Blog

Persönlichkeit

Wer bist du? Was macht dich aus?

Ich habe Pläne. Pläne, die es erforderlich machen, über mich selbst nachzudenken. Familie, Freunde wie Bekannte, die hier mitlesen, mögen die Augen verdrehen und/oder laut auflachen. Sie kennen mich nicht anders. Ich mache das gerne. Das hat auch einen entscheidenden Vorteil: Ich weiß, wer ich bin. Ich kenne meine Stärken und Talente, sodass ich hier selten etwas Neues entdecke. Wissen und Erfahrung baue ich fortwährend aus. Ich schreibe quasi meine Lebensgeschichte stetig weiter. Meine natürlichen Gaben und Talente helfen mir hierbei. In Zeiten, in denen es mal etwas anstrengend, unübersichtlich oder holprig ist, hilft ein Blick auf meine Lebensgeschichte.Sie zeigt mir, dass in all dem, was ich erlebe und erfahre, etwas steckt, an dem ich wachsen kann. Um neue Wege einzuschlagen. Neuland zu betreten. Den Zeh, den Fuß oder gleich das ganze Bein aus der Höhle namens Komfortzone herauszustrecken. Ich treffe immer wieder Menschen, die bislang nicht auf sich und ihre eigene Geschichte geschaut haben. Das ist auch in Ordnung, schließlich können damit Erinnerungen an Vergangenes geweckt werden. Und manchmal tut das dann eben weh. Wenn jedoch der Blick statt auf sich selbst eher auf die fällt, die vermeintlich mehr schaffen, attraktiver aussehen, mehr Geld auf dem Konto haben, kann das Folgen haben. Dann wird das eigene Unwohlsein genährt und führt statt auf neue Wege direkt ins Erstarren oder Weglaufen. All das hat Auswirkungen auf unser Umfeld, denn es spürt und sieht unsere Unzufriedenheit. Da denke ich also gern mal über mich selbst und meinen Weg nach, um Kraft zu sammeln oder neue Ideen für den weiteren Weg zu kreieren.

Deine Persönlichkeit, dein Leben

Wenn du in deine Persönlichkeit eintauchst, hast du mit Blick auf deine Stärken und Talente die Wahl, noch mehr aus deinem Leben zu machen. Der Blick auf dich und dein bisheriges Leben ist sehr spannend. Das Ganze hat sogar das Potenzial, ein wahrer Augenöffner zu sein. Hast du Lust darauf, dich selbst (noch besser) kennen zu lernen? Ich lade dich also auf ein Date mit dir selbst ein. Nimm dir ein wenig Zeit und ein bisschen Papier – und lass uns loslegen: 

  1. Welche natürlichen Gaben und Talente hast du? Wofür haben dich die Menschen in deiner Umgebung schon immer bewundert? Was machst du total gerne und vergisst darüber schon einmal die Zeit? Vielleicht bastelst du gerne, schreibst oder liest oft. Vielleicht liegt dir Kochen, Gärtnern oder Häkeln ganz besonders. Oder aber du kannst gut mit Kindern oder Tieren umgehen. Du erzählst vielleicht gern Geschichten oder reißt gute Witze. Geh‘ deinen Fähigkeiten auf die Spur, sie können so vielfältig sein. 
  2. Was sind deine natürlichen Stärken, deine persönlichen Kompetenzen? Stell‘ dir vor, du sitzt in einem Jobinterview und wirst danach gefragt. Was gibst du an? Was zeichnet dich aus? Ist es deine Hilfsbereitschaft oder deine Sorgfalt? Vielleicht bist du organisatorisch stark, besonders belastbar, kommunikativ. Oder aber du zählst Empathie, Engagement, Offenheit für Neues dazu. Hier gibt es viel zu entdecken.
  3. Über welches Wissen und welche Qualifikation verfügst du? Welche Kurse, Seminare, Fortbildungen etc. hast du besucht? Welches Wissen hast du dir selbst angeeignet? Gab es Bücher oder Zeitschriften zu bestimmten Themen, du du gelesen hast? Du wirst staunen, was du alles in deinem Leben schon „mitgenommen“ hast. Bücher über Persönlichkeitsentwicklung. Kochbücher mit ausgefallenen Rezepten. Eine Ausbildung, ein Studium, eine Weiterbildung. Kurse im Kochen, Stricken oder Töpfern. Mach‘ dir bewusst: es muss nicht für alles ein Zertifikat vorliegen. 
  4. Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben gemacht? Was gehört in deine Lebensgeschichte? Vielleicht hast du Trennungen und Liebeskummer überwunden. Eine Wohnung gekauft, auf Reisen neue Kulturen kennen gelernt. Eine Krankheit überstanden. Ein Buch geschrieben oder ein Vier-Gänge-Menü gekocht. Autofahren, Motorradfahren, Traktorfahren. Den richtigen Partner gefunden. Lass‘ alles kommen, was raus will – und sei stolz auf dich und deine Erfahrungen!

Der rote Faden in deiner Lebensgeschichte

Was hast du über dich erfahren? Hast du dir etwas zurück ins Bewusstsein gerufen, das du längst vergessen hattest? So ist es mir seinerzeit ergangen. Es war die pure Freude, etwas wiederzuentdecken, das zu mir gehört. Es ist deine Geschichte, und vielleicht verstehst du einmal mehr, warum  ein jeder von uns einzigartig ist. All das, was du aufgeschrieben hast, zeigt auf, wer du bist. Ein wahrer Schatz! Unter Umständen entdeckst du einen roten Faden, der es dir erlaubt, einen Blick in die Zukunft zu wagen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass hierbei die tollsten Ideen entstehen. Solltest du diese anschließend umsetzen, erweiterst du deine Lebensgeschichte um neue Erfahrungen, auf die du stolz sein kannst. Wahrlich ein Geschenk! 

Photo by KaLisa Veer on Unsplash

Allgemein

Öffne die Pforten deiner Wahrnehmung

Letzte Woche hatte ich etwas vollgepackt. Da waren verschiedene private und berufliche Termine. Ideen, die besprochen werden wollten. Entscheidungen und Herausforderungen, die angegangen werden wollten. Räder, die gewechselt werden mussten. Irgendwann kam ich an einem Spiegel vorbei und erwischte mich selbst beim Gedanken: „Boah, siehst du schrecklich aus!“ Kaum gedacht und wahrgenommen, musste ich schon lachen – und sagte Hallo zu meinem inneren Kritiker. Es ist einige Jahre her, da hätte dieser das Gedankenkarussell angeschubst und mich der Selbstverachtung ausgeliefert. Umso schöner also zu sehen, dass es auch anders geht, wenn ich mir meiner Gedanken gewahr werde. So wie vergangene Woche. Lachen hilft. Und über sich selbst sowieso. Mit dem Gedanken konnte ich so weiterlaufen, in die Ruhe und Fürsorglichkeit für mich selbst. Denn das war es, was ich brauchte. Und prompt fiel ein Termin aus. Das Leben meint es gut mit mir. 

