicher und unbekannt anfühlt, uns letztlich aber erfahren lassen, dieser Richtung offen zu begegnen. 

Unterstützung annehmen ist erlernbar

Manchmal neigen wir dazu, Unterstützung abzulehnen. Ob bewusst oder unbewusst, dahinter stecken meist alte Überzeugungen wie: „Ich darf nicht um Hilfe bitten.“ oder auch „Ich muss das allein schaffen.“ Wer jedoch über seine Ängste sprechen kann, überwindet sie viel leichter. Und Situationen, die uns Angst verspüren lassen, lassen sich gemeinsam wesentlich leichter meistern. Über die Jahre habe ich mehr und mehr gelernt, über Themen zu sprechen, die mich beunruhigen. Und mutig eben auch mit Unterstützung an der Seite einen Schritt nach vorn zu gehen und ins Unbekannte zu springen. Echter Mut versteckt sich eben nicht in den Dingen, die wir tun, sondern in der Überwindung dessen, was uns zurückhält.

Ich möchte all den Menschen danken, die mich auf meinem Weg bisher unterstützt, beraten, motiviert, beruhigt, trainiert und begleitet haben. Die mir zugehört haben. Die einfach da waren. Und die etwas in mir gesehen haben, das ich selbst erst einmal finden musste. Schön, dass es euch in meinem Leben gab und gibt. 

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(Selbst-) Führung, Allgemein

Wie du mit deinen Selbstzweifeln umgehst

Stehst du auch manchmal vor einem Berg an neuen Herausforderungen? Der Partner, der in eurer Beziehung unzufrieden ist und den Gedanken an Trennung aufmacht. Die Restrukturierung deines Teams, die dir eine neue Führungskraft beschert, der du dich beweisen willst. Die Wohnung, die dir gekündigt wird, was dich unfreiwillig in ein Haifischbecken voll mit anderen Wohnungssuchenden torpediert. Puh, ganz schön anstrengend, was? Das Leben will’s mal wieder wissen – und dich über dich hinauswachsen sehen. Dabei lief es gerade so gut und vor allem ruhig. Du hattest es dir in deinem Leben so richtig bequem gemacht. Und nun das! Das Leben fordert dich heraus. Erwartungen an dich werden laut. Neue Entscheidungen müssen her, es riecht nach Veränderung. Und Veränderung ist unbequem. Nicht zuletzt, weil sie mit einem ganzen Haufen Selbstzweifeln verbunden ist. Die ziehen uns runter, zerren an uns, machen Entscheidungen schier unmöglich. Wer braucht das schon?

Selbstzweifel sind Teil des Spiels

Ich habe Jahre damit zugebracht, gegen Selbstzweifel anzukämpfen. Vergeudete Lebenszeit, denn irgendwann habe ich begriffen: Im Spiel des Lebens gibt es Selbstzweifel ohne Kosten oben drauf. All inclusive sozusagen. Eine gute Gelegenheit also, sich im Umgang mit ihnen zu üben. Denn eines ist klar: unsere Selbstzweifel bringen unsere Unsicherheit im Umgang mit eigenem Scheitern ans Tageslicht, sodass sie uns nichts anderes als eine Chance zum Wachstum bieten. Natürlich nur, solange wir ihr in einem gesunden Maß begegnen. Lass uns also hier mal das Geschenk auspacken, das sie uns in ihrem Auftreten machen: 

  • Selbstzweifel führen zu vernünftiger Zurückhaltung: Wenn wir zweifeln, haben wir Angst vor Fehlern. Das wiederum lässt uns vorsichtig(er) agieren. Dabei sind Fehler per se eine gute Sache. Denn sie sind dafür gemacht, aus ihnen zu lernen. Und für den Fall, du hast es noch nicht bemerkt: Fehler sind ebenfalls Teil des Spiels. Wir dürfen also spätestens jetzt beginnen, uns und anderen gegenüber freundlicher zu sein. So schaffen wir Raum für Meinungen, Erkenntnisse und Perspektiven durch andere. Kann doch auch mal helfen.
  • Selbstzweifel lassen uns lernen: Ja, Selbstzweifel blockieren, lähmen, stellen sich uns in den Weg. Und zwar nur so lange, bis wir uns von ihnen abwenden. Dann öffnet sich ein Feld voller Möglichkeiten zu lernen. Auch indem wir uns mit anderen austauschen. Wohlgemerkt mit denen, die uns unterstützen in dem, wer und was wir sind. Solche, die eine Situation aus einer anderen Perspektive betrachten, sodass wir einem Weg folgen können, den wir vorher nicht auf dem Schirm hatten. Das motiviert wiederum zum Weitermachen – und lässt die eigenen Zweifel mehr und mehr hinter uns. 
  • Selbstzweifel laden zur Reflexion ein: Du magst es ahnen: Hinter unseren Selbstzweifeln steckt nichts anderes als der innere Kritiker, der immer mal wieder seine Bedenken mit uns teilt. Erinnere dich daran, dass er es gut mit uns meint. Um uns zu schützen, schreit er uns Warnung um Warnung in den Verstand. Und hierin liegt nahezu ein Rohdiamant. Warum nicht konstruktiv mit ihm umgehen und schauen, was uns konkret hilft, mit unseren Zweifeln umzugehen? Was können wir tun, um den eigenen Zweifeln zu begegnen und Erfahrungen zu schaffen, die uns und unsere Fähigkeiten stärken?
  • Selbstzweifel bringen uns unseren inneren Überzeugungen näher: Unser Kritiker setzt uns nicht weniger als Gedankenflöhe ins Ohr. Eine lästige Angewohnheit, über die wir jedoch die Kontrolle haben. Wir dürfen nämlich weghören. Gar nicht erst grübeln, sondern direkt Gedanken hinterfragen. Denn meist verstecken sich hier negative Glaubenssätze, die in unseren frühesten Erfahrungen entstanden sind und zu Überzeugungen geführt haben, denen wir heute nicht länger folgen müssen. Da trifft es sich ganz gut, Schluss mit negativen Glaubenssätzen zu machen.  

