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Umzingelt von Menschen in Opferhaltung? Anzeichen & Wege, damit umzugehen

Immer wieder begegnen uns Menschen, die unbewusst in der Opferrolle verharren und Ansprüche und Erwartungen an ihre Mitmenschen äußern, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass sie Beziehungen damit eher schwer als leicht und unbeschwert machen. Mir begegnen diese Menschen inzwischen nahezu täglich. Ich erkenne sie recht schnell, nicht zuletzt, weil ich selbst weiß, wie es sich anfühlt, es sich in der Opferhaltung gemütlich zu machen. Ja, ich habe diese Erfahrung auch gemacht. Ich als Opfer – das ist verdammt sicher und bequem. Es hat mir allerdings äußerst selten etwas mehr gebracht als Selbstschutz. Tatsächlich aber habe ich mich meiner Eigenverantwortung entzogen und die anderen mit meinem Verhalten bestraft. Andere Menschen oder Situationen für mein Leid verantwortlich zu machen, ist für mich inzwischen kein Weg mehr. Jedoch ist das Beschreiten dieses Weges für so viele Menschen weit verbreitet: Schuld sind die anderen. Schuld sind die Umstände. Nichts anderes als Ausreden. Die Gefahr ist recht hoch, selbst die Opferhaltung einzunehmen, wenn wir uns durch unser soziales Umfeld, andere Menschen oder auch Situationen negativ beeinflusst fühlen. Wir riskieren dann in Schockstarre zu verfallen, sodass jegliches aktives Handeln erschwert wird und wir uns damit aus der Verantwortung ziehen, um unseren eigenen Beitrag zu leisten. Aber müssen wir uns damit abfinden, wenn uns andere mit dieser Einstellung begegnen und ihre Themen zu unseren machen wollen? Nein!

Typus Opfer: nur ein Jammerlappen?

Im Laufe der Zeit habe ich im beruflichen wie auch persönlichen Umfeld vieles an Verhalten gesehen, was den Typus Opfer gut beschreiben lässt. Hieran kann auch du ihn erkennen:

  • jammert stets und ständig und weist jeglichen eigenen Anteil zurück
  • ist nicht bereits, seinen eigenen Beitrag zu leisten, sodass sich etwas ändern kann
  • fühlt sich bei Kritik schnell persönlich angegriffen
  • weiß weder um Eigenverantwortung noch um Selbstreflexion
  • manipuliert, um beim Gegenüber Schuldgefühle zu erzeugen
  • hat Angst vor Entscheidungen
  • ist permanent unzufrieden
  • erwartet, immer etwas zurückzubekommen (auch Dankbarkeit, Anerkennung)
  • stellt gern eigene Wünsche statt die anderer in den Vordergrund, um etwas zu bekommen
  • ist oft unsicher, weil wenig Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen vorhanden ist

Sich in die Opferhaltung zu begeben, ist immer eine Entscheidung, auch wenn sie unbewusst erfolgt. Menschen erhoffen sich dadurch Trost und Mitleid, was nichts anderes ist als Aufmerksamkeit. Tipps und Ratschläge wollen dann gar nicht erst gehört werden. Sich in solchen Momenten mit „Gleichgesinnten“ zu treffen, hilft vermeintlich mehr, als „den Stier bei den Hörnern zu packen“ und die persönliche Entscheidung zu treffen, das Thema anzugehen.

Abgrenzung hilft, sich selbst zu schützen

Auch wenn wir uns Menschen in Opferhaltung gegenüber sehen, so haben wir immer die Wahl: Wir können das Opferverhalten im Gegenüber ignorieren (und uns damit mehr Leichtigkeit ins Leben holen), uns erlauben, auf Distanz zu gehen oder auch ein Gespräch anzubieten. Wenn dein Gegenüber zum Dialog bereit ist, sei dir bewusst, dass es dafür einen angemessenen Rahmen braucht, der nicht aus negativen Gefühlen heraus entsteht. Mit Mitgefühl und Verständnis kannst du Prägungen aus der Vergangenheit nachgehen, denn das Fundament für das Einnehmen der Opferrolle wurde meist durch unangenehme Erfahrungen in der Kindheit gelegt. Begegne deinem Gegenüber immer vorwurfsfrei und zeige auf, ohne den belehrenden Zeigefinger zu heben, welches Potenzial darin liegt, die Opferhaltung abzulegen und das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Kleine aktive Schritte können motivieren, neue Erfahrungen zu machen, die die Opferrolle ablegen lassen. Unterstützung geht natürlich nur, wenn dein Gegenüber die Opferrolle auch loslassen will. Es gibt darüber hinaus auch Menschen, die sich in ihrem Rollenverhalten so schutzbedürftig fühlen, dass es weiterer Hilfe bedarf, um allein aus der Opferrolle herauszufinden.