Unsere Wahrheit, unsere Realität

So, wie wir uns selbst wahrnehmen, verläuft die Geschichte, die wir uns erzählen. Wir schaffen uns damit unsere Realität in dem Moment, wenn wir den Gedanken, so wie ich es vergangene Woche erfuhr, Glauben schenken. In meiner obigen Erfahrung gebe es zudem ein weiteres Bild, nämlich das von außen, hätte ich meinen Gedanken im Beisein anderer laut ausgesprochen. Andere hätten ihre jeweils eigene Wahrnehmung, ihre Realität, in Worte gepackt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Wort „schrecklich“ nicht enthielten… Du siehst, jeder Einzelne lebt seine eigene Wahrheit. Spannend wird es, wenn du in herausfordernden Situationen deine Wahrnehmung mit anderen teilst. Auch das ist mir letzte Woche in einem Dialog passiert. Und glaub‘ mir, die Wahrnehmungen hätten nicht weiter auseinander liegen können. Wie oft bilden wir uns ein Urteil über jemanden, der uns in irgendeiner Art und Weise triggert? Jemand, dessen Worte unser Unterbewusstsein und damit längst vergangene Erfahrungen ankratzt und uns eine Situation ganz anders wahrnehmen lässt, als sie tatsächlich ist. Darüber sprechen hilft, auch wenn das nicht immer leicht ist. Oftmals merken wir dabei am ehesten, wie kritisch wir uns selbst gegenüber sind.

Selbstbild vs. Fremdbild

Wie nimmst du dich selbst wahr? Ich bin davon überzeugt, dass wir uns selbst kritischer sehen als andere das tun. Es handelt sich dabei um eine Art Selbstschutz, damit wir in Sicherheit bleiben. Magst du es ausprobieren? Schreib‘ doch mal die drei positivsten Beobachtungen auf, die du von dir selbst hast. Wahrscheinlich fällt es dir leichter, als dich in Selbstkritik zu üben, daher nimm dir ein wenig Zeit. Überlege anschließend, wie diese Eigenschaften Licht und Positivität in dein Leben bringen. Nun nimm‘ dir die andere Seite vor und schreibe drei selbstkritische Beobachtungen über dich selbst auf. Vielleicht hast du dich über diese Beobachtungen schon mit anderen ausgetauscht. Daher denke nun an einen dir bekannten Menschen, der all die negativen Punkte so gar nicht an dir sieht. Warum glaubst du, dass deine negative Wahrnehmung richtig ist und die positive Wahrnehmung der anderen Person falsch? Hier hilft es erneut, alles aufzuschreiben. Ich bin gespannt, was du für Antworten findest. Allein dieser Prozess kann schon augenöffnend sein. Wenn du nun beide Listen deiner Wahrnehmungen nebeneinander legst, liegt darin die Einladung verborgen, dich von deiner negativen zu deiner positiven Wahrnehmung über dich selbst zu bewegen. Was kannst du loslassen? Was kannst du verändern? Überleg‘ dir ein paar Wege, wie du Veränderung möglich machen kannst. Schreib’s gerne wieder auf. Ein Beispiel kann folgender Satz sein, der ab sofort in deinem Leben einen Platz findet: „Ich werde mich nicht selbst runterziehen.“. Viel Spaß beim Reflektieren!

Photo by Anika Huizinga on Unsplash

Allgemein

Die beste Medizin für dein Leben

Wenn das Leben dir mal wieder in die Quere kommt und dich fordert, (neue) Entscheidungen zu treffen, wünschst du dir dann auch hin und wieder ein Rezept vom Doc, dass dir Heilung schenkt? Nun, zum Doc musst du dafür nicht. Dafür lade ich dich zum Weiterlesen ein. Denn heute bin ich es, die die Medizin für dein Leid im Gepäck hat. Die Empfehlung stammt nicht von mir, sondern von einem Menschen, der anonym geblieben ist. Das ist schade, denn ich hätte ihm gern persönlich gedankt. Und weißt du was? Ich kann dir sogar mehr als ein Medikament nennen. Und das Medikament wirkt auch präventiv. Bist du schon neugierig? Gut! Also pass auf: „Die sieben besten Medikamente: Sonnenschein, Wasser, innere Ruhe, frische Luft, Bewegung, Obst und Gemüse, Freude.“ So einfach, so gut. Ich wünsche mir, dass du sie dir verinnerlichst. Dein Kopf wird beim Sonnenschein schon abwinken und dir einreden, dass das Schwachsinn ist. Sonnenschein ist schließlich nicht immer verfügbar, schon gar nicht nachts. Gut, dass es dann noch sechs weitere Möglichkeiten an medizinischer Hilfe gibt. 

Ein Blick in meinen Medizinschrank

Nachdem ich das Zitat gelesen hatte, bin ich durch meinen imaginären Medizinschrank gegangen und habe innerlich Haken gesetzt. Sonnenschein war gerade nicht zu sehen. Bestellen kann ich ihn nicht wirklich, daher fülle ich lieber all meine Zellen mit ihm, sobald er zu sehen ist. Oder finde den Sonnenschein an einem anderen Ort. Wasser ist immer da. Und dafür bin ich sehr dankbar. Auch dafür, dass wir es in Deutschland direkt aus der Leitung trinken können. Wir müssen nicht weit reisen, wo dies nicht aktuell eher keine Empfehlung ist. Innere Ruhe geht in meiner Medikamentensammlung immer mal wieder aus. Dabei weiß ich um ihre Wirkung und genieße die Einnahme dieses Medikaments umso mehr. Reminder an mich selbst: Vorrat auffüllen. Frische Luft verbinde ich am besten mit Bewegung. Doppelte Wirkung, auch wenn man von der Einnahme mehrerer Medikamente auf einmal immer mal wieder abrät. Die Entscheidung, jeden Tag mindestens einmal das Haus zu verlassen, erfülle ich mir jeden Tag. Für das Auftanken mit frischer Luft. Für die Bewegung. Manchmal braucht es dafür einen Ansporn, hier und da steht noch eine Aufgabe dahinter. Aber ich bin jeden Mal stolz auf mich, wenn ich es „geschafft“ habe, mich gegen den inneren Schweinehund durchzusetzen. Und ja, es gibt auch Tage, da reicht die Bewegung lediglich von der Küche auf den Balkon. Ist auch Bewegung. Und frische Luft. Und außer Haus. Bestenfalls denke ich dann noch an das Glas Wasser in der Hand. Oder ein bisschen Obst und Gemüse. Im Schnippeln davon bin ich gut. Und es fängt schon morgens an, wenn die Frühstücksbox meines Kindes gepackt wird. Da fällt immer mal was ab für mich. Und ich lieb’s einfach. Roh. Gegart. Gebraten. Zermanscht. In der Regel immer ein Vorrat vorhanden. Wenn nicht, bewege ich mich nach draußen an die Luft. Wie sieht es nun mit Freude aus? Es gibt so Tage, an denen ich mehr davon brauche, jedoch habe ich mehr und mehr den Knoten raus, sie mir ebenfalls auf Vorrat anzulegen. Das ist gar nicht so schwer, habe ich festgestellt, und fängt bei den kleinen Dingen an, dir mir gut tun. Fun Fact: Nehme ich das Medikament Sonnenschein ein, brauche ich die Freude gar nicht erst aus dem Schrank holen. Sie kommt dann ganz von allein. Und schafft noch mehr Vorrat, wenn ich sie wahrnehme und somit ein bisschen mehr einsammele.