Dankeschön, liebe Selbstzweifel!

Selbstzweifel gehören also dazu. Und im Grunde können wir ihnen dankbar sein. Schließlich können wir sie uns zunutze machen. Sie unterstützen uns dabei, unseren Weg neu auszurichten. Sie laden uns ein, alte, niedergetrampelte Pfade hinter uns zu lassen und neue Spuren auf unbekannten Wegen zu setzen. Wege, die uns bislang verborgen blieben. Selbstzweifel sind nichts Fixes. Nichts, was in Stein gemeißelt ist. Eine unbewusst zu eigen gemachte Angewohnheit. Eine Angewohnheit, die dazu gemacht ist, sie zu hinterfragen und schließlich hinter uns zu lassen. Das ist Training. Muskeltraining. In diesem Sinne: Sport frei!

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(Selbst-) Führung, Allgemein

Auch kleine Veränderungen bringen Veränderung

Ich hab’s schon wieder getan. Etwas verändert. Etwas für mich getan. Und nein, es tat nicht weh. Nachdem ich vergangenes Jahr eine Morgenroutine in meinen Alltag integriert habe, habe ich hieran schon wieder geschraubt: Jeden Morgen nach dem Aufstehen trinke ich nun ein Glas Wasser. Das ist gesund und macht mich munter. Wie immer fing es ruckelig an. In den ersten Tagen war von Regelmäßigkeit nichts zu sehen. Also habe ich mir irgendwann ein Glas abends sichtbar vor den Wasserkocher platziert. Den benutze ich schließlich jeden Morgen, denn die Routine, mir morgens erst einmal einen Tee – schwarz mit Milch – zu machen, besteht seit Jahren. Und du wirst es nicht glauben, selbst das hat anfangs nicht gewirkt: Hin und wieder steht eben noch das Geschirr vom Vorabend vor dem Wasserkocher. Mein Verstand nimmt das Glas also eher als Relikt der Vergangenheit als als Momentaufnahme für neue Erfahrungen wahr. Da ich jedoch für gewöhnlich abends aufräume, habe ich mehr und mehr auch Tage erlebt, in denen ich das Glas wahrnahm und mir meine „Übung“ wieder einfiel. Und siehe da, die Tage des Übens häuften sich, und inzwischen trinke ich an fast allen Tagen morgens zuerst ein großes Glas Wasser. Aus der Übung ist eine Routine geworden. Wieder ein bisschen mehr für meine Gesundheit getan. Das ist Veränderung. Check. 

Oft sind’s die kleinen Dinge…

In seinem erfolgreichen Buch „Die 1%-Methode“ schreibt James Clear: „Wenn du dich jeden Tag ein Prozent verbesserst, wird es dir in Zukunft immer besser gehen. Wenn du täglich eine kleine schlechte Angewohnheit wiederholst, wird es dir langfristig schlechter gehen.“ Klingt logisch – und so einfach. Überleg‘ mal, was du in einem Jahr mit einer Veränderung von 1% alles erreichen kannst! Nicht nur Clear ist überzeugt davon, dass schon kleine Veränderungen – auch „tiny habits“ genannt – viel bewirken können. Ich bin großer Fan dieser Einstellung! Diese Veränderungen habe ich im Laufe der letzten Zeit so neben dem Glas Wasser bereits in mein Leben geholt: 

  • Jede warme Dusche endet mit einer kalten Dusche. (für mehr Energie und einen klaren Kopf)
  • Nachrichten lese oder schaue ich nur noch maximal 2x täglich. (für bessere innere Stimmung)
  • Es gibt kein Serienstreaming nach 23 Uhr. (für mehr erholsamen Schlaf)
  • Am Wochenende wird nicht gearbeitet (für mehr Zeit für Familie & Freunde oder auch mal ein Buch)
  • Push-up-Benachrichtigungen sind auf ein Minimum reduziert. (für mehr Konzentration)

Und ich sage dir, da ist noch Potenzial. Denn meine Liste an guten wie schlechten Angewohnheiten ist lang. Die guten dürfen bleiben, die schlechten dürfen gehen. Schritt für Schritt. Ohne Druck. Mit meinen Veränderungen habe ich übrigens nicht nur schlechte Angewohnheiten abgelegt, sondern gute Angewohnheiten geschaffen. Win-Win. Inzwischen macht es sogar richtig Spaß, denn es zeigen sich Erfolge, über die ich mich freue. Und das wiederum motiviert. So kenne ich auch schon das nächste Ziel: Für jedes neue Kleidungsstück darf ein altes gehen. Platz für Neues schaffen. Sind die schlechten Angewohnheiten irgendwann alle weg? Ich weiß es nicht. Unser aller Leben verändert sich stetig. Vielleicht sehe ich in ein paar Jahren eine gute Angewohnheit mit anderen Augen und suche die Veränderung. Wer weiß das schon? Im Moment jedoch schaue ich einfach, was da ist und angesehen werden will.

Was möchtest du verändern?