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So hilft dir Selbstreflexion, dein Leben zu gestalten

Ich bin ein Kopfmensch, und darauf bin ich stolz. Mein Kopf hat mich schon viele Entscheidungen treffen lassen, die gut für mich waren. So hat mich meine „Denkmaschine“ beispielsweise davor bewahrt, mich beispielsweise auf unnötige (Frust-) Käufe, Energie saugende Jobs oder unpassende Partner einzulassen. Das Gegenteil habe ich natürlich auch erlebt. Aber irgendwie war – meist im Nachhinein – auch in weniger guten Entscheidungen etwas Positives zu finden. Gefühle waren bei allen Entscheidungen mit im Spiel. Sicherlich habe ich sie nicht immer bewusst wahrgenommen. Ich weiß – hallo „Denkmaschine“ -, dass sie da waren. Ich neige nämlich dazu, meine Entscheidungen und deren Auswirkungen zu analysieren. Mal mehr, mal weniger. Mal vorher, mal nachher. Doch so viel kann ich sagen: Reflexion ist immer dabei. Stimmen im Außen habe ich immer wieder gehört: „Du bist zu selbstkritisch.“, „Du denkst zu viel.“, „So viel Denken tut doch gar nicht gut.“. Ehrlich? Ich bin froh, diese Fähigkeit zur Selbstreflexion zu haben. Schließlich ist sie es, die mich im Leben immer wieder weiterbringt. Sie hat mich lernen lassen, wer ich bin und was ich will. Und daher bin ich ihr sehr dankbar.

Wachse durch Selbstreflexion

Für mich geht es genau darum im Leben: sich immer mal wieder zu hinterfragen, um seine persönlichen Ziele zu erreichen – und ins Handeln zu kommen. Schau‘ mal, wie Wikipedia Selbstreflexion definiert:

Selbstreflexion bezeichnet die Tätigkeit, über sich selbst nachzudenken. Das bedeutet, sein Denken, Fühlen und Handeln zu analysieren und zu hinterfragen mit dem Ziel, mehr über sich selbst herauszufinden.

Wenn du also nicht weißt, wer du bist, was deine Absichten, deine Stärken und Schwächen sind, wie weißt du dann, wie du dich und damit dein Leben verändern kann? Ich denke sogar noch einen Schritt weiter: Wenn du dich nicht veränderst, wie soll sich dann dein Umfeld – die kleine wie große Welt um dich herum – verändern? Denn für mich ist klar, dass, wenn ich mich selbst verändere, kann das auch mein Umfeld verändern. Veränderung ist hierbei nicht negativ besetzt, denn für den Menschen, der Gewohnheit mag, hat sie zunächst etwas Bedrohliches. In uns steckt die Sehnsucht nach Sicherheit und Beständigkeit. Allerdings begegnen wir insbesondere in den letzten zwei Jahren so viel Veränderung im Außen, sodass sich die Anforderungen an uns stetig wandeln. Wir befinden uns damit in einem fortwährenden Prozess des Lernens. Mal fällt es uns leicht, mal fällt es uns schwer, die Veränderungen und den eigenen Bedarf an Wandel überhaupt erst einmal zu erkennen, um anschließend in die Umsetzung zu gehen. Offenheit und Neugier sind wichtige Werte dabei, die ich immer wieder lebe. Aber auch Veränderungsbereitschaft zählt dazu, und nein, sie zählt nicht gerade zu meinen Stärken. Ich bin ja auch nur ein Mensch, dass sich an Gewohnheit klammert. Und genau dann hilft mir Selbstreflexion. Und ich mache das selten mit mir allein aus. Im Job tausche ich mich dazu mit Kolleg:innen aus, zuhause mit der Familie und mit Freund:innen. Ergänzend ziehe ich meinen Input auch aus Beobachtungen im Handeln der anderen sowie in deren Umgang mit mir. Solange ich hier konstruktives Feedback erhalte, habe ich die Möglichkeit, meine Reflexion zu vertiefen und damit meine Veränderungsbereitschaft zu erhöhen.