Hast du genug der besten Medizin zuhause?

Vielleicht hast du bislang nicht viel von Medikamenten gehalten. Vielleicht hast du bisher die Nebenwirkungen gescheut. Es mag sie auch hier geben. Zu lange in der Sonne gebadet – autsch, Gefahr von Sonnenbrand. Achtsam angewendet, entfaltet jedes einzelne dieser Medikamente die volle Heilkraft. Mal‘ dir mal aus, wie es wäre, wenn du alles auf einmal zu dir nimmst. Ich wünsche dir also, dass du immer genug davon in deinem Medizinschrank aufbewahrst. Und wer weiß, vielleicht ist sogar so viel da, dass du es mit anderen teilen magst. Andere, die die Medizin gerade mehr brauchen als du. In diesen Zeiten scheint mir das eine gute Idee zu sein. Schau‘ am besten gleich mal nach, was alles schon da ist und an welcher Stelle du mehr brauchst. Beim nächsten Mal, wenn du merkst, etwas Medizin könnte bei deinen Herausforderungen helfen, greif‘ das erste der sieben Medikamente, auf das dein Blick fällt. Für die schwierigeren Herausforderungen, die auch deinen Körper betreffen, scheue dich nicht, dir Rat und Unterstützung beim Doc zu holen.  

Photo by Hal Gatewood on Unsplash

Allgemein

Neue Wege gehen: Alles eine Frage von Geduld?

Die Natur macht es  – mal wieder – vor. Der Frühling zeigt sich immer mehr. Dort, wo vorher Schneeglöckchen ihre weißen Köpfchen in die Luft hielten, zeigt sich nun ein Farbenspiel an gelben Narzissen, roten und violetten Krokussen sowie blauen Hyazinthen. Zudem lassen die ersten frühlingswarmen Sonnenstrahlen den einen oder anderen Strauch und Baum grüner aufknospen. Herrlich, oder? Da ist Veränderung im Gange. Ganz natürlich. Und die Natur lässt sich ihre Zeit. Als wolle sie uns jedes Jahr um diese Zeit an diesen einen Satz erinnern, den auch du sicher kennst: Geduld ist eine Tugend. Mehr als einmal ist er mir in meinem Leben bereits begegnet. Und ich verwende ihn wahrlich gerne und oft. Auch um mir selbst immer wieder bewusst zu machen, dass sich Veränderung nicht von heute auf morgen einstellt. Manchmal sind wir jedoch so stolz auf uns, dass wir uns getraut haben, einen Schritt aus unserer vertrauten Welt hinaus ins Unbekannte zu gehen, dass wir quasi sofort Ergebnisse sehen möchten. Wenn diese dann ausbleiben, tendieren wir dazu, uns wieder in unser Schneckenhaus an Behaglichkeit und Komfort zurückzuziehen. Unser Gehirn verbindet damit Sicherheit. Doch liegt in der Sicherheit tatsächlich unser Glück? Hilft es uns nicht viel mehr, auch auf die Nase zu fallen, wieder aufzustehen und weiterzulaufen, auch wenn der neue Weg noch steiniger scheint? Ich bin fest davon überzeugt, dass hier genau das Potenzial liegt, das uns unsere Ziele erreichen lässt, uns Freude schenkt. Schließlich ist es der Weg, auf dem wir Erfahrungen machen. Erfahrungen, die eben auch positiv sind Und dazu braucht es manchmal mehrere Anläufe. Und Vertrauen. 

Geduld reicht Vertrauen die Hand – und umgekehrt

Sind wir auf neuen Wegen unterwegs, braucht es also Geduld UND Vertrauen. Vertrauen in uns, unseren Weg und unsere Entwicklung. Wie heißt es doch gleich? Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht. Veränderung findet so oder so statt. Ob wir nun den kurvigen oder den geraden Weg nehmen, allzu viele Sorgen müssen wir uns nicht machen. Alles eine Frage der Zeit. Früher oder später werden wir ohnehin aktiv, und zwar spätestens dann, wenn wir eine starke Sehnsucht nach Veränderung verspüren oder die äußeren Umstände uns gar keine andere Wahl lassen. Geduld zu haben, bedeutet also auch, darauf zu vertrauen, dass alles zum richtigen Zeitpunkt kommen wird. Bitte verwechsele hierbei nicht Geduld mit Passivität und stelle dich auf Ausruhen, Faulheit und Bequemlichkeit ein. Das sind Eigenschaften, die hin und wieder der Geduld hinterhergesagt werden. Geduld steht vielmehr mit positiven Eigenschaften wie Ausdauer, Disziplin, Zielstrebigkeit und Fleiß in Verbindung. Bin ich geduldig, warte ich eben nicht ab, sondern bleibe dran – entschlossen und beharrlich. Hier ist auch Vertrauen in uns selbst wichtig: Wenn du an dich glaubst, kannst du über dich hinauswachsen. Dein komfortables Schneckenhaus verlassen und mehr und mehr positive Erfahrungen machen, die alte Wege zuwachsen lassen und neue Wege begehbarer machen. 

Akzeptieren, was ist

Wir alle wollen, dass Wachstum und Entwicklung schneller passiert. Ergebnisse sich zeigen, kaum, dass wir einen neuen Weg eingeschlagen haben. Veränderungen sofort eintreten. Und ja, all das ist möglich – wenn die Zeit dafür reif ist und die eigene Entwicklung dies möglich macht. Oft sind jedoch noch ein paar Schritte zu gehen, die Veränderungen im eigenen Verhalten oder in der eigenen Haltung nach sich ziehen. Und genau hier braucht es dann Geduld und Vertrauen, auch wenn Rückschläge deinen Weg kreuzen. Hier hilft es dir, das zu akzeptieren, was sich gerade zeigt, loszulassen und wieder weiterzulaufen. Ein Geduldsspiel. Ganz im Vertrauen. 