Hin und wieder falle ich auch in alte Muster zurück. Das ist OK. Ich nehme jedoch mein Ziel immer wieder auf, passe bei Bedarf an und bleibe vor allem dran. Dabei erlaube ich mir auch den Spaß dabei und stelle mir vor, wie es mir mit der Veränderung langfristig geht. Ganz im Sinne eines früheren Beitrag über unsere Motivation: Will ich weg von etwas oder hin zu etwas? Hast du Lust auf ein bisschen Inspiration? Schau mal, ob du mit den nachfolgenden Impulsen etwas „Wind of Change“ verspürst und Lust auf Umsetzung hast:

  • Steh‘ mit dem ersten Klingeln deines Weckers auf.
  • Nimm die Treppe statt dem Fahrstuhl. 
  • Lächele jeden Menschen in der U-Bahn an, der dich anschaut. 
  • Denke an eine Sache, über die du dich tagsüber gefreut hast, bevor du am Abend die Augen schließt. 
  • Iss täglich eine Portion Obst und eine Portion Gemüse. 
  • Atme morgens vor dem Aufstehen drei Mal tief durch. 
  • Halte tagsüber mindestens einmal inne und nimm‘ deine Umgebung wahr: Was hörst, schmeckst, fühlst, siehst und riechst du?

Klar, am Ende macht’s die Wiederholung. Daher sprich dir auch selbst ein Lob aus, das wirkt Wunder, denn es motiviert zusätzlich. Wenn drei, vier Wochen geschafft sind, ist aus der Übung Routine geworden. Wenn du merkst, dass es ruckelt, darfst du experimentieren: Vielleicht stimmt das Ziel noch nicht? Vielleicht ist die Übung zu groß? Probier’s gern aus! Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen mit mir teilst. 

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(Selbst-) Führung, Allgemein

Ich muss! Neee, ich muss gar nichts!

Offenbar ist das gerade wieder so eine Zeit. Eine Zeit, in der ich ein Wort in meinem Umfeld ganz besonders oft höre. Es scheint ein Lieblingswort unter uns Menschen zu sein. Und auch ich höre es mich selbst immer mal wieder sagen. Egal, ob beruflich oder privat, das Wort taucht immer wieder auf: „Ich MUSS noch schnell die Küche aufräumen.“ „Wir MÜSSEN das jetzt endlich umsetzen.“ „Wir MÜSSEN lernen, …“ „Sie MUSS damit aufhören, …“ „Ich MUSS damit heute fertig werden.“ Seit drei Wochen nehme ich dieses Wort immer wieder in meiner Umgebung wahr. Zeit, darüber zu schreiben und das aufzuzeigen, was passiert, wenn wir etwas MÜSSEN. Das ist nämlich einfach. Es passiert… nicht viel – außer Druck und Stress. 

Du muss… Ist das wirklich wahr?

Überleg‘ mal selbst, was du heute oder in den nächsten Tagen alles noch tun musst. Schließ‘ die Augen und hole dir deine To Do-Liste vor dein inneres Auge. Höre deinen Gedanken zu. Und verbinde deine vielleicht längst fälligen Aufgaben mit dem Wort müssen. Was MUSST du tun? Und, wie fühlst du dich jetzt, wenn du weißt, was du noch tun musst? Fühlst du Ärger, Unwohlsein oder gar Wut? Wo sitzt das Gefühl? Vielleicht im Bauch? Vielleicht schnürt es dir gar die Kehle zu? Vielleicht geht es auch direkt in den Widerstand, es wird aufgeschoben, verdrängt. Und im Anschluss gibt es gelegentlich noch mehr Frust oder mindestens ein schlechtes Gewissen. Puh! Ganz schön viel Macht für so ein einzelnes Wort, oder? Dabei ist doch klar, wir müssen gar nichts. Wir müssen nicht mal leben. Eine gute Gelegenheit, es weniger zu verwenden. So gänzlich streichen, das muss auch gar nicht sein. Schon wieder müssen. Hier jedoch hilft es. Für diesen Impuls braucht es kein müssen. Für all deine „Ich muss“-Sätze frage dich gerne selbst, ob du wirklich musst. Und nimm wahr, wie leichter es plötzlich ohne all diese Verpflichtungen wird. Um doch noch ins Handeln zu kommen, und zwar mit Freude und Spaß, probiere es mal mit anderen Worten. 

Ich werde, darf und möchte

Wie wäre es denn, wenn du bei deinem nächsten wahrgenommenen „Ich muss…“ das Müssen gegen ein Wollen eintauschst? Ich wette, auch ein vielleicht dir so lästiges Thema wie die jährliche Steuererklärung hat etwas Gutes an sich. Die Steuerrückzahlung für die nächste Urlaubsbuchung nutzen? Morgens aus einem gequälten „Ich muss aufstehen.“ ein „Ich werde aufstehen, um mir einen leckeren Tee zuzubereiten.“ oder „Ich möchte aufstehen, um mein Kind zu wecken.“ zu machen, hält eine ganz andere Energie hoch, mit der du dein Handeln ausrichten kannst. Auch sich etwas zu erlauben, also zum Beispiel aufstehen zu dürfen, um Geld zu verdienen, ist wesentlich motivierender als in der negativen Energie des Müssens zu bleiben. Zu guter Letzt: „Ich muss mal wieder Sport machen.“ Ich kann den Kalender danach stellen, wie oft gerade im Frühjahr dieser Satz den Mündern meines Umfeldes entschlüpft. Auch meinem Mund gelegentlich. Und dann drehe ich ihn um zu „Ich werde wieder Sport machen.“ und treffe eine Entscheidung, was ich dafür konkret tun WERDE. So kommt Bewegung rein, im wahrsten Sinne des Wortes.

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(Selbst-) Führung, Allgemein

Selbstfürsorge: Reicht hier ein Pflaster?

