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(Selbst-) Führung

Das passiert, wenn du groß denkst!

Es heißt, dass große Gedanken zu großen Veränderungen führen. Das können wir rückblickend sicher auch Bill Gates zuschreiben, als dieser 1980 seine Vision mit der Öffentlichkeit teilte: „A personal computer on every desk and in every home.“ Über 40 Jahre später steht nicht nur ein Computer in jedem Zuhause, er ist auch noch tragbar geworden. Nein, nicht im Koffer. In der Hosentasche. Vor mehr als 40 Jahren begann also Bill Gates, an etwas zu glauben, was damals noch undenkbar schien. Doch sein Glauben trug ihn: In endlosen Etappen mit Erfolgen und Niederlagen ist es ihm gelungen, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Und ich bin sicher nicht die Einzige, die ihren Computer und dessen vorherige Entwicklung so sehr zu schätzen weiß, dass dieser nicht mehr aus unser aller Leben wegzudenken ist. Ja, ich behaupte, Bill Gates hat mich glücklich gemacht. Danke dafür, Bill! Was er uns wie so viele andere Visionäre gestern wie heute ohne Worte verspricht, ist, dass Träume in Erfüllung gehen können. 

Träume verstecken sich in unseren Gedanken

Manchmal bedarf es eines einzigen Gedanken, um etwas zu bewegen. Die Macht unserer Gedanken ist außerordentlich hoch. Wenn wir auch nur einen Gedanken zu fassen bekommen, kann daraus Großes entstehen. Denn mit unseren Gedanken können wir arbeiten. Reagieren. Handeln. Agieren. Ganz im Bewusstsein! „Wenn ich groß bin, werde ich…“ oder „Ich möchte die Welt bereisen.“, „Ein Haus mit Garten wäre toll!“… Ähnliche Sätze sind sicher auch dir vertraut. Sie zeugen von Wünschen und Bedürfnissen. Und geht es im Leben nicht darum, seinen Wünschen und Bedürfnissen zu folgen? Nun habe ich die Wahl: Warte ich ab und schau‘ mal, was passiert? Oder tue ich etwas dafür, mir meine Wünsche zu erfüllen? Ich denke, es ist klar: Von allein kommt da nichts. Ich muss schon etwas tun, um einen Traum, einen Wunsch oder auch die Vision meines Lebens zur Realität werden zu lassen. Und was braucht es dafür? Weitere Gedanken. Und ja, dafür kann ich sicher das Gedankenkarussell anwerfen und ein ausgefeiltes Strategiepapier entwerfen. Einen Plan machen. Ziele, Meilensteine setzen. Groß denken, das trifft es eben auch hier. Aber hey, hier fehlt zumindest mir noch das Gefühl, das ich mit meinem Wunsch verbinde. Daher schließe ich einmal mehr die Augen und spiele mit mir: Was wäre, wenn? Was wäre, wenn dieser Wunsch, dieser Traum schon wahrgeworden ist? Welche Bilder sehe ich? Welche Gefühle machen sich im Körper breit? Wo kann ich sie spüren? Wie fühlt es sich an, wenn alles schon da ist? Ich sage dir, ich habe selten so regelmäßig so viele Tränen aus Freude vergossen. Und Freudentränen sind nicht das Einzige, das fließt. Es fließt auch Kreativität. Ganz intuitiv werden Bilder erzeugt, die den Weg aufzeigen. Ganz intuitiv folgen Gedanken, wie diese Bilder Wirklichkeit werden können. Das wird möglich durch die pure positive Energie, die hier strömt. Energie, die glücklich macht und in dem Prozess, Träume wahr werden zu lassen, zur Umsetzung motiviert. Selbst wenn in der Umsetzung kleine Schritte gegangen werden, bleibe ich auf Spur und habe mein Ziel stets vor Augen. 

Schätze die Stille

Alles, was du dir vorstellen kannst, hat das Zeug, auch wahr zu werden. Ich lade dich daher ein, in die Stille zu gehen. Den Blick nach innen zu wenden. Dort liegt ein Schatz, der gehoben werden möchte. Deine Träume, deine Wünsche, deine Bedürfnisse. Auch mit geschlossenen Augen sind sie sichtbar, hörbar, fühlbar. Mit allen Sinnen. Manchmal reichen schon ein paar Minuten. Manchmal darf es auch mehr sein. Weil du gerne hinschaust, dich in ein Gefühl von Freude und Begeisterung versetzt. In diesem Sinne: denke groß, werde glücklich.

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(Selbst-) Führung

Weg von oder Hin zu? Was ist deine Motivation?

Weißt du, was gedanklich dein Handeln bestimmt? Sind es Probleme und deren Lösungen, die dein Nachdenken bestimmen, um ins Handeln zu kommen? Oder sind es Ziele, die du gesteckt hast, die du erreichen möchtest? Im Grunde hast du immer zwei Möglichkeiten, wie du mit Situationen umgehen kannst, über die du gerade nachdenkst. Zum einen kannst du dir vorstellen, was davon du künftig nicht mehr haben, erleben oder tun willst. Umgekehrt klappt das auch, denn für die gleiche Situation kannst du dir auch vorstellen, was davon du haben, erleben oder tun willst. Ein Beispiel: Du möchtest in deinem Job nicht mehr deinem Team zuarbeiten ohne viel eigene Verantwortung und Entscheidungsfreiraum. In deinen Gedanken bewegst du dich hier also „weg von“ deiner aktuellen Situation. Oder du stellst dir vor, wie du das nächste Projekt in deinem Team übernimmst und es zum Erfolg führst. Gedanklich läufst du hier auf dem „Hin zu-Weg“. Meiner Erfahrung nach denken wir zumeist im „Weg von“. Es fällt uns leichter zu sagen, was es nicht sein soll, was wir nicht wollen und was wir auch bei anderen nicht wollen. Der Strahl der Taschenlampe leuchtet auf dem Mangel, der Negativität. Die größere Kraft liegt jedoch im „Hin zu“. Gut zu wissen, dass beide Motivationsstrategien in uns ganz natürlich angelegt sind. Und gut zu wissen, dass wir es in der Hand haben, worauf wir unsere Aufmerksamkeit, unsere Energie lenken.