Photo by M W auf Pixabay 

Allgemein

Umzingelt von Menschen in Opferhaltung? Anzeichen & Wege, damit umzugehen

Immer wieder begegnen uns Menschen, die unbewusst in der Opferrolle verharren und Ansprüche und Erwartungen an ihre Mitmenschen äußern, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass sie Beziehungen damit eher schwer als leicht und unbeschwert machen. Mir begegnen diese Menschen inzwischen nahezu täglich. Ich erkenne sie recht schnell, nicht zuletzt, weil ich selbst weiß, wie es sich anfühlt, es sich in der Opferhaltung gemütlich zu machen. Ja, ich habe diese Erfahrung auch gemacht. Ich als Opfer – das ist verdammt sicher und bequem. Es hat mir allerdings äußerst selten etwas mehr gebracht als Selbstschutz. Tatsächlich aber habe ich mich meiner Eigenverantwortung entzogen und die anderen mit meinem Verhalten bestraft. Andere Menschen oder Situationen für mein Leid verantwortlich zu machen, ist für mich inzwischen kein Weg mehr. Jedoch ist das Beschreiten dieses Weges für so viele Menschen weit verbreitet: Schuld sind die anderen. Schuld sind die Umstände. Nichts anderes als Ausreden. Die Gefahr ist recht hoch, selbst die Opferhaltung einzunehmen, wenn wir uns durch unser soziales Umfeld, andere Menschen oder auch Situationen negativ beeinflusst fühlen. Wir riskieren dann in Schockstarre zu verfallen, sodass jegliches aktives Handeln erschwert wird und wir uns damit aus der Verantwortung ziehen, um unseren eigenen Beitrag zu leisten. Aber müssen wir uns damit abfinden, wenn uns andere mit dieser Einstellung begegnen und ihre Themen zu unseren machen wollen? Nein!

Typus Opfer: nur ein Jammerlappen?

Im Laufe der Zeit habe ich im beruflichen wie auch persönlichen Umfeld vieles an Verhalten gesehen, was den Typus Opfer gut beschreiben lässt. Hieran kann auch du ihn erkennen:

  • jammert stets und ständig und weist jeglichen eigenen Anteil zurück
  • ist nicht bereits, seinen eigenen Beitrag zu leisten, sodass sich etwas ändern kann
  • fühlt sich bei Kritik schnell persönlich angegriffen
  • weiß weder um Eigenverantwortung noch um Selbstreflexion
  • manipuliert, um beim Gegenüber Schuldgefühle zu erzeugen
  • hat Angst vor Entscheidungen
  • ist permanent unzufrieden
  • erwartet, immer etwas zurückzubekommen (auch Dankbarkeit, Anerkennung)
  • stellt gern eigene Wünsche statt die anderer in den Vordergrund, um etwas zu bekommen
  • ist oft unsicher, weil wenig Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen vorhanden ist

Sich in die Opferhaltung zu begeben, ist immer eine Entscheidung, auch wenn sie unbewusst erfolgt. Menschen erhoffen sich dadurch Trost und Mitleid, was nichts anderes ist als Aufmerksamkeit. Tipps und Ratschläge wollen dann gar nicht erst gehört werden. Sich in solchen Momenten mit „Gleichgesinnten“ zu treffen, hilft vermeintlich mehr, als „den Stier bei den Hörnern zu packen“ und die persönliche Entscheidung zu treffen, das Thema anzugehen.

Abgrenzung hilft, sich selbst zu schützen

Auch wenn wir uns Menschen in Opferhaltung gegenüber sehen, so haben wir immer die Wahl: Wir können das Opferverhalten im Gegenüber ignorieren (und uns damit mehr Leichtigkeit ins Leben holen), uns erlauben, auf Distanz zu gehen oder auch ein Gespräch anzubieten. Wenn dein Gegenüber zum Dialog bereit ist, sei dir bewusst, dass es dafür einen angemessenen Rahmen braucht, der nicht aus negativen Gefühlen heraus entsteht. Mit Mitgefühl und Verständnis kannst du Prägungen aus der Vergangenheit nachgehen, denn das Fundament für das Einnehmen der Opferrolle wurde meist durch unangenehme Erfahrungen in der Kindheit gelegt. Begegne deinem Gegenüber immer vorwurfsfrei und zeige auf, ohne den belehrenden Zeigefinger zu heben, welches Potenzial darin liegt, die Opferhaltung abzulegen und das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Kleine aktive Schritte können motivieren, neue Erfahrungen zu machen, die die Opferrolle ablegen lassen. Unterstützung geht natürlich nur, wenn dein Gegenüber die Opferrolle auch loslassen will. Es gibt darüber hinaus auch Menschen, die sich in ihrem Rollenverhalten so schutzbedürftig fühlen, dass es weiterer Hilfe bedarf, um allein aus der Opferrolle herauszufinden.

Photo by Ben White on Unsplash

 

Persönlichkeit

Wachstumsschmerzen: Wenn dir Veränderung weh tut

Veränderung ist nicht einfach. Sie ist unbequem. Sie stichelt, brennt und lässt auch mal die Tränen fließen. Das habe ich letzte Woche gespürt. Eine neue Situation hat mich in Wunden blicken lassen, auf die ich offenbar lediglich ein Pflaster geklebt hatte. Alte Glaubenssätze ploppten hoch und hielten mich fest umschlungen. Puh! Die Drama Queen hat ihr Gesicht gezeigt. Und ganz gleich, was ich in den letzten Jahren gelernt habe; es war wie weggefegt. Einmal von innen leergeräumt. Meine Ablenkungsmanöver funktionierten nur bedingt. Ich war mächtig aufgewühlt. Neue Wege taten sich auf, die mich verunsicherten und mir meine eigenen Unzulänglichkeiten spiegelten. „Einfach mal machen“ bekam eine andere Bedeutung, und ich entdeckte den einen oder anderen Widerstand in mir. Die Situation einfach anzunehmen, fühlte sich fürchterlich an. Irgendwie ausgeliefert. Doch je mehr ich mich wehrte, umso mehr blockierte ich mich selbst. Ich merkte, da kommt Veränderung auf mich zu, die ich so nicht eingefordert hatte.

Veränderung ist Muskeltraining

Wenn du dich verändern möchtest, braucht es Training. Letztlich ist Veränderung nichts anderes als ein Muskel, der trainiert werden muss. Erinnerst du dich, wie du gelernt hast, Rad zu fahren? Gab es Stützräder an deinem Rad? Hielt dich anfangs jemand am Gepäckträger fest? Bist du schließlich ohne Unterstützung gefahren und das erste Mal bergabwärts gestürzt? Egal, wie viele Schrammen und blaue Flecken du dir geholt hast, heute fährst du lange Radtouren, weißt um die Bedienung von Bremsen, Gangschaltung und Licht. Du bist in der Übung geblieben. Du bist sicher geworden. Dein Muskel gestärkt. Um nichts anderes geht es bei Veränderung. Und Veränderung passiert immer in unserem Leben. Manchmal wollen wir sie und laden sie bewusst in unser Leben ein. Und manchmal braucht sie auch keine Einladung und geschieht einfach so wie mir vergangene Woche. Schrammen jedoch sind fast immer dabei, denn es geht um das Loslassen von Vertrautem. Etwas, das uns vorher vielleicht mal lieb war. Aber deshalb Veränderung vermeiden? Irgendwann kann der Leidensdruck ohnehin so groß sein, dass wir gar nicht mehr anders können, als in die Veränderung zu gehen. Und manchmal sind wir auch einfach reif dafür, den nächsten Schritt in unserer Entwicklung zu gehen. Ich habe meine Veränderung ganz sicher nicht umarmt, jedoch die Arme ein wenig mehr geöffnet – und damit mich, um zu lernen, wie ich dieser Situation am besten begegnen kann.