Ich bin sicher, das Wort „Selfcare“ ist dir wohlvertraut. Selfcare, zu deutsch: Selbstfürsorge, ist derzeit in aller Munde. Social Media läuft über damit. Und auch ich nehme mich nicht aus, hin und wieder eine Form von Selbstfürsorge zu betreiben und darüber zu sprechen oder zu schreiben. Wenn du mir schon länger folgst, weißt du das. Die Einladungen im Leben dazu sind auch vielfältig: „Verwöhn‘ dich mal wieder“ mit dem Bild einer Badewanne plus Kerzenschein, ruft es von den Titelblättern einiger Zeitschriften. „Gönn‘ dir mal was Schönes – nur für dich!“ plus Wellness-Werbung zum Aktionspreis am nächsten Wochenende im nahen Spa heißt es auffordernd auf der Werbefläche an der Tram-Haltestelle. So inspiriert laufen wir los und investieren den einen oder anderen Euro in ein paar Stunden Sauna, ein neues Kosmetikprodukt, ein neues Buch, eine weitere Yoga-Stunde, etc. Klar, davon berichten wir dann auch stolz in unseren Social Media-Kanälen. #selfcare. Soll doch die Welt erfahren, wie ich mich um mich selbst sorge, wenn es mir gerade nicht gut geht. Vielleicht bekomme ich dafür auch einen Daumen nach oben oder ein Herz. Zack, schon geht es mir besser. Ist das so? Wirklich?

Ist dein Pflaster nachhaltig?

Sind diese Dinge nicht lediglich Sachen, die ich da draußen einkaufen kann und die mir für kurze Zeit ein Wohlgefühl verschaffen? Ich vergleiche sie inzwischen mit einem Pflaster, das ich mir auf meine Kratzer und Schürfwunden klebe, wenn mein Weg im Leben mal eben holprig ist. Irgendwann fällt es wieder ab. Nicht, dass ich für diese Pflaster nicht dankbar wäre. Tatsächlich weiß ich sie zu schätzen. Allerdings haben sie selten, egal, wie bunt sie waren, zur echten Heilung beigetragen. Temporäre Selbstfürsorge also eher. Meine eigene Heilung passierte erst dann, als ich mir die Frage erlaubte, warum es mir nicht gut geht. Seither gehe ich damit nach innen, denn dort liegt die Wahrheit über mein Unwohlsein. Im Außen habe ich sie nicht gefunden – weder auf den Seiten eines neuen Buches noch auf dem Boden einer neuen Bodylotion. Auch das kurzzeitige Verreisen an schöne Orte hat mich nicht langfristig geheilt. Es war immer der Blick nach innen. Und ja, sie kann auch wehtun. Sie kann einem mühsamen Besteigen eines Berges gleich kommen. Irgendwann jedoch kommst du jedoch auf dem Gipfel an und schaust ins weite Land mit all seinen Möglichkeiten. Und du merkst, wie du auf dem Weg gewachsen bist und nun neue Wege da sind, gegangen zu werden. In meiner Bedeutung von Selbstfürsorge steckt ganz klar, das Leben in die eigene Hand zu nehmen, dabei unsere Bedürfnisse wahrzunehmen und zu ihnen zu stehen. Nur so können wir unser Leben so gestalten, dass damit auch Genuss einhergeht. Dass damit auch Abgrenzung, also Nein zu sagen, dazugehört, liegt nah. Denn Selbstfürsorge meint auch, die eigenen Grenzen zu kennen – und zu achten. 

So sorgst du wirklich für dich selbst

Sich selbst und seine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, ist für mich also echte #selfcare. Und wie findest du konkret in eine nachhaltigere Selbstfürsorge als den Tipps und Tricks von außen zu folgen? Lies hier einige Tipps für dich:

  • Schreib‘ auf, was du in deinem Leben brauchst, damit es dir gut geht. Welche Bedürfnisse davon werden aktuell erfüllt bzw. nicht erfüllt? Was sind die Gründe hierfür? Selbstfürsorge bedeutet, sich aktiv mit seinem Leben auseinanderzusetzen. In welchem Lebensbereich (Job, Familie, Gesundheit etc.) bist du also derzeit zufrieden?
  • Sprich mit deinem Umfeld über deine Bedürfnisse. Ob Partner*in, Freund*in, Kolleg*in, Eltern oder Kinder; überlegt zusammen, was euch glücklich und zufrieden macht und wir ihr euch bei Bedarf unterstützen könnt. Es ist stets an uns, unsere Beziehungen positiv zu gestalten.
  • Apropos Unterstützung: Manche Herausforderungen bedürfen professioneller Unterstützung. Gesteh‘ dir also andere Hilfe ein, wenn du aus eigener Kraft nicht weiterkommst. Erinnere dich immer wieder daran, dass du nicht nur dein eigenes Leben verbesserst, sondern auch das der Menschen um dich herum, wenn du dir die Hilfe holst, die du gerade brauchst.  
  • Gehe ganz bewusst mit deiner Gesundheit in Kontakt. Wo zwickt es? Wie oft hast du in der vergangenen Woche wirklich durchgeschlafen? Atmest du tief in den Bauch oder eher flach in die Brust? Gerade in unruhigen Zeiten dürfen wir auf uns achten und Raum für Ruhe und Zeit für uns schaffen.  