Frag‘ dich selbst einmal…

Es geht mir um mein eigenes Wachstum und und damit um einen leichteren Alltag mit der Möglichkeit, aus meinen Fehlern zu lernen oder auch auf meine Ziele im Leben hinzuarbeiten. Gelernt habe ich dadurch auch, wie ich besser mit Konflikten umgehe oder auch schnellere Entscheidungen zu treffen. Meinen inneren „Autopiloten“ kann ich damit schneller ausschalten, wenn ich weiß, was mich antreibt (oder auf die Palme bringt). Vielleicht helfen auch dir folgende Fragen, die du dir stellen kannst, um Veränderung anzuschieben:

  • Wo stehst du gerade und wo möchtest du hin?
  • Was ist dir wirklich wichtig?
  • Was steht Neues an?
  • Was fehlt dir im Leben und warum sorgst du nicht dafür, dass du es bekommst?
  • Was kannst du gut, was eher nicht?
  • Wer oder was kann dir helfen, die Veränderung umzusetzen?

Wenn wir uns mit uns selbst auseinandersetzen und im Austausch dazu mit anderen bleiben, wachsen wir ganz automatisch über uns hinaus, fachlich wie persönlich. Und damit schaffen wir es, Veränderung nicht nur als Herausforderung, sondern auch als große Chance zu begreifen.

Fun Fact: Wir reflektieren viel häufiger, als uns das tatsächlich bewusst ist. Doch frag‘ dich selbst, wie du das tust und worauf du dabei deine Wahrnehmung lenkst. Auf das Negative (halbleeres Glas Wasser) oder deine Ressourcen (halbvolles Glas Wasser)? Auf Probleme oder auf Lösungen?

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Wie du bei Unruhe im Außen Frieden im Innern findest

Eine alte Bekannte schaut in diesen Tagen wieder öfter bei mir vorbei. Sie heißt Angst. Mein Körper reagiert mit innerer Unruhe, in meinem Bauch liegt ein roter Backstein. Groß und schwer. Fast zwei Jahre ist es her, da kam dieselbe Bekannte tagein, tagaus bei mir vorbei. Sie ist mir vertraut. Wie hat die Bekannte es in mein Haus geschafft? Sie hat aktuelle Nachrichten dabei. Und einmal mehr nehme ich wahr, welche Macht Nachrichten haben. Was Worte und Bilder auslösen können. Vor allem zu diesem Thema: Es herrscht Krieg. In einem Land, in dem Menschen leben, die ich teilweise mit Namen und Gesicht kenne. Menschen, die Angst um ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Selbstbestimmtheit haben. Und obwohl ich weiß, dass ich hier in meiner Heimat gerade sicher bin, machen Körper, Geist und Seele mit jeder neuen Nachricht rund um dieses eine Thema das, was sie immer schon in angstbesetzten Momentan getan haben. Sie reagieren mit lähmenden Gedanken, Ruhelosigkeit, Wut und Negativität – Stresssymptome. Einmal mehr wünsche ich mir, mich zu schützen und für mich selbst zu sorgen. 

Jede Reaktion auf Stress ist normal

Nun sind Angst und Stress für jeden von uns nichts Ungewöhnliches. Die aktuelle Situation wird von unserem Unterbewusstsein als eine unbekannte Bedrohung wahrgenommen, was wiederum ganz unterschiedliche Ängste und Unruhe in uns auslösen kann. Gut zu wissen, dass du es selbst in der Hand hast, wie du damit umgehen kannst. Siehe selbst:

Reduziere deinen Medienkonsum

Klar, Informationen über die aktuelle Nachrichtenlage helfen gegen das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren sowie gegen Hilflosigkeit. Ununterbrochener Medienkonsum jedoch wirkt überflutend auf unser Gehirn und unsere Seele. Wie oft also möchtest du Nachrichten lesen, hören oder sehen? Schau, wie viel News dir jetzt gut tun bzw. nicht gut tun. Woher beziehst du deine Nachrichten? Entscheide dich für zuverlässige Quellen; unterscheide immer zwischen Fakt und Fiktion.

Bleib‘ im Hier und Jetzt

Bei Ängsten bewegen wir uns gedanklich schnell in Richtung Zukunft. Wenn du dich in die Gegenwart zurückholst, kann dir das helfen. Schau dich um, nimm Geräusche, Gerüche, Gegenstände wahr. Benenne, was du siehst. Beschreibe, was du siehst (Formen, Farben). Verbinde dich mit deinem Atem: Atmen kannst du nur im Jetzt. Halte inne und nimm drei tiefe Atemzüge, wenn die Angst dich einnimmt. Verbinde dich mit deinem Körper, denn auch diesen kannst du nur im Jetzt spüren. Wie sitzt du, wie stehst du? 