Lerne, mit Wachstumsschmerzen umzugehen

Schon sehr früh in unserem Leben sind wir mit Veränderung konfrontiert. Ich denke, es gibt kaum eine Phase, in der wir so viel gelernt haben, als als Kinder. Körperlich kamen diese Veränderungen ganz von allein. Wir sind ihnen wohlwollend entgegengetreten. Trinken, Essen, Stehen, Laufen, Sprechen… Wie gewaltig waren diese Wachstumsschritte! Schmerzen gab es auch hier: Beim Laufen lernen sind wir sicher nicht nur einmal hingefallen, und dennoch sind wir immer wieder aufgestanden. Irgendwann ist aus dem Üben reine Routine geworden. Ohne darüber zu viel nachzudenken, haben wir darauf vertraut, dass auch wir irgendwann laufen können wie die Großen. Wir hatten dabei unendlich viel Geduld. Und diese kam uns irgendwann mehr und mehr abhanden, wenn wir der äußeren Welt mehr Beachtung geschenkt haben als uns selbst. Vertrauen hat sich in Misstrauen gewandelt, und somit haben wir es uns versagt, weiter zu wachsen und den Wachstumsschmerzen offen zu begegnen. Dabei gibt es einige Wege, mit diesen Schmerzen umzugehen. Nachfolgend verrate ich dir, was mir bislang gut geholfen hat:

  • Halte den Schmerz aus: Schmerz zu vermeiden, hilft nicht. Mach‘ ihn dir eher zum Partner der Veränderung. Verdrängung ist seit jeher keine gute Strategie, der Schmerz kommt wieder. Es ist nur eine Frage der Zeit. Sinnvoller ist es daher, den Schmerz anzunehmen und dir deiner Gefühle, Gedanken und Unsicherheiten bewusst zu werden, sodass sie an Macht verlieren. 
  • Teile deinen Schmerz mit anderen: Sprich‘ mit dir nahestehenden Menschen über deinen Schmerz und was dir auf der Seele liegt. Eine starke Verbundenheit ist dann vorhanden, wenn deine Freunde auch in schwierigeren Zeiten an deiner Seite sind statt sich umzudrehen. Akzeptiere, sollte genau das passieren, und sei erfinderisch: Schreiben, Tanzen, Schreien können auch befreiend sein. Vielleicht tun sich auch neue Freundschaften auf oder lose Bekannte werden zu echten Freunden. Alles ist möglich. 
  • Wechsele die Perspektive: Wenn du mir schon länger folgst, kennst du diesen Tipp bereits. In ihm liegen so viele Chancen. Es hilft immer, sich aus der Negativität auf das Positive zu fokussieren. Welcher Nutzen liegt auf der Veränderung? Wozu ist der Schmerz dienlich? Schreib‘ es dir auf, damit du in leidvolleren Momenten Trost finden kannst. 
  • Atme: Wachstumsschmerzen bedeuten Stress, und unter Stress atmest du flach und kurz. Stimmung und Atmung sind eins, daher atme tief und bewusst, damit nicht noch mehr Schmerz entsteht. So bleibst du in deiner Kraft und Kreativität, mit der Veränderung umzugehen.
  • Lass sich von deiner Vision leiten: Richte das Pendel auch in dunklen Momenten immer wieder auf deine Träume aus. Folge ihnen, auch wenn du gerade das Tal der Tränen durchläufst. Hab‘ den Mut, groß und verrückt zu träumen und sei offen für das Leben, das gerade dann für Überraschungen sorgt. 

Da draußen gibt es sicher Menschen, die scheinbar leichtfüßig und voller Begeisterung in die Veränderung gehen. Vielleicht gelingt es ihnen auch nur ganz gut, ihren Schmerz vor anderen nicht zu zeigen. Oder sie haben schon hinreichend Wachstumsschmerzen erlebt und wissen damit umzugehen, um mehr in der Leichtigkeit zu bleiben. Auch Menschen, die sich mit persönlicher Entwicklung beschäftigen, kennen dunkle Tage. Ich weiß inzwischen, dass Wachstumsschmerzen dazugehören und übe mich darin, Veränderungen bewusst herbeizuführen. Bisher habe ich daraus immer gelernt, und das gibt mir die Kraft, aktiv dabeizubleiben und so mein Leben zu gestalten. 

Photo by Rachel Coyne on Unsplash

Persönlichkeit

So machst du Schluss mit negativen Glaubenssätzen

Du und ich, wir haben etwas gemeinsam. Glaubenssätze. Innere Überzeugungen, die unsere Einstellung zu uns und anderen, unser Verhalten und auch unsere Entscheidungen beeinflussen. Und mit uns beiden leben da draußen derzeit etwa 7,8 Milliarden Menschen auf der Welt, die ihre eigenen Annahmen über sich selbst mit sich herumtragen und damit unbewusst die Qualität ihres Lebens sabotieren. Zumindest, so lange diese Annahmen negativ geprägt sind. Und zumindest so lange, wie sie sie für die Wahrheit halten. Zwei Glaubenssätze, die sich in mir hin und wieder auftun, sind: „Ich bin nicht gut genug.“ und „Ich bin nicht wichtig.“ Oft bemerke ich das heute, wenn mir ein Gedanke bewusst wird, der mit „Ich muss…“ oder „Er soll…“ oder auch „Die dürfen doch nicht…“ beginnt. Wenn du anderen Menschen zuhörst, wird dir auffallen, dass diese ganz ähnlich ticken, reden und handeln. Immer auf der Grundlage ihrer Glaubenssätze. Immer auf der Grundlage ihrer eigenen Wahrheit. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und vor allem, wie werden wir sie wieder los?

So entstehen Glaubenssätze

Glaubenssätze stecken ganz tief in uns. Sie haben einen Anker an Annahmen in uns geworfen, wie wie uns und die Welt sehen. Wir kommen noch ohne sie auf diese Erde, denn als Baby haben wir noch keine inneren Überzeugungen in uns verankert. Sie entstehen durch unsere Erfahrungen zuallererst im Elternhaus. Wenn wir hier als Kind viel Liebe und Fürsorge erfahren, nehmen wir uns als liebenswert und wichtig wahr. Im weiteren Verlauf machen wir neue Erfahrungen mit Geschwistern, Großeltern, Kita, Schule, Freunde, eben unserem jeweiligen sozialen Umfeld. Es heißt, wir seien der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen wir am meisten Zeit verbringen. Wenn wir hier Botschaften empfangen, dass mit uns etwas nicht in Ordnung sei, halten wir dies für wahr. Letztlich erzählen wir uns somit immer wieder eine Geschichte. Und je öfter wir uns diese Geschichte erzählen, umso mehr beeinflusst uns das, wie wir uns fühlen. Und umso mehr gräbt sie sich im Unterbewusstsein ein, und das will immer wieder Bestätigung. Somit ziehen wir immer wieder Situationen oder Menschen in unser Leben, die unsere Geschichte bestätigen. Wenn du beispielsweise der festen Überzeugung bist, dass du nicht gut genug bist, kann es passieren, dass die nächste Beförderung oder Gehaltserhöhung an dir vorbeigeht. Oder der Typ, mit dem du gerne ein zweites Date verbringen möchtest, dich plötzlich ignoriert. Dann kommen schnell Gedanken auf wie „Immer passiert das mir.“ oder „Die anderen sind einfach besser als ich.“. Unsere Geschichten werden also durch immer wieder neue Erfahrungen zu unserer Realität, jedoch gibt es einen Schlüssel zum Glück: Diese Realität ist nicht in Stein gemeißelt und kann geändert werden. Wie?