Übrigens: Selbstfürsorge bedeutet nicht etwa, dass du von nun an im Alleingang durchs Leben gehst. Im Gegenteil. Wir alle dürfen lernen, für uns selbst einzustehen und darüber zu sprechen. Somit haben wir die Möglichkeit, von einander zu lernen. Und zwar nicht nur, wie wir Bedürfnisse aussprechen und Grenzen setzen, sondern auch indem wir aufeinander achten. Indem wir zuhören, was unser Gegenüber sagt. So wachsen wir gemeinsam, denn Selbstfürsorge geht uns alle an. In diesem Sinne, was tust du heute noch für dich?

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(Selbst-) Führung

Das passiert, wenn du groß denkst!

Es heißt, dass große Gedanken zu großen Veränderungen führen. Das können wir rückblickend sicher auch Bill Gates zuschreiben, als dieser 1980 seine Vision mit der Öffentlichkeit teilte: „A personal computer on every desk and in every home.“ Über 40 Jahre später steht nicht nur ein Computer in jedem Zuhause, er ist auch noch tragbar geworden. Nein, nicht im Koffer. In der Hosentasche. Vor mehr als 40 Jahren begann also Bill Gates, an etwas zu glauben, was damals noch undenkbar schien. Doch sein Glauben trug ihn: In endlosen Etappen mit Erfolgen und Niederlagen ist es ihm gelungen, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Und ich bin sicher nicht die Einzige, die ihren Computer und dessen vorherige Entwicklung so sehr zu schätzen weiß, dass dieser nicht mehr aus unser aller Leben wegzudenken ist. Ja, ich behaupte, Bill Gates hat mich glücklich gemacht. Danke dafür, Bill! Was er uns wie so viele andere Visionäre gestern wie heute ohne Worte verspricht, ist, dass Träume in Erfüllung gehen können. 

Träume verstecken sich in unseren Gedanken

Manchmal bedarf es eines einzigen Gedanken, um etwas zu bewegen. Die Macht unserer Gedanken ist außerordentlich hoch. Wenn wir auch nur einen Gedanken zu fassen bekommen, kann daraus Großes entstehen. Denn mit unseren Gedanken können wir arbeiten. Reagieren. Handeln. Agieren. Ganz im Bewusstsein! „Wenn ich groß bin, werde ich…“ oder „Ich möchte die Welt bereisen.“, „Ein Haus mit Garten wäre toll!“… Ähnliche Sätze sind sicher auch dir vertraut. Sie zeugen von Wünschen und Bedürfnissen. Und geht es im Leben nicht darum, seinen Wünschen und Bedürfnissen zu folgen? Nun habe ich die Wahl: Warte ich ab und schau‘ mal, was passiert? Oder tue ich etwas dafür, mir meine Wünsche zu erfüllen? Ich denke, es ist klar: Von allein kommt da nichts. Ich muss schon etwas tun, um einen Traum, einen Wunsch oder auch die Vision meines Lebens zur Realität werden zu lassen. Und was braucht es dafür? Weitere Gedanken. Und ja, dafür kann ich sicher das Gedankenkarussell anwerfen und ein ausgefeiltes Strategiepapier entwerfen. Einen Plan machen. Ziele, Meilensteine setzen. Groß denken, das trifft es eben auch hier. Aber hey, hier fehlt zumindest mir noch das Gefühl, das ich mit meinem Wunsch verbinde. Daher schließe ich einmal mehr die Augen und spiele mit mir: Was wäre, wenn? Was wäre, wenn dieser Wunsch, dieser Traum schon wahrgeworden ist? Welche Bilder sehe ich? Welche Gefühle machen sich im Körper breit? Wo kann ich sie spüren? Wie fühlt es sich an, wenn alles schon da ist? Ich sage dir, ich habe selten so regelmäßig so viele Tränen aus Freude vergossen. Und Freudentränen sind nicht das Einzige, das fließt. Es fließt auch Kreativität. Ganz intuitiv werden Bilder erzeugt, die den Weg aufzeigen. Ganz intuitiv folgen Gedanken, wie diese Bilder Wirklichkeit werden können. Das wird möglich durch die pure positive Energie, die hier strömt. Energie, die glücklich macht und in dem Prozess, Träume wahr werden zu lassen, zur Umsetzung motiviert. Selbst wenn in der Umsetzung kleine Schritte gegangen werden, bleibe ich auf Spur und habe mein Ziel stets vor Augen. 

Schätze die Stille

Alles, was du dir vorstellen kannst, hat das Zeug, auch wahr zu werden. Ich lade dich daher ein, in die Stille zu gehen. Den Blick nach innen zu wenden. Dort liegt ein Schatz, der gehoben werden möchte. Deine Träume, deine Wünsche, deine Bedürfnisse. Auch mit geschlossenen Augen sind sie sichtbar, hörbar, fühlbar. Mit allen Sinnen. Manchmal reichen schon ein paar Minuten. Manchmal darf es auch mehr sein. Weil du gerne hinschaust, dich in ein Gefühl von Freude und Begeisterung versetzt. In diesem Sinne: denke groß, werde glücklich.

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(Selbst-) Führung

Weg von oder Hin zu? Was ist deine Motivation?