Hin zu… bringt deine positive Energie zum Glühen

Unser Leben lädt uns jeden Tag dazu ein, Neues zu entdecken und auszuprobieren oder eben auch alte Gewohnheiten zu überdenken oder hinter uns zu lassen. Ist das nicht toll? Selbst in unseren Gedanken haben wir das Steuer dafür in der Hand. Konzentrieren wir uns dabei, Unangenehmes, Probleme, Gefahren oder auch Strafen zu vermeiden oder loszuwerden, kann uns dies aufhalten. Wir reden hier dann gerne über all die Dinge, die wir nicht wollen oder wie wir eben bestimmte Situationen vermeiden oder unangenehme Situationen verändern wollen. Der Blick hierbei ruht ganz offensichtlich auf der Vergangenheit. Wir schauen also auf etwas, was wir bereits erfahren haben. Etwas, das uns negative Gefühle beschert hat. In unsere Gespräche mit anderen nehmen wir dann genau das mit: Gefühle wie Ärger, Frust, Sorgen, Traurigkeit. Der Blick in die Zukunft dagegen lässt uns davon erzählen, was wir alles wollen und erreichen möchten. Dieser Blick nach vorne motiviert uns, lässt uns Ziele und Prioritäten setzen, woraus Gefühle wie Begeisterung und Freude entstehen. Oft lässt uns dies sogar in unseren nächsten Schritten größer denken, die positive Energie aus dem visionären Denken verleiht uns Flügel. Selbst unser Körper reagiert entsprechend, probiere es mal aus und schließe im Stehen die Augen, entspanne dich. Denke zunächst intensiv an eine negative Situation, die du erfahren hast und lass deinen Körper los. Hast du gemerkt, wie sich dein Körper nach hinten geneigt hat? Ein klarer Fall von „Weg von“. Schüttele dich einmal durch und stelle dich wieder mit geschlossenen Augen aufrecht hin. Denke nun an etwas sehr Positives und lass deinen Körper los. Du wirst hier nach vorne schwingen, in die „Hin zu“-Richtung. Und, hast du es gespürt? Dein Körper bewegt sich unbewusst von allem, was mit negativen Gedanken und Gefühlen verbunden ist, weg. Wie nahe liegt es also, dich künftig mehr in deinen Gedanken und Gefühlen mit Positivität zu beschäftigen?

Was ist es, was du willst?

Vielleicht kennst du ja auch diese Gespräche: Du fragst jemanden, was er will und bekommst zunächst die Antwort, was nicht gewollt ist: „Ich möchte nicht mehr rauchen.“, „Ich möchte nicht mehr jeden Abend vor dem Fernseher sitzen.“, „Ich möchte nicht mehr Unmengen Süßes in mich reinstopfen.“, „Ich möchte nicht mehr krank sein.“ Probiere es in den nächsten Tagen mal aus und teile gerne mit mir, welche Erfahrungen du gemacht hast. Und du selbst? Bist du nach dem Lesen nun an dem Punkt angelangt, in Hin zu-Manier davon zu träumen, was du alles noch in deinem Leben erreichen willst? Die nächsten Wochen, Monate, Jahre – oder ganz einfach heute? Großartig! Dann ist nun der Moment gekommen, alles aufzuschreiben. Lass Motivation, Spaß und Begeisterung in diesen Moment kommen – und nimm davon etwas mit in die Umsetzung deiner Träume, Visionen und Ziele. Schritt für Schritt. Für ganz viel positive Gedanken und Gefühle in deinem Leben oder deinen Tag! Du kannst heute damit anfangen. Eben hin zu…

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(Selbst-) Führung

Entdecke die Vision für dein Leben

In meinem Leben schaue ich nach vorne. In meiner etwas älteren Vergangenheit hieß dieser – noch ganz unbewusst – groß zu werden. Selbst zu entscheiden, was ich anziehe, esse, in meiner Freizeit mache. Der Weg in die Selbstständigkeit. Von klein zu groß. Von abhängig zu unabhängig. Neue Entscheidungen wollten getroffen werden: Abitur, Ausbildung, Studium? Eigene Wohnung, WG? Sven oder Peter? Große Entscheidungen, die getroffen werden wollten. Ich war erwachsen geworden. Die Vision von meinem Leben, ohne dass ich sie so nannte, war halbwegs klar. Wie so viele Frauen wollte ich einen wunderbaren Partner finden, irgendwann heiraten und Kinder bekommen. Ich wollte ein Haus, einen Garten. Vielleicht noch einen Hund. Natürlich auch einen tollen Job, der mir Spaß macht, mein Leben finanziert und wunderschöne Reisen ermöglicht. Irgendwann habe ich jedoch gemerkt, dass diese Vision gar nicht meine war, sondern etwas war, das ich aus den Vorstellungen und Erwartungen anderer übernahm. Und so begann ich, mich und mein bisheriges Leben immer mal wieder zu hinterfragen, anstatt mein Leben lediglich vor sich hinplätschern zu lassen. 

Auf der Suche nach dem Nordstern

Gedanken wie „Ich weiß überhaupt nicht, was ich will!“, „Was macht mich denn glücklich?“ oder „Was stelle ich mit meinem Leben an?“ zeigen dir auf, dass du noch auf der Suche nach deiner Vision, deinem Nordstern bist. Und damit bist du nicht allein, denn vielen von uns geht es so. Was hat zu diesen Gedanken geführt? Oft steckt dahinter, dass du aktuell keinen erfüllenden Aufgaben nachgehst, es dir an Anerkennung fehlt und du dich überflüssig fühlst. Das Gefühl, nicht gebraucht oder nicht gesehen zu werden, kann sehr mächtig sein. Wenn es dir hier an deinem Nordstern fehlt, kann es dir passieren, dass du immer wieder im Außen nach Erfüllung suchst, sie letztlich dort jedoch nicht findest. Übermäßiges Shoppen, der neue Partner als Allheilbringer, Karriere zur Selbstwertsteigerung; Glück und Erfüllung geht auch temporär. Daher fang‘ besser an, dir Gedanken über das große Ganze zu machen, deinen Nordstern eben. Damit erschaffst du dir eine inspirierende, klare Vorstellung von einem Zustand bzw. Status, den du im Leben erreichen willst. Mit deiner Vision von deinem Leben und dahinter stehenden Zielen

  • kennst du die Richtung, in die du gehen möchtest,
  • fallen dir Entscheidungen leichter, 
  • kommst du ins Tun statt immer nur zu reagieren,
  • erkennst du den Sinn in deinem Sein und deinem Handeln,
  • findest du Aufgaben in deinem Leben, die dich erfüllen,
  • erreichst du ein anhaltend gutes Gefühl.