Weg mit Glaubenssätzen, die dir das Leben schwer machen

Jeder einzelne deiner Glaubenssätze ist ein Resultat deiner Erfahrungen, Denkgewohnheiten und deines Umfelds. Du kannst damit jeden dieser Glaubenssätze verändern oder auflösen. Dafür musst du sie zunächst einmal erkennen. Dich ihrer bewusst machen. Mein Tipp für dich: Mach’s sie dir bewusst in schwierigeren Zeiten. Wenn es mal wieder kracht in deinem Leben, du unzufrieden bist, dann sind da negative Gedanken im Spiel. Was denkst und glaubst du dann? Höre dir auch gerne mal selbst zu, wenn du mit anderen sprichst. Klopfst du gerne mal einen Spruch wie „Von nichts kommt nichts!“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“? Wenn du deine Glaubenssätze entlarvt hast, dann frag‘ dich: Ist das wirklich so? Wie wäre dein Leben ohne diesen Glaubenssatz? Schau‘ sie dir noch einmal an und vielleicht denkst du bereits an der einen oder anderen Stelle, was für einen Unsinn du in deinen Gedanken aufgetan hast. Das ist dann die einfachste Auflösung. Bei den fester sitzenden Glaubenssätzen darfst du dich auch gerne fragen, woher sie kommen. Vielleicht fällt dir direkt eine Situation aus deiner Kindheit ein? Eine Auseinandersetzung mit der besten Freundin? Das Motzen eines Lehrers? Gib den Glaubenssatz dorthin zurück, wo er herkommt. Einige verwenden gedanklich hierfür ein bisschen Glitzer, um es leichter, unbeschwerter zu machen. Wichtig ist zu erkennen, dass die Wahrheiten anderer nicht zu dir gehören. Du bist die einzige Person, die weiß, wer sie in Wahrheit ist. Entscheide dich dafür, genau diese Person zu sein! Und drehe den Glaubenssatz ins Positive um, wobei mir anfänglich noch ein Übergangssatz geholfen hat. So wird aus „Ich schaffe das nicht.“ zunächst „Ich schaffe das noch nicht.“ oder „Ich glaube in diesem Moment, dass ich das nicht schaffe.“ und schließlich „Ich schaffe das.“ Auch hier liegt der Erfolg wieder im Prozess des Ausprobierens. Wenn du also das nächste Mal in einem negativen Glaubenssatz gefangen bist, formuliere ihn ein wenig um. Und denk‘ immer daran, dass es ein momentaner Zustand ist und nicht immer so sein wird. Hilfreich ist das übrigens auch, wenn sich dein innerer Kritiker mit dir anlegt. Du hast es in der Hand. Traue dich, auch neue Erfahrungen zu machen. Neue Erfahrungen werden neue Glaubenssätze schaffen, die die negativen Glaubenssätze verändern bzw. sich durch positive Glaubenssätze ersetzen lassen. Daher steh‘ für dich selbst ein und übe ein wenig. Aus der Übung wird Routine, die Vertrauen schafft, und so kommt es zur Veränderung, die einen dauerhaften Wandel nach sich zieht.

Photo by Til Jentzsch on Unsplash

Allgemein

So hilft dir Selbstreflexion, dein Leben zu gestalten

Ich bin ein Kopfmensch, und darauf bin ich stolz. Mein Kopf hat mich schon viele Entscheidungen treffen lassen, die gut für mich waren. So hat mich meine „Denkmaschine“ beispielsweise davor bewahrt, mich beispielsweise auf unnötige (Frust-) Käufe, Energie saugende Jobs oder unpassende Partner einzulassen. Das Gegenteil habe ich natürlich auch erlebt. Aber irgendwie war – meist im Nachhinein – auch in weniger guten Entscheidungen etwas Positives zu finden. Gefühle waren bei allen Entscheidungen mit im Spiel. Sicherlich habe ich sie nicht immer bewusst wahrgenommen. Ich weiß – hallo „Denkmaschine“ -, dass sie da waren. Ich neige nämlich dazu, meine Entscheidungen und deren Auswirkungen zu analysieren. Mal mehr, mal weniger. Mal vorher, mal nachher. Doch so viel kann ich sagen: Reflexion ist immer dabei. Stimmen im Außen habe ich immer wieder gehört: „Du bist zu selbstkritisch.“, „Du denkst zu viel.“, „So viel Denken tut doch gar nicht gut.“. Ehrlich? Ich bin froh, diese Fähigkeit zur Selbstreflexion zu haben. Schließlich ist sie es, die mich im Leben immer wieder weiterbringt. Sie hat mich lernen lassen, wer ich bin und was ich will. Und daher bin ich ihr sehr dankbar.

Wachse durch Selbstreflexion

Für mich geht es genau darum im Leben: sich immer mal wieder zu hinterfragen, um seine persönlichen Ziele zu erreichen – und ins Handeln zu kommen. Schau‘ mal, wie Wikipedia Selbstreflexion definiert:

Selbstreflexion bezeichnet die Tätigkeit, über sich selbst nachzudenken. Das bedeutet, sein Denken, Fühlen und Handeln zu analysieren und zu hinterfragen mit dem Ziel, mehr über sich selbst herauszufinden.