Fokussiere dich auf das Positive

Wenn du dich nur auf die schlimmen Auswirkungen der aktuellen Berichterstattung konzentrierst, siehst du überall Leid und Schmerz. Vermeide, ständig über die Folgen zu sprechen und so die Zukunft schwarz zu malen. Deine Energie geht dort hin, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst. Lerne dich abzugrenzen, wenn es dir nicht gut geht. Nimm‘ das Positive um dich herum wahr. Hilf dir selbst und entscheide dich bewusst für mindestens einen Wohlfühlmoment täglich. 

Konzentriere dich auf das, was du kontrollieren kannst

Ablenkung hilft hierbei. Schreib‘ auf, wie es dir geht. Räume auf. Kümmere dich um die Wäsche. Entrümpele den Keller. Koche ein leckeres Gericht. Lies ein Buch. Zähle von 100 rückwärts auf 1 – oder umgekehrt. Tu‘ etwas, was dir Sicherheit gibt. 

Pflege die Beziehung zu dir selbst

Mach‘ dir auch in diesen Zeiten stets bewusst, die wichtigste Beziehung in deinem Leben ist die Beziehung zu dir selbst. Was nicht ausschließt, dass du mit anderen Menschen verbunden bist. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in Gedanken bei Menschen in Not bin. Und von Herzen wünsche ich mir Frieden überall dort, wo es ihn nicht gibt sowie Frieden in jedem Einzelnen von uns.

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Adieu Sonntagsblues

Sonntag. Morgen ist Montag. Eine neuer Tag im Job. Wie geht es dir mit dem Gedanken? Wie fühlst du dich? Ist da Freude? Oder macht sich eher Frust breit? Wenn der Gedanke dich eher in eine schlechte Stimmung lenkt, bist du damit nicht allein. Das Ergebnis einer Umfrage von Oracle und Workplace Intelligence zeigte im vergangenen Oktober, dass hierzulande das Jahr 2021 für 70% der Arbeitnehmer:innen das stressigste Jahr im Job war. Die Mehrheit wünscht sich Veränderung, daher ist es wohl eher Frust, der sich sonntags bei eben dieser Mehrheit auftun müsste. Hier kannst du mehr zur Umfrage lesen. Wenn ich zurückdenke, gab es in meinem Leben viele dieser eher grau eingefärbten Sonntage, sobald ich in Gedanken an den bevorstehenden Montag bzw. an die bevorstehende Woche war. Teilweise drückten die Gedanken schon morgens auf die Stimmung. Wie schnell landete ich im eher düsteren Gedankenkarussell gepaart mit negativen Gefühlen statt im Moment zu bleiben und aus dem Sonntag einen schönen Tag zu machen. Ich habe dann ein bisschen mit meinen Sonntagen experimentiert. Hab mich ganz viel oder gar nicht verabredet. Mich viel abgelenkt. Bewegung. Schönes Essen. Viel Musik. Aus den Erfahrungen habe ich etwas über mich gelernt. Mindestens, was mir an Sonntagen Spaß macht. Maximal im Moment zu leben. Zugegeben, das klappt nicht immer. Muss es auch nicht. Auch düstere Tage darf es in meinem Leben geben. Deren Anzahl habe ich jedoch entschieden reduziert. 

Warum wir besonders an Sonntagen durchhängen

Sicher kennst du das auch: du bist Woche für Woche im Job unterwegs, gehst deinen Aufgaben nach. Mal mehr, mal weniger selbstbestimmt. To Do-Listen bestimmen deine Arbeitswoche. Ab Donnerstag hebt sich die Stimmung, denn du blickst freudig auf das Wochenende, das vor dir liegt. Und irgendwie schleicht sich schon ein Gedanke an die kommende Woche ein, denn an deren To Do-Liste hast du schließlich bereits gearbeitet. Vielleicht steht hierauf auch schon eine Aufgabe, die du nicht so gern übernehmen willst, und am Freitag hast du sie nicht mehr geschafft. Das kann dich schon mal runterziehen. Dann endlich Wochenende. Samstag noch schnell den Wochenendeinkauf hinter dich bringen, durch die Wohnung fegen, ein paar Rechnungen bezahlen. Und vielleicht hast du sogar eine To Do-Liste fürs Wochenende. Fürs Leben. Mit ein paar To Dos, die auch noch in den Samstag passen. Und dann ist er da. Sonntag. Und nun? Endlich mal nichts tun. Und genau das bekommt dir nicht. Waren die vergangenen Tage geprägt von Ruhelosigkeit und der Gewohnheit vom „Machen, Machen, Machen“, kippt hier nun die Stimmung. Oft ist dieser plötzliche Wechsel vom Tun ins Nichtstun ein Grund dafür, dass wir schlechte Laune bekommen. Manchmal ist es auch andersherum: du arbeitest noch an Sonntagen an deinen To Dos. Seien es die der Arbeit oder die des Lebens. Weil einfach immer irgendetwas ist. 