Weißt du, was gedanklich dein Handeln bestimmt? Sind es Probleme und deren Lösungen, die dein Nachdenken bestimmen, um ins Handeln zu kommen? Oder sind es Ziele, die du gesteckt hast, die du erreichen möchtest? Im Grunde hast du immer zwei Möglichkeiten, wie du mit Situationen umgehen kannst, über die du gerade nachdenkst. Zum einen kannst du dir vorstellen, was davon du künftig nicht mehr haben, erleben oder tun willst. Umgekehrt klappt das auch, denn für die gleiche Situation kannst du dir auch vorstellen, was davon du haben, erleben oder tun willst. Ein Beispiel: Du möchtest in deinem Job nicht mehr deinem Team zuarbeiten ohne viel eigene Verantwortung und Entscheidungsfreiraum. In deinen Gedanken bewegst du dich hier also „weg von“ deiner aktuellen Situation. Oder du stellst dir vor, wie du das nächste Projekt in deinem Team übernimmst und es zum Erfolg führst. Gedanklich läufst du hier auf dem „Hin zu-Weg“. Meiner Erfahrung nach denken wir zumeist im „Weg von“. Es fällt uns leichter zu sagen, was es nicht sein soll, was wir nicht wollen und was wir auch bei anderen nicht wollen. Der Strahl der Taschenlampe leuchtet auf dem Mangel, der Negativität. Die größere Kraft liegt jedoch im „Hin zu“. Gut zu wissen, dass beide Motivationsstrategien in uns ganz natürlich angelegt sind. Und gut zu wissen, dass wir es in der Hand haben, worauf wir unsere Aufmerksamkeit, unsere Energie lenken.

Hin zu… bringt deine positive Energie zum Glühen

Unser Leben lädt uns jeden Tag dazu ein, Neues zu entdecken und auszuprobieren oder eben auch alte Gewohnheiten zu überdenken oder hinter uns zu lassen. Ist das nicht toll? Selbst in unseren Gedanken haben wir das Steuer dafür in der Hand. Konzentrieren wir uns dabei, Unangenehmes, Probleme, Gefahren oder auch Strafen zu vermeiden oder loszuwerden, kann uns dies aufhalten. Wir reden hier dann gerne über all die Dinge, die wir nicht wollen oder wie wir eben bestimmte Situationen vermeiden oder unangenehme Situationen verändern wollen. Der Blick hierbei ruht ganz offensichtlich auf der Vergangenheit. Wir schauen also auf etwas, was wir bereits erfahren haben. Etwas, das uns negative Gefühle beschert hat. In unsere Gespräche mit anderen nehmen wir dann genau das mit: Gefühle wie Ärger, Frust, Sorgen, Traurigkeit. Der Blick in die Zukunft dagegen lässt uns davon erzählen, was wir alles wollen und erreichen möchten. Dieser Blick nach vorne motiviert uns, lässt uns Ziele und Prioritäten setzen, woraus Gefühle wie Begeisterung und Freude entstehen. Oft lässt uns dies sogar in unseren nächsten Schritten größer denken, die positive Energie aus dem visionären Denken verleiht uns Flügel. Selbst unser Körper reagiert entsprechend, probiere es mal aus und schließe im Stehen die Augen, entspanne dich. Denke zunächst intensiv an eine negative Situation, die du erfahren hast und lass deinen Körper los. Hast du gemerkt, wie sich dein Körper nach hinten geneigt hat? Ein klarer Fall von „Weg von“. Schüttele dich einmal durch und stelle dich wieder mit geschlossenen Augen aufrecht hin. Denke nun an etwas sehr Positives und lass deinen Körper los. Du wirst hier nach vorne schwingen, in die „Hin zu“-Richtung. Und, hast du es gespürt? Dein Körper bewegt sich unbewusst von allem, was mit negativen Gedanken und Gefühlen verbunden ist, weg. Wie nahe liegt es also, dich künftig mehr in deinen Gedanken und Gefühlen mit Positivität zu beschäftigen?

Was ist es, was du willst?

Vielleicht kennst du ja auch diese Gespräche: Du fragst jemanden, was er will und bekommst zunächst die Antwort, was nicht gewollt ist: „Ich möchte nicht mehr rauchen.“, „Ich möchte nicht mehr jeden Abend vor dem Fernseher sitzen.“, „Ich möchte nicht mehr Unmengen Süßes in mich reinstopfen.“, „Ich möchte nicht mehr krank sein.“ Probiere es in den nächsten Tagen mal aus und teile gerne mit mir, welche Erfahrungen du gemacht hast. Und du selbst? Bist du nach dem Lesen nun an dem Punkt angelangt, in Hin zu-Manier davon zu träumen, was du alles noch in deinem Leben erreichen willst? Die nächsten Wochen, Monate, Jahre – oder ganz einfach heute? Großartig! Dann ist nun der Moment gekommen, alles aufzuschreiben. Lass Motivation, Spaß und Begeisterung in diesen Moment kommen – und nimm davon etwas mit in die Umsetzung deiner Träume, Visionen und Ziele. Schritt für Schritt. Für ganz viel positive Gedanken und Gefühle in deinem Leben oder deinen Tag! Du kannst heute damit anfangen. Eben hin zu…

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(Selbst-) Führung

Entdecke die Vision für dein Leben

In meinem Leben schaue ich nach vorne. In meiner etwas älteren Vergangenheit hieß dieser – noch ganz unbewusst – groß zu werden. Selbst zu entscheiden, was ich anziehe, esse, in meiner Freizeit mache. Der Weg in die Selbstständigkeit. Von klein zu groß. Von abhängig zu unabhängig. Neue Entscheidungen wollten getroffen werden: Abitur, Ausbildung, Studium? Eigene Wohnung, WG? Sven oder Peter? Große Entscheidungen, die getroffen werden wollten. Ich war erwachsen geworden. Die Vision von meinem Leben, ohne dass ich sie so nannte, war halbwegs klar. Wie so viele Frauen wollte ich einen wunderbaren Partner finden, irgendwann heiraten und Kinder bekommen. Ich wollte ein Haus, einen Garten. Vielleicht noch einen Hund. Natürlich auch einen tollen Job, der mir Spaß macht, mein Leben finanziert und wunderschöne Reisen ermöglicht. Irgendwann habe ich jedoch gemerkt, dass diese Vision gar nicht meine war, sondern etwas war, das ich aus den Vorstellungen und Erwartungen anderer übernahm. Und so begann ich, mich und mein bisheriges Leben immer mal wieder zu hinterfragen, anstatt mein Leben lediglich vor sich hinplätschern zu lassen. 