Erlaube dir zu träumen

Der meiner Meinung nach einfachste Weg, zu deiner Lebensvision zu kommen, ist Tagträumen. Wann hast du das zuletzt ganz bewusst gemacht? Schließe am besten deine Augen, lass Bilder entstehen mit der Frage: Was würdest du tun, wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen würden? Träume groß! Schau‘ dir an, was auftaucht und bewerte nichts davon. Wenn es dir hilft, kannst du dies auch Stück für Stück mit jedem Lebensbereich (z. B. Familie, Freunde, Gesundheit, Job) erträumen. Und dann schreibe am besten alles auf, ganz gleich, was der innere Kritiker vielleicht schon jetzt gedanklich einwirft. Und Schreiben ist grundsätzlich eine gute Idee: Schreib‘ direkt auf, wo du dich in 10 Jahren, in 5, 2, in einem Jahr und in drei Monaten siehst. Schau‘ also einfach mal von 10 Jahren bis heute zurück. In beiden Übungen bekommst du ein gutes Gefühl dafür, was du JETZT tun musst, um deine jeweilige Vision umzusetzen. Und hier dürfen die Schritte auch klein sein. Bleibe realistisch. Deine Schritte sollen dir Sicherheit geben, dich nicht aufgrund von Angst vor negativen Folgen lähmen. Apropos kleine Schritte: Wenn dir Lebensvision zu groß erscheint, warum nicht mit deinem idealen Tag anfangen? Also leg‘ am besten sofort los: Wie möchtest du in den Tag starten? Wo wachst du auf? Wer ist an deiner Seite? Was würdest du tagsüber tun? Wen möchtest du treffen? Wie würdest du dich fühlen? Und schließlich: Mit welchen Gedanken gehst du am Abend ins Bett? Bleib‘ an deiner Vision dran, sie wird nie vollständig sein, sondern mit dir mitwachsen. Dabei ist es in Ordnung, wenn du Einiges wieder loslässt, was nicht mehr zu dir passt. Aber auch dir deutlich machst, was du bereits erreicht hast. 

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(Selbst-) Führung

Was dir (und anderen) positives Feedback bringt

Als ich vergangene Woche beruflich eine Veranstaltung moderierte, erinnerte mich das Feedback der Teilnehmer:innen an eine Begebenheit, die einige Jahre zurückliegt. Meine Tochter kam von der Schule nach Hause und zeigte mir eine Blumenbastelei, auf deren Blütenblättern lauter positive Adjektive standen. Ihre Augen strahlten, sie floss über vor positiver Energie. Als sie mir den Hintergrund erzählte, stellte ich fest, dass sie, ohne dass sie es wusste, ein oft in Coachings und Trainings verwendetes meines Erachtens großartiges Werkzeug kennen gelernt hatte. In diesem geht es darum, von seinem Umfeld Feedback über sich zu erhalten, und zwar positives Feedback. Damit werden auf schnelle Art und Weise innere Ressourcen gestärkt, was wiederum das Selbstbild und das Selbstbewusstsein stärkt. Von den Rückmeldungen, die sie überrascht haben, erzählt sie hin und wieder heute noch, denn das Fremdbild entsprach seinerzeit nicht ihrem Selbstbild. Nun sah ich mich selbst also erwachsenen Menschen gegenüber, die offenbar ähnliche Erfahrungen im Abgleich von Selbst- und Fremdbild machten. Jede:r Einzelne strahlte im Anschluss, und es gelang ihnen, im weiteren Verlauf des Tages überwiegend motiviert, offen und neugierig zu bleiben. In dieser Runde erlebte ich also wieder einmal, wie wohltuend und erfüllend (hier: positives) Feedback für uns Menschen ist. Soziale Anerkennung ist nun einmal ein Grundbedürfnis. Hieraus lassen sich Entscheidungen besser treffen, die zu neuen Erfahrungen führen. Wie schade daher, dass zwar Feedback – positives wie negatives – zur Natur des Menschen gehört, (noch) nicht jedoch Platz in der Kultur vieler Unternehmen findet. Vielleicht liegt das daran, dass wir (immer noch) in einer Leistungsgesellschaft leben, in der das Motto „Höher. Schneller. Weiter.“ zählt. Für positives Feedback ist da keine Zeit. Für den Zoom auf Schwächen und Entwicklungsfelder schon. Und genau hier vergeben wir uns oft eine Chance. 

Positives Feedback ist magisch

Nur Feedback macht es dem Empfänger möglich, sein Selbstbild mit Fremdbildern zu vergleichen, sodass es gegebenenfalls korrigiert werden kann. Eine positive Selbstwahrnehmung wird durch ein wertschätzendes Umfeld gefördert. Es gibt uns und unserem Nervensystem Sicherheit, die uns konzentriert unser ganzes Potenzial rauskitzeln lässt. Und wenn ich mir das in Unternehmen zu Nutze mache, ist das förderlich für die Produktivität und damit den Erfolg im Unternehmen. Vor allem die Reaktionen von Menschen, mit denen wir in engerer Beziehung stehen, sei es nun beruflich oder privat, können unsere Selbstwahrnehmung und unser Selbsterleben stark beeinflussen. Aber hast du gewusst, dass Lob mit zunehmenden Erfahrungen nachlässt? Wenn wir Eltern werden, begleiten wir den Nachwuchs mit Lob und Tadel, um dessen Verhalten entsprechend zu beeinflussen. Sobald der Nachwuchs in der Lage ist, die erhaltenen Rückmeldungen nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu verarbeiten, unterstützt dies enorm beim Sammeln von Daten für das eigene Feedbacksystem. Es gibt nur einen Haken: Je mehr Erfahrungen der Nachwuchs gesammelt hat, umso früher verzichten Eltern auf lobendes Feedback. Dann geht es lediglich noch um Kritik, um Verhaltensänderungen herbeizuführen. Später im Berufsleben ist das nicht anders. Die Probezeit wird vor allem bei Berufsanfängern noch mit positivem Feedback versehen, anschließend sieht es eher mau aus. Unbewusst verteilen wir für Dinge, die bereits gelernt wurden, kein Lob mehr – auch nicht, wenn wir unsere Sache wirklich richtig gut gemacht haben. Der Druck steigt damit mit jedem Lernerfolg: Wer weiterhin Lob bekommen möchte, muss sich steigern. Hallo, Leistungsgesellschaft!

Innere Stärkung durch eine warme Dusche

Gerade in der Hektik des Alltags ist es wichtig, dass wir uns selbst stärken und die eigenen Ressourcen im Blick haben. Hierfür bietet positives Feedback einen Raum, dein Selbstvertrauen zu stärken und gut gelaunt durch deinen Tag zu gehen, sodass du gestärkt auch Konflikte und schwierige Situationen meisterst. Mit ein bisschen Übung klappt das ganz leicht: Bitte dein Umfeld um ein Feedback und lass‘ dir beispielsweise folgende Fragen beantworten:

  • Was ist mir heute gut gelungen?
  • Wie hast du mich in der Diskussion/Präsentation/Veranstaltung etc. wahrgenommen?
  • Wie sind deiner Meinung nach meine drei größten Stärken?
  • Was gelingt mir in der Zusammenarbeit/unserer Beziehung besonders gut?
  • An welcher Stelle/in welcher Situation bin ich über mich selbst hinausgewachsen?