Neue Gewohnheiten schaffen

Ich möchte dich einladen, auch mal ein wenig mit deinen Sonntagen zu experimentieren. Hier ein paar Tipps für ein bisschen Inspiration:

  • Sei planlos: Leg‘ deine To Do-Liste zur Seite, und nutze so den Sonntag für einen Planlos-Tag. Einfach mal nur das tun, worauf du spontan Lust hast. Dir fällt ganz sicher (schnell) was ein. Und dann mach’s einfach, bevor deine Gedanken dich davon abhalten. 
  • Sei gut zu dir: Ein bisschen Me-Time ist immer gut. Ob nun Badewanne, Spaziergang, Duftlampe, Buch oder eine Folge deiner Lieblingsserie, tu etwas, was dir gut tut und im Alltag hin und wieder zu kurz kommt. Und genieße ganz bewusst mit allen Sinnen.
  • Sei aktiv: Du hast keine Zeit fürs Fitnessstudio unter der Woche? Komm‘ sonntags in Bewegung. Ob Laufen, Schwimmen, Radeln oder Tanzen; Bewegung stoppt die Gedanken an das Morgen und hält dich fit. Und das gute Gefühl im Anschluss ist unbezahlbar. 
  • Sei nicht erreichbar: Wie wäre es mit einem Digital Detox-Tag? Der Sonntag ist bestens dafür geeignet, das Smartphone, die Social Media-Kanäle mal außer Acht zu lassen. 
  • Sei offen für Neues: Probiere etwas aus, was du schon immer mal tun wolltest. Neue Rezepte ausprobieren? Eine neue Sportart? Eine neue Sprache? Neue Leute? Mach’s und vielleicht ergibt sich hieraus sogar eine neue Gewohnheit für deinen Sonntag. 

Und wenn das alles nichts hilft, schau‘ genauer an. Warum bist du immer wieder sonntags im Stimmungstief? Fehlt ein:e Partner:in? Läuft es im Job gerade nicht so gut? Brauchst neue Aufgaben? Oder weniger davon? Geh‘ der Sache auf den Grund. So oder so, der Sonntagsblues muss nicht zur Gewohnheit werden. Er kann sogar ein richtiger Spielverderber sein. Doch die gute Nachricht ist, du kannst etwas dagegen tun. Erzähl‘ mir gern von deinen Sonntagen. Und nicht zuletzt: Happy Sunday!

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Dem Gefühlschaos ausgeliefert

Vergangene Woche bin ich Achterbahn gefahren. Achterbahn der Gefühle. Dabei fing die Woche noch ganz gut an. Mittig wurde es dann rau. Und ich habe die Arme ausgebreitet und laut „Hallo!“ gerufen. Hallo Wut. Hallo Ohnmacht. Hallo Angst. Kopfschmerzen, Tränen. Alles da! Wo gestern noch erleuchtete Glückseligkeit herrschte, rauschte nun ein Tsunami an Gefühlen über mich hinweg. Und hinterließ ein Chaos, das auch heute noch nachwirkt. Wieder einmal stelle ich fest, dass es so leicht ist, vom guten ins weniger gute Gefühl zu kommen. Andersrum fällt es mir verdammt schwer. Trotz Werkzeugkasten, wie mein Notfall-Memo. Die frühesten Erfahrungen sitzen tief im Unterbewusstsein. Ich weiß, solche Phasen gehen vorbei, und es wird sie auch immer wieder geben. Und ich weiß auch, was hinter den Gefühlen der Woche steht; der Verstand ist so was von klar. Geist und Seele spielen noch verrückt. „Ich entscheide mich, glücklich zu sein.“, „Ich erlaube mir loszulassen.“, „Heute ist ein wunderbarer Tag.“; solche Affirmationen helfen mir in dieser Situation (noch?) recht wenig. Es will mir nicht gelingen, auch nur im Ansatz die Gefühlslage zu entschärfen. Irgendwann lasse ich es zu. Spreche darüber. Schreibe auf. Die Gefühle flachen ab, bäumen sich noch ein paar Mal auf und beim Schwimmen schließlich habe ich sie fast vollständig ans Wasser abgegeben. Drei Tage hat dieser Prozess gedauert. Ich überlege, ob Zustände im positiven Gefühl auch so lange anhalten. Ganz sicher eine Frage der Wahrnehmung. So lange ich mich im Gefühl aufhalte, darin bade, umso klarer ist es in diesem Moment auch da. Das gelingt mir im Gefühl von Freude und damit einhergehender Leichtigkeit sehr gut. Wenn ich jedoch tief ins Wasser der Ohnmacht eintauche, verliere ich mich. Ich fühle mich ausgeliefert. So erging es mir letzte Woche. Viele meiner Versuche, an die Oberfläche des Wassers zu gelangen, waren zunächst vergeblich. Ich habe ganz schön hohe Wellen geschlagen – innen und außen. Meine Tochter meinte abends zu mir, dass ich ausschaue wie immer, jedoch sähe mein Gesicht irgendwie anders aus. Sie konnte es kaum beschreiben. Ich schaute selbst in den Spiegel. Und nahm wahr: irgendwie verzerrt. Stirnfalte. Lächeln dahin. Stunden später, nachdem ich etwa 15 Minuten eine Situation erlebt habe, die mich hilflos machte. Und im Grunde waren es eher die Gedanken im Anschluss an die Situation, die mich der Hilflosigkeit in die Arme fallen ließen. Und es gelang mir nicht, mich wie eine Meeresschildkröte im Wasser treiben zu lassen – beobachtend, geduldig, leicht. 