Auf der Suche nach dem Nordstern

Gedanken wie „Ich weiß überhaupt nicht, was ich will!“, „Was macht mich denn glücklich?“ oder „Was stelle ich mit meinem Leben an?“ zeigen dir auf, dass du noch auf der Suche nach deiner Vision, deinem Nordstern bist. Und damit bist du nicht allein, denn vielen von uns geht es so. Was hat zu diesen Gedanken geführt? Oft steckt dahinter, dass du aktuell keinen erfüllenden Aufgaben nachgehst, es dir an Anerkennung fehlt und du dich überflüssig fühlst. Das Gefühl, nicht gebraucht oder nicht gesehen zu werden, kann sehr mächtig sein. Wenn es dir hier an deinem Nordstern fehlt, kann es dir passieren, dass du immer wieder im Außen nach Erfüllung suchst, sie letztlich dort jedoch nicht findest. Übermäßiges Shoppen, der neue Partner als Allheilbringer, Karriere zur Selbstwertsteigerung; Glück und Erfüllung geht auch temporär. Daher fang‘ besser an, dir Gedanken über das große Ganze zu machen, deinen Nordstern eben. Damit erschaffst du dir eine inspirierende, klare Vorstellung von einem Zustand bzw. Status, den du im Leben erreichen willst. Mit deiner Vision von deinem Leben und dahinter stehenden Zielen

  • kennst du die Richtung, in die du gehen möchtest,
  • fallen dir Entscheidungen leichter, 
  • kommst du ins Tun statt immer nur zu reagieren,
  • erkennst du den Sinn in deinem Sein und deinem Handeln,
  • findest du Aufgaben in deinem Leben, die dich erfüllen,
  • erreichst du ein anhaltend gutes Gefühl.

Erlaube dir zu träumen

Der meiner Meinung nach einfachste Weg, zu deiner Lebensvision zu kommen, ist Tagträumen. Wann hast du das zuletzt ganz bewusst gemacht? Schließe am besten deine Augen, lass Bilder entstehen mit der Frage: Was würdest du tun, wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen würden? Träume groß! Schau‘ dir an, was auftaucht und bewerte nichts davon. Wenn es dir hilft, kannst du dies auch Stück für Stück mit jedem Lebensbereich (z. B. Familie, Freunde, Gesundheit, Job) erträumen. Und dann schreibe am besten alles auf, ganz gleich, was der innere Kritiker vielleicht schon jetzt gedanklich einwirft. Und Schreiben ist grundsätzlich eine gute Idee: Schreib‘ direkt auf, wo du dich in 10 Jahren, in 5, 2, in einem Jahr und in drei Monaten siehst. Schau‘ also einfach mal von 10 Jahren bis heute zurück. In beiden Übungen bekommst du ein gutes Gefühl dafür, was du JETZT tun musst, um deine jeweilige Vision umzusetzen. Und hier dürfen die Schritte auch klein sein. Bleibe realistisch. Deine Schritte sollen dir Sicherheit geben, dich nicht aufgrund von Angst vor negativen Folgen lähmen. Apropos kleine Schritte: Wenn dir Lebensvision zu groß erscheint, warum nicht mit deinem idealen Tag anfangen? Also leg‘ am besten sofort los: Wie möchtest du in den Tag starten? Wo wachst du auf? Wer ist an deiner Seite? Was würdest du tagsüber tun? Wen möchtest du treffen? Wie würdest du dich fühlen? Und schließlich: Mit welchen Gedanken gehst du am Abend ins Bett? Bleib‘ an deiner Vision dran, sie wird nie vollständig sein, sondern mit dir mitwachsen. Dabei ist es in Ordnung, wenn du Einiges wieder loslässt, was nicht mehr zu dir passt. Aber auch dir deutlich machst, was du bereits erreicht hast. 

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(Selbst-) Führung

Was dir (und anderen) positives Feedback bringt

Als ich vergangene Woche beruflich eine Veranstaltung moderierte, erinnerte mich das Feedback der Teilnehmer:innen an eine Begebenheit, die einige Jahre zurückliegt. Meine Tochter kam von der Schule nach Hause und zeigte mir eine Blumenbastelei, auf deren Blütenblättern lauter positive Adjektive standen. Ihre Augen strahlten, sie floss über vor positiver Energie. Als sie mir den Hintergrund erzählte, stellte ich fest, dass sie, ohne dass sie es wusste, ein oft in Coachings und Trainings verwendetes meines Erachtens großartiges Werkzeug kennen gelernt hatte. In diesem geht es darum, von seinem Umfeld Feedback über sich zu erhalten, und zwar positives Feedback. Damit werden auf schnelle Art und Weise innere Ressourcen gestärkt, was wiederum das Selbstbild und das Selbstbewusstsein stärkt. Von den Rückmeldungen, die sie überrascht haben, erzählt sie hin und wieder heute noch, denn das Fremdbild entsprach seinerzeit nicht ihrem Selbstbild. Nun sah ich mich selbst also erwachsenen Menschen gegenüber, die offenbar ähnliche Erfahrungen im Abgleich von Selbst- und Fremdbild machten. Jede:r Einzelne strahlte im Anschluss, und es gelang ihnen, im weiteren Verlauf des Tages überwiegend motiviert, offen und neugierig zu bleiben. In dieser Runde erlebte ich also wieder einmal, wie wohltuend und erfüllend (hier: positives) Feedback für uns Menschen ist. Soziale Anerkennung ist nun einmal ein Grundbedürfnis. Hieraus lassen sich Entscheidungen besser treffen, die zu neuen Erfahrungen führen. Wie schade daher, dass zwar Feedback – positives wie negatives – zur Natur des Menschen gehört, (noch) nicht jedoch Platz in der Kultur vieler Unternehmen findet. Vielleicht liegt das daran, dass wir (immer noch) in einer Leistungsgesellschaft leben, in der das Motto „Höher. Schneller. Weiter.“ zählt. Für positives Feedback ist da keine Zeit. Für den Zoom auf Schwächen und Entwicklungsfelder schon. Und genau hier vergeben wir uns oft eine Chance. 