Wichtig: Fishing for compliments ist damit selbstverständlich nicht gemeint. Schmeichelei mag der Seele dienen, das Ziel von Feedback ist es nicht. Hast du damit noch keine Erfahrung, so bitte eine:n gute:n Freund:in darum; die vermeintliche Hürde erscheint dir vielleicht niedriger. Ganz wichtig: Hör‘ einfach nur zu und kommentiere nicht. Sieh‘ es wie eine warme Dusche, denn deren Wirkung ist sehr ähnlich. Und auch dein Gegenüber wird für eine warme Dusche Anerkennung und Wertschätzung dankbar sein. Überleg‘ mal, wann dir zuletzt ein Lob für dein Gegenüber über die Lippen gekommen ist. Ein Lob, das nicht nur aus einem Wort („Super!“, „Toll!“, „Schön!“ etc.) bestand. Beim Formulieren helfen dir helfen dir Ich-Botschaften wie…

  • Ich finde super, dass…
  • Du kannst stolz auf dich sein, weil…
  • Ich finde dich toll, weil…
  • Ich schenke dir ein Lob, weil…
  • Ich habe gesehen, dass du dir viel Mühe gibst bei…

Anderen positives Feedback zu geben, wirkt auch in dir nach: Das Leuchten in den Augen deines Gegenübers wird auch deinen Tag positiv begleiten. Wem also sprichst du noch heute in deinem Umfeld ein Lob aus? Wen bittest du um ein positives Feedback? Und: Hab auf dem Schirm, dass Eigenlob noch nie gestunken hat. Du weißt schon, alles fängt bei dir an. Übrigens: Ich finde es super, dass du meinen Blog liest und vielleicht das eine oder andere an Impulsen für dich und dein Leben mitgenommen hast. Ich freue mich immer über Feedback. 

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Allgemein

Zurück in die Zukunft: Wie du mit deiner Vergangenheit aufräumst

Gehörst du auch zu den Menschen, die meinen, dass man die Vergangenheit besser nicht anrührt? Du sagst, vorbei ist vorbei? Für mich steckt darin nur die halbe Wahrheit. Für mich steckt in der Vergangenheit ein, nun ja, zumindest kleiner Schatz. Zuerst: das Verstehen. Ich verstehe mit Blick in meine Vergangenheit, warum ich so ticke, wie ich ticke. Ich verstehe meine Ticks und meine Macken. Ich verstehe, warum mich manche Situationen oder auch Menschen triggern. Und damit gelingt mir Loslassen immer leichter und schneller. Sehnst du dich nicht auch danach, Vergangenes so richtig hinter dir zu lassen? Und ich habe noch ein Stück Schatz für dich: Ich glaube fest daran, dass du dir deine Zukunft aktiv selbst gestalten kannst, wenn du einen Blick in die Vergangenheit wirfst. Versteh‘ mich nicht falsch, ich liebe es, im Hier und Jetzt zu sein. Um hier jedoch Zufriedenheit zu finden, wahrzunehmen oder bewusst herbeizuführen, habe ich zunächst mit der Vergangenheit aufräumen müssen. Es hat verdammt wehgetan, denn es kamen Erlebnisse und Gefühle zutage, die ich längst verdrängt hatte. Vergessen, weil ich Ablenkung gesucht habe. Ich hatte auf die Vogel-Strauß-Taktik gesetzt. Lieber den Kopf in den Sand stecken, als mich sehenden Auges Problemen und Herausforderungen zu stellen. Im Sand haben diese nicht existiert. Ich wusste jedoch, wenn ich zufrieden nach vorn schauen möchte, muss ich an die alten Wunden ran. Sie mit Neugier und Offenheit anschauen, hin und wieder bluten lassen und schließlich – nähen. Du meinst, ein Pflaster reicht? Hmm, das habe ich auch mal gedacht. Und glaub‘ mir, ich habe jahrzehntelang Unmengen von Pflastern geklebt! Irgendwann sind sie abgefallen und die alten Verletzungen sind wieder in Erscheinung getreten. Sie wollten gesehen werden, damit endlich Heilung stattfinden konnte. Problem gelöst, die Karten für die Zukunft neu gemischt, das Spiel des Lebens geht weiter. 

Tritt die Reise in die Vergangenheit an

Ich sag’s, wie es ist: Wenn du deine Vergangenheit nicht aufarbeitest, wirst du lebenslang unter den Ereignissen aus längst vergangenen Zeiten in deinem Leben leiden. Du musst also einige schmerzhafte Erlebnisse aus deiner Vergangenheit in das Licht der Gegenwart holen, um sie loszulassen und damit den Weg für dein Wohlbefinden und dein Selbstbewusstsein freizumachen. So viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens traumatische Situationen. Oftmals gelingt es ihnen, diese entweder aus eigener Kraft oder mit Unterstützung zu bewältigen. Handlungsbedarf besteht dann, wenn die gemachten Erlebnisse uns einschränken, uns leiden lassen. So kann aus erlebtem Mobbing in der Schule Angst vor Sichtbarkeit entstehen. Oder aus toxischen Beziehungen Angst vor Nähe in neuen Beziehungen. Oder aus Mangel an Nähe beim Aufwachsen ein Mangel an Selbstvertrauen. Ich bin davon überzeugt, dass man nicht die gesamte Vergangenheit aufräumen und detailreich analysieren muss, um ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich lade dich daher ein, in den Seiten deiner Vergangenheit zu blättern, die dir immer wieder vor die Füße fallen. Meistens passiert das dann, wenn negative Gefühle wie Angst, Sorgen, Ohnmacht oder Stress im Spiel sind. Dann schau‘ mal hin, an welche Situation(en) in der Vergangenheit dich diese Gefühle erinnern. Hier liegt der Schlüssel für eine andere Zukunft.

Dir gehört die Zukunft, nicht die Vergangenheit

Schon mit drei Schritten kannst du mit dem Blick zurück deine Zukunft gestalten:

  1. Nimm die Vergangenheit an, wie sie ist: Der erste Schritt ist immer das Annehmen der Situation, und zwar so wie sie ist. Dabei kann die Situation im Gestern liegen oder eben Jahre zurück. Geh‘ dazu raus aus der Opferhaltung und bekämpfe nicht das, was war. Bedenke stets, Mitleid für dich zieht Mitleid von außen an. Übernimm‘ Verantwortung für dein Leben. Unschöne Erlebnisse sind geradezu die besten Lehrmeister für unsere persönliche Entwicklung. Frag dich also gar nicht erst, warum es dich getroffen hat, sondern akzeptiere, dass es eben so ist und versuche lieber, dem Ganzen etwas positives abzugewinnen. 
  2. Spüre Glaubenssätze und Gedanken auf, die dir im Weg stehen: Schon früh im Leben haben wir Annahmen über das Leben getroffen, die uns andere Menschen oder Situationen vermittelt haben. So nehmen wir nun die Welt unter Umständen anders wahr, als sie tatsächlich ist. Haben wir in der Vergangenheit erfahren, dass die Welt ein gefährlicher Ort ist, nehmen wir sie auch so wahr. Mit solchen negativen Glaubenssätzen können wir Schluss machen. Glaubenssätze spiegeln sich in unseren Gedanken wider und haben eine unglaubliche Macht. Hier habe ich schon einmal darüber geschrieben. Lausche deinen Gedanken und du kommst mehr und mehr deinen Geschichten sowie Glaubenssätzen aus deinen Erfahrungen der Vergangenheit auf die Spur. 
  3. Lass‘ los, was mit der Gegenwart nichts mehr zu tun hat: Erzählst du dir immer wieder Geschichten, die mit der Gegenwart absolut gar nichts zu tun haben? Wenn ja, dann blockiert dich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ein alter Schmerz, der losgelassen werden will. Dieser Schmerz haftet so lange an dir, so lange du in der Wiederholungsschleife der Geschichte verweilst. Heilung passiert dann, wenn du hinschaust und -fühlst. Erlaube dir, jedes Gefühl da sein zu lassen. Mit deiner Wahrnehmung gelingt der Blick mehr auf das, was jetzt da ist. Du erfährst Klarheit, und der Filter der Vergangenheit verschwindet. Und damit auch die alte Geschichte… 

Mein Motto lautet: Erfahre, fühle, erkenne, wachse. Je länger die Erfahrungen zurückliegen, braucht es also unter Umständen das nochmalige Fühlen vor dem Erkennen aus einer anderen Perspektive. Sei dabei gut zu dir und lass dir Zeit. Geduld hilft hier enorm. Manchmal braucht ein solcher Prozess Jahre. Auch in kleinen Schritten kannst du nach vorne laufen. Höre dabei auf deinen Bauch, was sich für dich stimmig und richtig anfühlt. Welche Geschichte aus deiner Vergangenheit möchtest du als Erstes loslassen?

Photo by Peter Herrmann on Unsplash

Persönlichkeit

Wer bist du? Was macht dich aus?

Ich habe Pläne. Pläne, die es erforderlich machen, über mich selbst nachzudenken. Familie, Freunde wie Bekannte, die hier mitlesen, mögen die Augen verdrehen und/oder laut auflachen. Sie kennen mich nicht anders. Ich mache das gerne. Das hat auch einen entscheidenden Vorteil: Ich weiß, wer ich bin. Ich kenne meine Stärken und Talente, sodass ich hier selten etwas Neues entdecke. Wissen und Erfahrung baue ich fortwährend aus. Ich schreibe quasi meine Lebensgeschichte stetig weiter. Meine natürlichen Gaben und Talente helfen mir hierbei. In Zeiten, in denen es mal etwas anstrengend, unübersichtlich oder holprig ist, hilft ein Blick auf meine Lebensgeschichte.Sie zeigt mir, dass in all dem, was ich erlebe und erfahre, etwas steckt, an dem ich wachsen kann. Um neue Wege einzuschlagen. Neuland zu betreten. Den Zeh, den Fuß oder gleich das ganze Bein aus der Höhle namens Komfortzone herauszustrecken. Ich treffe immer wieder Menschen, die bislang nicht auf sich und ihre eigene Geschichte geschaut haben. Das ist auch in Ordnung, schließlich können damit Erinnerungen an Vergangenes geweckt werden. Und manchmal tut das dann eben weh. Wenn jedoch der Blick statt auf sich selbst eher auf die fällt, die vermeintlich mehr schaffen, attraktiver aussehen, mehr Geld auf dem Konto haben, kann das Folgen haben. Dann wird das eigene Unwohlsein genährt und führt statt auf neue Wege direkt ins Erstarren oder Weglaufen. All das hat Auswirkungen auf unser Umfeld, denn es spürt und sieht unsere Unzufriedenheit. Da denke ich also gern mal über mich selbst und meinen Weg nach, um Kraft zu sammeln oder neue Ideen für den weiteren Weg zu kreieren.

Deine Persönlichkeit, dein Leben

Wenn du in deine Persönlichkeit eintauchst, hast du mit Blick auf deine Stärken und Talente die Wahl, noch mehr aus deinem Leben zu machen. Der Blick auf dich und dein bisheriges Leben ist sehr spannend. Das Ganze hat sogar das Potenzial, ein wahrer Augenöffner zu sein. Hast du Lust darauf, dich selbst (noch besser) kennen zu lernen? Ich lade dich also auf ein Date mit dir selbst ein. Nimm dir ein wenig Zeit und ein bisschen Papier – und lass uns loslegen: 

  1. Welche natürlichen Gaben und Talente hast du? Wofür haben dich die Menschen in deiner Umgebung schon immer bewundert? Was machst du total gerne und vergisst darüber schon einmal die Zeit? Vielleicht bastelst du gerne, schreibst oder liest oft. Vielleicht liegt dir Kochen, Gärtnern oder Häkeln ganz besonders. Oder aber du kannst gut mit Kindern oder Tieren umgehen. Du erzählst vielleicht gern Geschichten oder reißt gute Witze. Geh‘ deinen Fähigkeiten auf die Spur, sie können so vielfältig sein. 
  2. Was sind deine natürlichen Stärken, deine persönlichen Kompetenzen? Stell‘ dir vor, du sitzt in einem Jobinterview und wirst danach gefragt. Was gibst du an? Was zeichnet dich aus? Ist es deine Hilfsbereitschaft oder deine Sorgfalt? Vielleicht bist du organisatorisch stark, besonders belastbar, kommunikativ. Oder aber du zählst Empathie, Engagement, Offenheit für Neues dazu. Hier gibt es viel zu entdecken.
  3. Über welches Wissen und welche Qualifikation verfügst du? Welche Kurse, Seminare, Fortbildungen etc. hast du besucht? Welches Wissen hast du dir selbst angeeignet? Gab es Bücher oder Zeitschriften zu bestimmten Themen, du du gelesen hast? Du wirst staunen, was du alles in deinem Leben schon „mitgenommen“ hast. Bücher über Persönlichkeitsentwicklung. Kochbücher mit ausgefallenen Rezepten. Eine Ausbildung, ein Studium, eine Weiterbildung. Kurse im Kochen, Stricken oder Töpfern. Mach‘ dir bewusst: es muss nicht für alles ein Zertifikat vorliegen. 
  4. Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben gemacht? Was gehört in deine Lebensgeschichte? Vielleicht hast du Trennungen und Liebeskummer überwunden. Eine Wohnung gekauft, auf Reisen neue Kulturen kennen gelernt. Eine Krankheit überstanden. Ein Buch geschrieben oder ein Vier-Gänge-Menü gekocht. Autofahren, Motorradfahren, Traktorfahren. Den richtigen Partner gefunden. Lass‘ alles kommen, was raus will – und sei stolz auf dich und deine Erfahrungen!