Ohnmacht und Angst sind eins

Ohnmacht kann Angst auslösen. Wenn ich Situationen erlebe, in denen ein Gefühl von Hilflosigkeit aufkommt, dann löst das Stress aus. Besonders im Job kann das heftige Folgen haben. Du kennst vielleicht das ungute Gefühl an Sonntagen, wenn du an die Arbeit ab Montag denkst. Wenn du dieses Gefühl im Dauerzustand verspürst, spült das ordentlich Stresshormone durch deinen Körper. Klar, dass dies nicht gesund ist und sogar Burnout auslösen kann. Gut also, wenn du deine Gefühle im Blick hast und die Situation reflektierst. Das Gefühl von Ohnmacht ist eine Reaktion auf eine Enttäuschung, Kränkung oder einen Verlust, was wir immer mal wieder in unserem Leben erleben. Normale Situation, normale Reaktion. Als negatives Gefühl gehört es in unseren Gefühlsrucksack ganz genau so wie Zufriedenheit und Freude. Und mir zumindest tut es immer wieder gut zu wissen, dass auf diese eher düsteren Gefühle auch wieder hellere Gefühle kommen. Ich empfehle jedoch, sich bei länger anhaltenden Phasen von Ohnmacht ärztliche bzw. therapeutische Hilfe zu suchen. 

Ohnmacht mit Macht begegnen

Was können wir tun, wenn wir uns des Gefühls von Ohnmacht bewusst werden? Zuerst einmal ist es wichtig, das Gefühl zuzulassen und zu akzeptieren. Weine, schreie, stampfe mit den Füßen. Erlaube es dir und lasse dann los, zum Beispiel durch Atmen oder eine Entspannungstechnik wie Yoga. Auch aktive Bewegung hilft beim Loslassen: schnelles Spazierengehen, Schwimmen, Joggen, Radfahren. Bewegung hilft in Balance zu kommen und lässt dich auf andere Gedanken kommen. Hast du jemanden, mit dem zu reden kannst? Familie und Freunde haben sicher ein offenes Ohr für dich, auch wenn du gar keine Lust zum Reden hast. Greif‘ zum Telefon, wenn es dir nicht gut geht. Aus meiner Erfahrung ist dieses Loslassen die schwerste Übung. Du wirst dennoch sehen, vielleicht auch erst nach einigen Tagen wie bei mir, dass du ruhiger wirst und das Gefühl der Ohnmacht an Macht verliert.

Anschließend horch‘ mal in dich rein: Was ist passiert? Was hat das Gefühl ausgelöst? Hast du zu hohe Erwartungen? Zu hohe Ansprüche? Finde die Ursache und überlege deine nächsten Schritte. Bleibe handlungsfähig. Führe einen Realitätsscheck durch: Sprechen deine Gedanken und Gefühle die Wahrheit oder handelt es sich nur um eine Geschichte, die du dir selbst erzählst? Gibt es Beweise? Frag‘ dich nach den positiven Seiten der Situation. Vielleicht hast du bisher lediglich das Negative gesehen? Jedoch verharre nicht allzu lange in der Reflexion, vermeide stundenlanges Grübeln. Sag‘ deinem Gedankenkarussell bewusst Stopp, andernfalls verstärken sich die negativen Gefühle. Hab‘ Geduld, vor allem mit dir selbst und der Situation, und vertraue darauf, dass sich die Situation wieder zum Positiven ändern wird

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Ich hab‘ keinen Plan!