Positives Feedback ist magisch

Nur Feedback macht es dem Empfänger möglich, sein Selbstbild mit Fremdbildern zu vergleichen, sodass es gegebenenfalls korrigiert werden kann. Eine positive Selbstwahrnehmung wird durch ein wertschätzendes Umfeld gefördert. Es gibt uns und unserem Nervensystem Sicherheit, die uns konzentriert unser ganzes Potenzial rauskitzeln lässt. Und wenn ich mir das in Unternehmen zu Nutze mache, ist das förderlich für die Produktivität und damit den Erfolg im Unternehmen. Vor allem die Reaktionen von Menschen, mit denen wir in engerer Beziehung stehen, sei es nun beruflich oder privat, können unsere Selbstwahrnehmung und unser Selbsterleben stark beeinflussen. Aber hast du gewusst, dass Lob mit zunehmenden Erfahrungen nachlässt? Wenn wir Eltern werden, begleiten wir den Nachwuchs mit Lob und Tadel, um dessen Verhalten entsprechend zu beeinflussen. Sobald der Nachwuchs in der Lage ist, die erhaltenen Rückmeldungen nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu verarbeiten, unterstützt dies enorm beim Sammeln von Daten für das eigene Feedbacksystem. Es gibt nur einen Haken: Je mehr Erfahrungen der Nachwuchs gesammelt hat, umso früher verzichten Eltern auf lobendes Feedback. Dann geht es lediglich noch um Kritik, um Verhaltensänderungen herbeizuführen. Später im Berufsleben ist das nicht anders. Die Probezeit wird vor allem bei Berufsanfängern noch mit positivem Feedback versehen, anschließend sieht es eher mau aus. Unbewusst verteilen wir für Dinge, die bereits gelernt wurden, kein Lob mehr – auch nicht, wenn wir unsere Sache wirklich richtig gut gemacht haben. Der Druck steigt damit mit jedem Lernerfolg: Wer weiterhin Lob bekommen möchte, muss sich steigern. Hallo, Leistungsgesellschaft!

Innere Stärkung durch eine warme Dusche

Gerade in der Hektik des Alltags ist es wichtig, dass wir uns selbst stärken und die eigenen Ressourcen im Blick haben. Hierfür bietet positives Feedback einen Raum, dein Selbstvertrauen zu stärken und gut gelaunt durch deinen Tag zu gehen, sodass du gestärkt auch Konflikte und schwierige Situationen meisterst. Mit ein bisschen Übung klappt das ganz leicht: Bitte dein Umfeld um ein Feedback und lass‘ dir beispielsweise folgende Fragen beantworten:

  • Was ist mir heute gut gelungen?
  • Wie hast du mich in der Diskussion/Präsentation/Veranstaltung etc. wahrgenommen?
  • Wie sind deiner Meinung nach meine drei größten Stärken?
  • Was gelingt mir in der Zusammenarbeit/unserer Beziehung besonders gut?
  • An welcher Stelle/in welcher Situation bin ich über mich selbst hinausgewachsen?

Wichtig: Fishing for compliments ist damit selbstverständlich nicht gemeint. Schmeichelei mag der Seele dienen, das Ziel von Feedback ist es nicht. Hast du damit noch keine Erfahrung, so bitte eine:n gute:n Freund:in darum; die vermeintliche Hürde erscheint dir vielleicht niedriger. Ganz wichtig: Hör‘ einfach nur zu und kommentiere nicht. Sieh‘ es wie eine warme Dusche, denn deren Wirkung ist sehr ähnlich. Und auch dein Gegenüber wird für eine warme Dusche Anerkennung und Wertschätzung dankbar sein. Überleg‘ mal, wann dir zuletzt ein Lob für dein Gegenüber über die Lippen gekommen ist. Ein Lob, das nicht nur aus einem Wort („Super!“, „Toll!“, „Schön!“ etc.) bestand. Beim Formulieren helfen dir helfen dir Ich-Botschaften wie…

  • Ich finde super, dass…
  • Du kannst stolz auf dich sein, weil…
  • Ich finde dich toll, weil…
  • Ich schenke dir ein Lob, weil…
  • Ich habe gesehen, dass du dir viel Mühe gibst bei…

Anderen positives Feedback zu geben, wirkt auch in dir nach: Das Leuchten in den Augen deines Gegenübers wird auch deinen Tag positiv begleiten. Wem also sprichst du noch heute in deinem Umfeld ein Lob aus? Wen bittest du um ein positives Feedback? Und: Hab auf dem Schirm, dass Eigenlob noch nie gestunken hat. Du weißt schon, alles fängt bei dir an. Übrigens: Ich finde es super, dass du meinen Blog liest und vielleicht das eine oder andere an Impulsen für dich und dein Leben mitgenommen hast. Ich freue mich immer über Feedback. 

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