Der rote Faden in deiner Lebensgeschichte

Was hast du über dich erfahren? Hast du dir etwas zurück ins Bewusstsein gerufen, das du längst vergessen hattest? So ist es mir seinerzeit ergangen. Es war die pure Freude, etwas wiederzuentdecken, das zu mir gehört. Es ist deine Geschichte, und vielleicht verstehst du einmal mehr, warum  ein jeder von uns einzigartig ist. All das, was du aufgeschrieben hast, zeigt auf, wer du bist. Ein wahrer Schatz! Unter Umständen entdeckst du einen roten Faden, der es dir erlaubt, einen Blick in die Zukunft zu wagen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass hierbei die tollsten Ideen entstehen. Solltest du diese anschließend umsetzen, erweiterst du deine Lebensgeschichte um neue Erfahrungen, auf die du stolz sein kannst. Wahrlich ein Geschenk! 

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Allgemein

Öffne die Pforten deiner Wahrnehmung

Letzte Woche hatte ich etwas vollgepackt. Da waren verschiedene private und berufliche Termine. Ideen, die besprochen werden wollten. Entscheidungen und Herausforderungen, die angegangen werden wollten. Räder, die gewechselt werden mussten. Irgendwann kam ich an einem Spiegel vorbei und erwischte mich selbst beim Gedanken: „Boah, siehst du schrecklich aus!“ Kaum gedacht und wahrgenommen, musste ich schon lachen – und sagte Hallo zu meinem inneren Kritiker. Es ist einige Jahre her, da hätte dieser das Gedankenkarussell angeschubst und mich der Selbstverachtung ausgeliefert. Umso schöner also zu sehen, dass es auch anders geht, wenn ich mir meiner Gedanken gewahr werde. So wie vergangene Woche. Lachen hilft. Und über sich selbst sowieso. Mit dem Gedanken konnte ich so weiterlaufen, in die Ruhe und Fürsorglichkeit für mich selbst. Denn das war es, was ich brauchte. Und prompt fiel ein Termin aus. Das Leben meint es gut mit mir. 

Unsere Wahrheit, unsere Realität

So, wie wir uns selbst wahrnehmen, verläuft die Geschichte, die wir uns erzählen. Wir schaffen uns damit unsere Realität in dem Moment, wenn wir den Gedanken, so wie ich es vergangene Woche erfuhr, Glauben schenken. In meiner obigen Erfahrung gebe es zudem ein weiteres Bild, nämlich das von außen, hätte ich meinen Gedanken im Beisein anderer laut ausgesprochen. Andere hätten ihre jeweils eigene Wahrnehmung, ihre Realität, in Worte gepackt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Wort „schrecklich“ nicht enthielten… Du siehst, jeder Einzelne lebt seine eigene Wahrheit. Spannend wird es, wenn du in herausfordernden Situationen deine Wahrnehmung mit anderen teilst. Auch das ist mir letzte Woche in einem Dialog passiert. Und glaub‘ mir, die Wahrnehmungen hätten nicht weiter auseinander liegen können. Wie oft bilden wir uns ein Urteil über jemanden, der uns in irgendeiner Art und Weise triggert? Jemand, dessen Worte unser Unterbewusstsein und damit längst vergangene Erfahrungen ankratzt und uns eine Situation ganz anders wahrnehmen lässt, als sie tatsächlich ist. Darüber sprechen hilft, auch wenn das nicht immer leicht ist. Oftmals merken wir dabei am ehesten, wie kritisch wir uns selbst gegenüber sind.

Selbstbild vs. Fremdbild

Wie nimmst du dich selbst wahr? Ich bin davon überzeugt, dass wir uns selbst kritischer sehen als andere das tun. Es handelt sich dabei um eine Art Selbstschutz, damit wir in Sicherheit bleiben. Magst du es ausprobieren? Schreib‘ doch mal die drei positivsten Beobachtungen auf, die du von dir selbst hast. Wahrscheinlich fällt es dir leichter, als dich in Selbstkritik zu üben, daher nimm dir ein wenig Zeit. Überlege anschließend, wie diese Eigenschaften Licht und Positivität in dein Leben bringen. Nun nimm‘ dir die andere Seite vor und schreibe drei selbstkritische Beobachtungen über dich selbst auf. Vielleicht hast du dich über diese Beobachtungen schon mit anderen ausgetauscht. Daher denke nun an einen dir bekannten Menschen, der all die negativen Punkte so gar nicht an dir sieht. Warum glaubst du, dass deine negative Wahrnehmung richtig ist und die positive Wahrnehmung der anderen Person falsch? Hier hilft es erneut, alles aufzuschreiben. Ich bin gespannt, was du für Antworten findest. Allein dieser Prozess kann schon augenöffnend sein. Wenn du nun beide Listen deiner Wahrnehmungen nebeneinander legst, liegt darin die Einladung verborgen, dich von deiner negativen zu deiner positiven Wahrnehmung über dich selbst zu bewegen. Was kannst du loslassen? Was kannst du verändern? Überleg‘ dir ein paar Wege, wie du Veränderung möglich machen kannst. Schreib’s gerne wieder auf. Ein Beispiel kann folgender Satz sein, der ab sofort in deinem Leben einen Platz findet: „Ich werde mich nicht selbst runterziehen.“. Viel Spaß beim Reflektieren!

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Allgemein

Die beste Medizin für dein Leben

Wenn das Leben dir mal wieder in die Quere kommt und dich fordert, (neue) Entscheidungen zu treffen, wünschst du dir dann auch hin und wieder ein Rezept vom Doc, dass dir Heilung schenkt? Nun, zum Doc musst du dafür nicht. Dafür lade ich dich zum Weiterlesen ein. Denn heute bin ich es, die die Medizin für dein Leid im Gepäck hat. Die Empfehlung stammt nicht von mir, sondern von einem Menschen, der anonym geblieben ist. Das ist schade, denn ich hätte ihm gern persönlich gedankt. Und weißt du was? Ich kann dir sogar mehr als ein Medikament nennen. Und das Medikament wirkt auch präventiv. Bist du schon neugierig? Gut! Also pass auf: „Die sieben besten Medikamente: Sonnenschein, Wasser, innere Ruhe, frische Luft, Bewegung, Obst und Gemüse, Freude.“ So einfach, so gut. Ich wünsche mir, dass du sie dir verinnerlichst. Dein Kopf wird beim Sonnenschein schon abwinken und dir einreden, dass das Schwachsinn ist. Sonnenschein ist schließlich nicht immer verfügbar, schon gar nicht nachts. Gut, dass es dann noch sechs weitere Möglichkeiten an medizinischer Hilfe gibt. 