Wenn du also nicht weißt, wer du bist, was deine Absichten, deine Stärken und Schwächen sind, wie weißt du dann, wie du dich und damit dein Leben verändern kann? Ich denke sogar noch einen Schritt weiter: Wenn du dich nicht veränderst, wie soll sich dann dein Umfeld – die kleine wie große Welt um dich herum – verändern? Denn für mich ist klar, dass, wenn ich mich selbst verändere, kann das auch mein Umfeld verändern. Veränderung ist hierbei nicht negativ besetzt, denn für den Menschen, der Gewohnheit mag, hat sie zunächst etwas Bedrohliches. In uns steckt die Sehnsucht nach Sicherheit und Beständigkeit. Allerdings begegnen wir insbesondere in den letzten zwei Jahren so viel Veränderung im Außen, sodass sich die Anforderungen an uns stetig wandeln. Wir befinden uns damit in einem fortwährenden Prozess des Lernens. Mal fällt es uns leicht, mal fällt es uns schwer, die Veränderungen und den eigenen Bedarf an Wandel überhaupt erst einmal zu erkennen, um anschließend in die Umsetzung zu gehen. Offenheit und Neugier sind wichtige Werte dabei, die ich immer wieder lebe. Aber auch Veränderungsbereitschaft zählt dazu, und nein, sie zählt nicht gerade zu meinen Stärken. Ich bin ja auch nur ein Mensch, dass sich an Gewohnheit klammert. Und genau dann hilft mir Selbstreflexion. Und ich mache das selten mit mir allein aus. Im Job tausche ich mich dazu mit Kolleg:innen aus, zuhause mit der Familie und mit Freund:innen. Ergänzend ziehe ich meinen Input auch aus Beobachtungen im Handeln der anderen sowie in deren Umgang mit mir. Solange ich hier konstruktives Feedback erhalte, habe ich die Möglichkeit, meine Reflexion zu vertiefen und damit meine Veränderungsbereitschaft zu erhöhen.

Frag‘ dich selbst einmal…

Es geht mir um mein eigenes Wachstum und und damit um einen leichteren Alltag mit der Möglichkeit, aus meinen Fehlern zu lernen oder auch auf meine Ziele im Leben hinzuarbeiten. Gelernt habe ich dadurch auch, wie ich besser mit Konflikten umgehe oder auch schnellere Entscheidungen zu treffen. Meinen inneren „Autopiloten“ kann ich damit schneller ausschalten, wenn ich weiß, was mich antreibt (oder auf die Palme bringt). Vielleicht helfen auch dir folgende Fragen, die du dir stellen kannst, um Veränderung anzuschieben:

  • Wo stehst du gerade und wo möchtest du hin?
  • Was ist dir wirklich wichtig?
  • Was steht Neues an?
  • Was fehlt dir im Leben und warum sorgst du nicht dafür, dass du es bekommst?
  • Was kannst du gut, was eher nicht?
  • Wer oder was kann dir helfen, die Veränderung umzusetzen?

Wenn wir uns mit uns selbst auseinandersetzen und im Austausch dazu mit anderen bleiben, wachsen wir ganz automatisch über uns hinaus, fachlich wie persönlich. Und damit schaffen wir es, Veränderung nicht nur als Herausforderung, sondern auch als große Chance zu begreifen.

Fun Fact: Wir reflektieren viel häufiger, als uns das tatsächlich bewusst ist. Doch frag‘ dich selbst, wie du das tust und worauf du dabei deine Wahrnehmung lenkst. Auf das Negative (halbleeres Glas Wasser) oder deine Ressourcen (halbvolles Glas Wasser)? Auf Probleme oder auf Lösungen?

Photo by Andrea Piacquadio via Pexels

Allgemein

Wie du bei Unruhe im Außen Frieden im Innern findest

Eine alte Bekannte schaut in diesen Tagen wieder öfter bei mir vorbei. Sie heißt Angst. Mein Körper reagiert mit innerer Unruhe, in meinem Bauch liegt ein roter Backstein. Groß und schwer. Fast zwei Jahre ist es her, da kam dieselbe Bekannte tagein, tagaus bei mir vorbei. Sie ist mir vertraut. Wie hat die Bekannte es in mein Haus geschafft? Sie hat aktuelle Nachrichten dabei. Und einmal mehr nehme ich wahr, welche Macht Nachrichten haben. Was Worte und Bilder auslösen können. Vor allem zu diesem Thema: Es herrscht Krieg. In einem Land, in dem Menschen leben, die ich teilweise mit Namen und Gesicht kenne. Menschen, die Angst um ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Selbstbestimmtheit haben. Und obwohl ich weiß, dass ich hier in meiner Heimat gerade sicher bin, machen Körper, Geist und Seele mit jeder neuen Nachricht rund um dieses eine Thema das, was sie immer schon in angstbesetzten Momentan getan haben. Sie reagieren mit lähmenden Gedanken, Ruhelosigkeit, Wut und Negativität – Stresssymptome. Einmal mehr wünsche ich mir, mich zu schützen und für mich selbst zu sorgen. 

Jede Reaktion auf Stress ist normal

Nun sind Angst und Stress für jeden von uns nichts Ungewöhnliches. Die aktuelle Situation wird von unserem Unterbewusstsein als eine unbekannte Bedrohung wahrgenommen, was wiederum ganz unterschiedliche Ängste und Unruhe in uns auslösen kann. Gut zu wissen, dass du es selbst in der Hand hast, wie du damit umgehen kannst. Siehe selbst:

Reduziere deinen Medienkonsum

Klar, Informationen über die aktuelle Nachrichtenlage helfen gegen das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren sowie gegen Hilflosigkeit. Ununterbrochener Medienkonsum jedoch wirkt überflutend auf unser Gehirn und unsere Seele. Wie oft also möchtest du Nachrichten lesen, hören oder sehen? Schau, wie viel News dir jetzt gut tun bzw. nicht gut tun. Woher beziehst du deine Nachrichten? Entscheide dich für zuverlässige Quellen; unterscheide immer zwischen Fakt und Fiktion.

Bleib‘ im Hier und Jetzt

Bei Ängsten bewegen wir uns gedanklich schnell in Richtung Zukunft. Wenn du dich in die Gegenwart zurückholst, kann dir das helfen. Schau dich um, nimm Geräusche, Gerüche, Gegenstände wahr. Benenne, was du siehst. Beschreibe, was du siehst (Formen, Farben). Verbinde dich mit deinem Atem: Atmen kannst du nur im Jetzt. Halte inne und nimm drei tiefe Atemzüge, wenn die Angst dich einnimmt. Verbinde dich mit deinem Körper, denn auch diesen kannst du nur im Jetzt spüren. Wie sitzt du, wie stehst du? 

Fokussiere dich auf das Positive

Wenn du dich nur auf die schlimmen Auswirkungen der aktuellen Berichterstattung konzentrierst, siehst du überall Leid und Schmerz. Vermeide, ständig über die Folgen zu sprechen und so die Zukunft schwarz zu malen. Deine Energie geht dort hin, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst. Lerne dich abzugrenzen, wenn es dir nicht gut geht. Nimm‘ das Positive um dich herum wahr. Hilf dir selbst und entscheide dich bewusst für mindestens einen Wohlfühlmoment täglich. 

Konzentriere dich auf das, was du kontrollieren kannst

Ablenkung hilft hierbei. Schreib‘ auf, wie es dir geht. Räume auf. Kümmere dich um die Wäsche. Entrümpele den Keller. Koche ein leckeres Gericht. Lies ein Buch. Zähle von 100 rückwärts auf 1 – oder umgekehrt. Tu‘ etwas, was dir Sicherheit gibt. 