Ein Blick in meinen Medizinschrank

Nachdem ich das Zitat gelesen hatte, bin ich durch meinen imaginären Medizinschrank gegangen und habe innerlich Haken gesetzt. Sonnenschein war gerade nicht zu sehen. Bestellen kann ich ihn nicht wirklich, daher fülle ich lieber all meine Zellen mit ihm, sobald er zu sehen ist. Oder finde den Sonnenschein an einem anderen Ort. Wasser ist immer da. Und dafür bin ich sehr dankbar. Auch dafür, dass wir es in Deutschland direkt aus der Leitung trinken können. Wir müssen nicht weit reisen, wo dies nicht aktuell eher keine Empfehlung ist. Innere Ruhe geht in meiner Medikamentensammlung immer mal wieder aus. Dabei weiß ich um ihre Wirkung und genieße die Einnahme dieses Medikaments umso mehr. Reminder an mich selbst: Vorrat auffüllen. Frische Luft verbinde ich am besten mit Bewegung. Doppelte Wirkung, auch wenn man von der Einnahme mehrerer Medikamente auf einmal immer mal wieder abrät. Die Entscheidung, jeden Tag mindestens einmal das Haus zu verlassen, erfülle ich mir jeden Tag. Für das Auftanken mit frischer Luft. Für die Bewegung. Manchmal braucht es dafür einen Ansporn, hier und da steht noch eine Aufgabe dahinter. Aber ich bin jeden Mal stolz auf mich, wenn ich es „geschafft“ habe, mich gegen den inneren Schweinehund durchzusetzen. Und ja, es gibt auch Tage, da reicht die Bewegung lediglich von der Küche auf den Balkon. Ist auch Bewegung. Und frische Luft. Und außer Haus. Bestenfalls denke ich dann noch an das Glas Wasser in der Hand. Oder ein bisschen Obst und Gemüse. Im Schnippeln davon bin ich gut. Und es fängt schon morgens an, wenn die Frühstücksbox meines Kindes gepackt wird. Da fällt immer mal was ab für mich. Und ich lieb’s einfach. Roh. Gegart. Gebraten. Zermanscht. In der Regel immer ein Vorrat vorhanden. Wenn nicht, bewege ich mich nach draußen an die Luft. Wie sieht es nun mit Freude aus? Es gibt so Tage, an denen ich mehr davon brauche, jedoch habe ich mehr und mehr den Knoten raus, sie mir ebenfalls auf Vorrat anzulegen. Das ist gar nicht so schwer, habe ich festgestellt, und fängt bei den kleinen Dingen an, dir mir gut tun. Fun Fact: Nehme ich das Medikament Sonnenschein ein, brauche ich die Freude gar nicht erst aus dem Schrank holen. Sie kommt dann ganz von allein. Und schafft noch mehr Vorrat, wenn ich sie wahrnehme und somit ein bisschen mehr einsammele.

Hast du genug der besten Medizin zuhause?

Vielleicht hast du bislang nicht viel von Medikamenten gehalten. Vielleicht hast du bisher die Nebenwirkungen gescheut. Es mag sie auch hier geben. Zu lange in der Sonne gebadet – autsch, Gefahr von Sonnenbrand. Achtsam angewendet, entfaltet jedes einzelne dieser Medikamente die volle Heilkraft. Mal‘ dir mal aus, wie es wäre, wenn du alles auf einmal zu dir nimmst. Ich wünsche dir also, dass du immer genug davon in deinem Medizinschrank aufbewahrst. Und wer weiß, vielleicht ist sogar so viel da, dass du es mit anderen teilen magst. Andere, die die Medizin gerade mehr brauchen als du. In diesen Zeiten scheint mir das eine gute Idee zu sein. Schau‘ am besten gleich mal nach, was alles schon da ist und an welcher Stelle du mehr brauchst. Beim nächsten Mal, wenn du merkst, etwas Medizin könnte bei deinen Herausforderungen helfen, greif‘ das erste der sieben Medikamente, auf das dein Blick fällt. Für die schwierigeren Herausforderungen, die auch deinen Körper betreffen, scheue dich nicht, dir Rat und Unterstützung beim Doc zu holen.  

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Neue Wege gehen: Alles eine Frage von Geduld?

Die Natur macht es  – mal wieder – vor. Der Frühling zeigt sich immer mehr. Dort, wo vorher Schneeglöckchen ihre weißen Köpfchen in die Luft hielten, zeigt sich nun ein Farbenspiel an gelben Narzissen, roten und violetten Krokussen sowie blauen Hyazinthen. Zudem lassen die ersten frühlingswarmen Sonnenstrahlen den einen oder anderen Strauch und Baum grüner aufknospen. Herrlich, oder? Da ist Veränderung im Gange. Ganz natürlich. Und die Natur lässt sich ihre Zeit. Als wolle sie uns jedes Jahr um diese Zeit an diesen einen Satz erinnern, den auch du sicher kennst: Geduld ist eine Tugend. Mehr als einmal ist er mir in meinem Leben bereits begegnet. Und ich verwende ihn wahrlich gerne und oft. Auch um mir selbst immer wieder bewusst zu machen, dass sich Veränderung nicht von heute auf morgen einstellt. Manchmal sind wir jedoch so stolz auf uns, dass wir uns getraut haben, einen Schritt aus unserer vertrauten Welt hinaus ins Unbekannte zu gehen, dass wir quasi sofort Ergebnisse sehen möchten. Wenn diese dann ausbleiben, tendieren wir dazu, uns wieder in unser Schneckenhaus an Behaglichkeit und Komfort zurückzuziehen. Unser Gehirn verbindet damit Sicherheit. Doch liegt in der Sicherheit tatsächlich unser Glück? Hilft es uns nicht viel mehr, auch auf die Nase zu fallen, wieder aufzustehen und weiterzulaufen, auch wenn der neue Weg noch steiniger scheint? Ich bin fest davon überzeugt, dass hier genau das Potenzial liegt, das uns unsere Ziele erreichen lässt, uns Freude schenkt. Schließlich ist es der Weg, auf dem wir Erfahrungen machen. Erfahrungen, die eben auch positiv sind Und dazu braucht es manchmal mehrere Anläufe. Und Vertrauen. 

Geduld reicht Vertrauen die Hand – und umgekehrt

Sind wir auf neuen Wegen unterwegs, braucht es also Geduld UND Vertrauen. Vertrauen in uns, unseren Weg und unsere Entwicklung. Wie heißt es doch gleich? Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht. Veränderung findet so oder so statt. Ob wir nun den kurvigen oder den geraden Weg nehmen, allzu viele Sorgen müssen wir uns nicht machen. Alles eine Frage der Zeit. Früher oder später werden wir ohnehin aktiv, und zwar spätestens dann, wenn wir eine starke Sehnsucht nach Veränderung verspüren oder die äußeren Umstände uns gar keine andere Wahl lassen. Geduld zu haben, bedeutet also auch, darauf zu vertrauen, dass alles zum richtigen Zeitpunkt kommen wird. Bitte verwechsele hierbei nicht Geduld mit Passivität und stelle dich auf Ausruhen, Faulheit und Bequemlichkeit ein. Das sind Eigenschaften, die hin und wieder der Geduld hinterhergesagt werden. Geduld steht vielmehr mit positiven Eigenschaften wie Ausdauer, Disziplin, Zielstrebigkeit und Fleiß in Verbindung. Bin ich geduldig, warte ich eben nicht ab, sondern bleibe dran – entschlossen und beharrlich. Hier ist auch Vertrauen in uns selbst wichtig: Wenn du an dich glaubst, kannst du über dich hinauswachsen. Dein komfortables Schneckenhaus verlassen und mehr und mehr positive Erfahrungen machen, die alte Wege zuwachsen lassen und neue Wege begehbarer machen. 

Akzeptieren, was ist

Wir alle wollen, dass Wachstum und Entwicklung schneller passiert. Ergebnisse sich zeigen, kaum, dass wir einen neuen Weg eingeschlagen haben. Veränderungen sofort eintreten. Und ja, all das ist möglich – wenn die Zeit dafür reif ist und die eigene Entwicklung dies möglich macht. Oft sind jedoch noch ein paar Schritte zu gehen, die Veränderungen im eigenen Verhalten oder in der eigenen Haltung nach sich ziehen. Und genau hier braucht es dann Geduld und Vertrauen, auch wenn Rückschläge deinen Weg kreuzen. Hier hilft es dir, das zu akzeptieren, was sich gerade zeigt, loszulassen und wieder weiterzulaufen. Ein Geduldsspiel. Ganz im Vertrauen. 

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Umzingelt von Menschen in Opferhaltung? Anzeichen & Wege, damit umzugehen

Immer wieder begegnen uns Menschen, die unbewusst in der Opferrolle verharren und Ansprüche und Erwartungen an ihre Mitmenschen äußern, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass sie Beziehungen damit eher schwer als leicht und unbeschwert machen. Mir begegnen diese Menschen inzwischen nahezu täglich. Ich erkenne sie recht schnell, nicht zuletzt, weil ich selbst weiß, wie es sich anfühlt, es sich in der Opferhaltung gemütlich zu machen. Ja, ich habe diese Erfahrung auch gemacht. Ich als Opfer – das ist verdammt sicher und bequem. Es hat mir allerdings äußerst selten etwas mehr gebracht als Selbstschutz. Tatsächlich aber habe ich mich meiner Eigenverantwortung entzogen und die anderen mit meinem Verhalten bestraft. Andere Menschen oder Situationen für mein Leid verantwortlich zu machen, ist für mich inzwischen kein Weg mehr. Jedoch ist das Beschreiten dieses Weges für so viele Menschen weit verbreitet: Schuld sind die anderen. Schuld sind die Umstände. Nichts anderes als Ausreden. Die Gefahr ist recht hoch, selbst die Opferhaltung einzunehmen, wenn wir uns durch unser soziales Umfeld, andere Menschen oder auch Situationen negativ beeinflusst fühlen. Wir riskieren dann in Schockstarre zu verfallen, sodass jegliches aktives Handeln erschwert wird und wir uns damit aus der Verantwortung ziehen, um unseren eigenen Beitrag zu leisten. Aber müssen wir uns damit abfinden, wenn uns andere mit dieser Einstellung begegnen und ihre Themen zu unseren machen wollen? Nein!

Typus Opfer: nur ein Jammerlappen?

Im Laufe der Zeit habe ich im beruflichen wie auch persönlichen Umfeld vieles an Verhalten gesehen, was den Typus Opfer gut beschreiben lässt. Hieran kann auch du ihn erkennen:

  • jammert stets und ständig und weist jeglichen eigenen Anteil zurück
  • ist nicht bereits, seinen eigenen Beitrag zu leisten, sodass sich etwas ändern kann
  • fühlt sich bei Kritik schnell persönlich angegriffen
  • weiß weder um Eigenverantwortung noch um Selbstreflexion
  • manipuliert, um beim Gegenüber Schuldgefühle zu erzeugen
  • hat Angst vor Entscheidungen
  • ist permanent unzufrieden
  • erwartet, immer etwas zurückzubekommen (auch Dankbarkeit, Anerkennung)
  • stellt gern eigene Wünsche statt die anderer in den Vordergrund, um etwas zu bekommen
  • ist oft unsicher, weil wenig Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen vorhanden ist

Sich in die Opferhaltung zu begeben, ist immer eine Entscheidung, auch wenn sie unbewusst erfolgt. Menschen erhoffen sich dadurch Trost und Mitleid, was nichts anderes ist als Aufmerksamkeit. Tipps und Ratschläge wollen dann gar nicht erst gehört werden. Sich in solchen Momenten mit „Gleichgesinnten“ zu treffen, hilft vermeintlich mehr, als „den Stier bei den Hörnern zu packen“ und die persönliche Entscheidung zu treffen, das Thema anzugehen.

Abgrenzung hilft, sich selbst zu schützen

Auch wenn wir uns Menschen in Opferhaltung gegenüber sehen, so haben wir immer die Wahl: Wir können das Opferverhalten im Gegenüber ignorieren (und uns damit mehr Leichtigkeit ins Leben holen), uns erlauben, auf Distanz zu gehen oder auch ein Gespräch anzubieten. Wenn dein Gegenüber zum Dialog bereit ist, sei dir bewusst, dass es dafür einen angemessenen Rahmen braucht, der nicht aus negativen Gefühlen heraus entsteht. Mit Mitgefühl und Verständnis kannst du Prägungen aus der Vergangenheit nachgehen, denn das Fundament für das Einnehmen der Opferrolle wurde meist durch unangenehme Erfahrungen in der Kindheit gelegt. Begegne deinem Gegenüber immer vorwurfsfrei und zeige auf, ohne den belehrenden Zeigefinger zu heben, welches Potenzial darin liegt, die Opferhaltung abzulegen und das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Kleine aktive Schritte können motivieren, neue Erfahrungen zu machen, die die Opferrolle ablegen lassen. Unterstützung geht natürlich nur, wenn dein Gegenüber die Opferrolle auch loslassen will. Es gibt darüber hinaus auch Menschen, die sich in ihrem Rollenverhalten so schutzbedürftig fühlen, dass es weiterer Hilfe bedarf, um allein aus der Opferrolle herauszufinden.

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