Pflege die Beziehung zu dir selbst

Mach‘ dir auch in diesen Zeiten stets bewusst, die wichtigste Beziehung in deinem Leben ist die Beziehung zu dir selbst. Was nicht ausschließt, dass du mit anderen Menschen verbunden bist. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in Gedanken bei Menschen in Not bin. Und von Herzen wünsche ich mir Frieden überall dort, wo es ihn nicht gibt sowie Frieden in jedem Einzelnen von uns.

Photo by Sunguk Kim on Unsplash

Persönlichkeit

Warum es nichts bringt, jemand anderes sein zu wollen

Möchtest du gern jemand anderes sein? Glückwunsch, du bist damit nicht allein. Ich kenne viele Menschen, die der Meinung sind, irgendwie anders, irgendwie falsch zu sein. Menschen, die denken, so wie sie gerade sind, reichen sie nicht aus. Sie fühlen sich wertlos. Und sie leben ihr Leben in der festen Überzeugung, dass das auch so stimmt. Und so wünschen sie sich etwas anderes für sich. Etwas, was andere in ihrem Umfeld längst darstellen. Ich habe auch mal dazugehört und ehrlich, es gibt Tage, da falle ich in diese alten Denkmuster wieder zurück. Heute erkenne ich sie schneller und habe gelernt, damit umzugehen. Ich verrate dir gerne, wie auch du das schaffst.

Wir wollen oftmals das, was wir nicht sind

Doch lass uns erst einmal genauer hinschauen. Es ist doch so: Wenn wir arm sind, sind wir voller Neid auf die Reichen, die alles haben können, was sie sich wünschen. Sind wir reich, schielen wir auf die Armen, wenn sie ihre echten Freundschaften pflegen und sich der Liebe sicher sein können, die sie erhalten. Vielleicht erkennst du dich ja in einer der folgenden Situationen wieder:

  • Du gehst aktuell als Single durchs Leben und wünschst dir nichts sehnlicher, als endlich den richtigen Mann oder die richtige Frau an deiner Seite zu haben. Oder du lebst in einer inzwischen langjährigen Partnerschaft mit steigendem Streitpotenzial und sinkendem Interesse am anderen, und schaust neidisch in deinem Freundeskreis auf unabhängige Singles, die ihr Leben nach ihren eigenen Bedürfnissen gestalten.
  • Du hast dein Studium abgeschlossen, bist in deinen ersten Job unterwegs und übernimmst erst einmal standardisierte, operative Aufgaben, die dich schon jetzt langweilen und in deiner Kreativität ausbremsen; eigentlich möchtest du doch Führungskraft sein. Oder du bist schon länger im Job, führst ein Team mit mehreren Mitarbeiter:innen und wünschst dir die unbesorgte Zeit aus deiner Junior-Zeit zurück, in denen du noch keine Verantwortung für andere und viel Zeit für dich hattest.
  • Du wünschst dir ein Kind und schielst schwermütig auf die strahlende Mutter, die ihren schlafenden Nachwuchs im Kinderwagen durch den Park schiebt. Oder du hast ein Kind, dass gerade all deine Aufmerksamkeit für sich beansprucht; du kannst dich nicht daran erinnern, wann du zuletzt ein ganzes Wochenende etwas nur für dich getan hast, und das ist genau das, was du jetzt brauchst.
  • Du hast gerade deinen dritten Unternehmenswechsel hinter dich gebracht und ärgerst dich, weil dein aktuelles Team mit seinem breiten Schatz an Erfahrungen eine wichtige Aufgabe bewältigt hat, bei der du keinen größeren Beitrag leisten konntest, weil dir (noch) das entscheidende Wissen zum Unternehmen fehlt. Oder du bist bereits seit 10 Jahren bei deinem Arbeitgeber und wünschst du selbst dir den Blick von außen mit daraus resultierenden neuen Ideen, die der neue Kollege gerade im Meeting geäußert hat und dafür gefeiert wird.

Ich verrate dir etwas: Du irrst im Glauben, glücklich werden zu können, wenn du irgend etwas anderes wirst. Ist es nicht vielmehr so, dass du den Kummer des einen gegen den Kummer des anderen austauschst? Oft schaust du nun einmal auf das, was du nicht hast. Oder eben auf das, was du nicht bist. Das Ganze passiert im Unterbewusstsein, was es nicht einfacher macht. Es fehlt damit die Chance, das Ganze über den Verstand, also ganz rational zu lösen. Das Einbinden von Körper und Gefühlen kann hier unterstützend helfen.

So, wie du bist, bist du gut genug

Kurt Cobain hat einst gesagt: „Jemand anderes sein zu wollen ist eine Verschwendung deiner Person.“ Gib dich also nicht der Illusion hin, dass alles besser ist, wenn du jemand anderes bist. Schau‘ dir statt dessen an, was alles schon da ist. Meine Erfahrung ist, dass in dieser Kennenlernreise zu sich selbst viele schöne Gedanken wie auch Gefühle stecken. Mach‘ dir das gerne zunutze. Hier meine Tipps für dich:

  • Mach dir klar, was du alles kannst: Was hast du in deinem Leben schon erreicht? Welche Ausbildung(en) hast du erfolgreich durchlaufen? Schule, Beruf, vielleicht ein Studium, Zusatzqualifikationen… Alles zählt. Was hast du in eher herausfordernden Zeiten geschafft? Wie hast du Krisen gemeistert? Schreib‘ am besten alles auf und erinnere dich an dein Gefühl dabei, als du deinen Erfolg leise oder laut gefeiert hast. Hat es sich nicht fantastisch angefühlt, wenn du einen Schicksalsschlag bewältigt hast? Erinnere dich immer wieder an diese Erfahrungen und das Gefühl, das du dabei hattest.
  • Hol‘ dir Feedback von anderen: Geh in den Dialog mit anderen. Lerne dich aus Sicht deiner Mitmenschen kennen. Wie sehen dich andere? Was denken deine Freund*innen oder deine Familie, was du besonders gut machst? Höre zu, ohne direkt das, was du hörst, mit einem Aber abzuwerten. Erkenne selbst an, was andere an dir schätzen.
  • Akzeptiere dich, wie du bist: Vielleicht gibt es beim Kennenlernen deines Selbst das eine oder andere, was du eher ablehnst. Erinnere dich: Kein Mensch ist perfekt. Es ist toll, sich auch seiner Schwächen bewusst zu sein. Klar, du kannst versuchen, die eine oder andere Schwäche zu verbessern. Sich selbst anzunehmen, wie man ist, ist mindestens genauso wichtig. Und vielleicht schaffst du es, über die eine oder andere Marotte hin und wieder sogar zu lachen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Kummer und Leid gut loslassen können, wenn wir mit dem zufrieden sind, was wir gerade sind, egal ob mit oder ohne Partner:in, senior oder junior, mit oder ohne Kind(er)… Für ein Leben mit mehr Leichtigkeit, Freude und Energie. Teile gern mit mir deine Erfahrungen.

Photo by Giulia Bertelli on Unsplash