Auch in dieser Woche steht bei mir wieder so Einiges auf der To Do-Liste. Vorab: Ich LIEBE To Do-Listen. Sie geben mir und meinem Leben eine Struktur. Neben meiner To Do-Liste habe ich auch noch Termine im Kalender. Ich weiß also schon im Vorhinein, wie mein Tag und meine Woche wird. Ganz selten sogar ein ganzer Monat. Spätestens, wenn Letzteres eintritt, weiß ich, jetzt ist mal wieder Zeit für das vermeintlich süße Nichtstun – und sehen, was passiert. Falls etwas passiert… und aushalten, wenn eben dann tatsächlich nichts passiert. Das Aushalten fällt mir immer mal wieder schwer. Da ist diese innere Unruhe. Gedanken rund um das nächste Handeln. „Wer rastet, der rostet.“, heißt es. Faktencheck, denn so viel ist sicher: Stimmt nicht (oder die Rast war nicht ausreichend lang). Und dennoch: In der Unruhe fange ich etwas an und bringe es nicht zu Ende. Oder: Ich fange etwas an und halte mich zu lange daran auf. Asita erzählte mir kürzlich in ihrem Three Things Letter vom Ergebnis ihrer „Planlos in die Woche“-Intention und hat mich inspiriert. Mehr mit dem Grundgedanken dahinter, mal ohne Plan seine Zeit zu verbringen. Kurzerhand habe ich zuhause einen Planlos-Tag ausgerufen. Meine Tochter machte nicht gerade Luftsprünge vor Begeisterung. Klar, lebt sie doch mehr oder weniger jeden Tag planlos in den Tag, sofern nicht die Schule oder ich sie verplane. Also, am Sonntag ist es so weit… keine Termine, keine Erwartungen, kein Druck. Ich mache, worauf ich Lust habe. Allein oder gemeinsam. Im Moment, wenn dieser da ist. Ich freue mich schon! Heute frage ich mich jedoch, was hinter dem laufenden Plänemachen steht. 

Warum wir Pläne machen

Pläne schaffen Ordnung. Pläne lassen Vergesslichkeit gar nicht erst aufkommen. Pläne schützen uns vor Fehlern. Auslachen durch andere. Peinlichkeiten. „Achtung, gefährlich!“, schreit unser Verstand. Wir wollen uns doch wie immer schön in (Schein-)Sicherheit wiegen. Die Kontrolle behalten. Ein Grundbedürfnis. Alles andere fördert Angst, Stress, Hilflosigkeit, Ohnmacht. Lieber also planen… Das fühlt sich gut an! Wirklich? Durch unser Pläneschmieden wird unser Leben kalkulierbar, voll von Regeln und Abhängigkeiten. Starr und unflexibel. Voraussehend und… langweilig. Puh! Brauchen wir überhaupt Pläne? Ich meine ja. Wenn wir uns Ziele setzen, führen Pläne bestenfalls zum Ziel. Es besteht allerdings das Risiko, dass wir mit unseren Gewohnheiten und Routinen planen. Ist bequem, geht schnell und ist auch wieder sicher. Uns fehlt dann der Mut, Neues auszuprobieren, daran zu wachsen. Wir bewegen uns also nur noch in unseren Regeln. Und sehen nicht, was im Abseits liegt. Auf den noch unbetretenen Nebenpfaden des Lebens. Hinter der nächsten Ecke. Unter Umständen vergeben wir uns so die eine oder andere Chance, werden berechenbar, und die Chance sieht jemand anderes. Packen wir es also an und werden spontan(er)!

Ein Hoch auf die Spontanität

Machen wir uns auf und entdecken ungewohntes Terrain. Vielleicht ist das Gras dort grüner. Die Sonne heller, die Schatten weniger. Zumindest schaffen wir uns damit neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Wie? Lies gerne weiter für ein paar Tipps von mir:

  • Einfach mal machen! Spontanität ist eine Entscheidung. Probiere neue Wege aus, ohne lange zu überlegen, analysieren und reflektieren. Rein ins kalte Wasser – und lerne. Und wer weiß? Vielleicht ist das Wasser doch nur lauwarm.
  • Schaffe dir Freiraum! Du musst ja nicht gleich alles auf den Kopf stellen. Vielleicht ein paar Stunden ohne Plan? Ein Planlos-Tag? Am Wochenende? Fang‘ in kleinen Schritten an. Es darf sich immer noch leicht anfühlen. Und unglaublich frei!
  • Weg mit den Bedenken! Mach‘ dich frei vom eigenen Pessimismus oder der Schwarzmalerei anderer Menschen. Genieße die Herausforderung! Total egal, was andere denken. Und wenn du nach dem richtigen Zeitpunkt suchst; vergiss das. Den gibt es schlicht nicht. Und ein „Ja, aber…“ bitte auch auch nicht.
  • Stretche deine Komfortzone! Deine Komfortzone ist dein sicherer Hafen. Wenn du jedoch immer dieselbe Umgebung, dieselben Boote und Schiffe siehst, kann das ganz schön eintönig werden. Also trau‘ dich und wag‘ dich ein wenig ins Meer hinein. Du musst ja nicht so weit schippern, dass du kein Land mehr siehst. Vielleicht schrubbst du auch erst einmal das Deck…
  • Sei happy im Moment! Lass‘ die Vergangenheit los, die Zukunft hat noch nicht begonnen- Lebe jetzt! Höre auf den Bauch, deine Intuition. Was brauchst du gerade, um dich gut zu fühlen? 
  • Mach‘ neue Erfahrungen und sammele positive Gefühle! Füll‘ mit deinen neuen Erfahrungen deine Augen mit Freudentränen, spüre das warme Gefühl im Bauch und erinnere dich daran – immer und immer wieder. Dein Lächeln und Strahlen im Strahlen siehst du im Spiegel und in anderen dir gegenüber. Und wenn du einen Fehler machst? Das ist nichts Schlechtes, lerne daraus und laufe weiter.

Ich mach‘ jetzt mal was Spontanes: Heute arbeite ich nicht an der To Do-Liste. Heute arbeite ich mit einer Done-Liste! Auf geht’s!

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Ich schaff‘ mir den Ärger vom Hals

Nach einer kleinen Auszeit bin ich gestern wieder in den Job eingestiegen. Heute Morgen traf ich eine Nachbarin, die mich fragte, ob ich zumindest zur Begrüßung einen Willkommensgruß erhalten habe. Ich verneinte – und stutzte. Erst knapp 24 Stunden später reagierte Kopf und Herz darauf, dass es tatsächlich an meinem ersten Arbeitstag kein „Schön, dass du wieder da bist!“ gab. Da war plötzlich Ärger in mir. Der Wutzwerg in mir bekam wieder eine Daseinsberechtigung, und zwar, um einen Ärger auszuleben, den ich spannenderweise gestern noch nicht gespürt hatte. Ich hatte lediglich registriert, dass mein Wiedereinstieg am ersten Arbeitstag unkommentiert blieb. Ich bin froh, dass ich die Zeit hatte, mir das direkt kurz anzusehen, nachdem ich die Nachbarin verabschiedete. Da waren alte Gedanken aus früheren, viel früheren Erfahrungen am Werk. Ich fühlte mich nicht gut, kurze Zeit darauf meinen zweiten Arbeitstag zu beginnen. Und dann meldete sich eine andere Stimme. Was wäre denn, wenn ich die Kommunikation übernehme und Team plus Führungskraft zurufe, dass ich wieder am Start bin? Für mich zählte nicht länger die vermeintliche Tatsache, dass ich womöglich gar nicht willkommen sei. Oder dass man Rücksicht nehmen will. Ich sei Taktgeber, hieß es. Und Moment mal, den Takt angeben? Ja, genau! Warum soll ich jetzt auch ausharren, bis das Team von irgendjemandem erfährt, dass ich wieder da bin? Warum soll ich meinen wütenden Gedanken noch mehr Raum und Zeit schenken. Nein! Ich möchte, dass „meine Leute“ wissen, dass ich wieder an Bord bin. Kurz gedacht, direkt umgesetzt – das Ergebnis war überwältigend. Und das warme Gefühl behalte ich im Herzen. 

Weg mit dem Programm namens Ärger

Eines weiß ich: Ich möchte mich nicht mehr mit Themen oder Dingen beschäftigen, die mich aufregen (könnten). In der Vergangenheit habe ich das viel zu oft gemacht. Und auch noch den Menschen zugehört, die ebenso tickten wie ich. Ich möchte mich lieber auf das Gute konzentrieren, was da ist. Frei verfügbar. Jetzt und hier. Aus der Vergangenheit weiß ich nur zu gut, dass ich irgendwann den Blick auf das Positive verliere, wenn ich im Dauermodus „Aufregen“ bin. John Strelecky hat dies in einem seiner Bücher mit dem Fernsehprogramm verglichen: Ich habe 100 Kanäle mit ihrem jeweils eigenen Programm und bleibe immer bei dreien, deren Programm mich permanent Ärger oder Wut fühlen lässt bzw. mir negative Gedanken vermittelt. Und dann rede ich auch noch über genau diese Programme. Und erlaube anderen, auch von diesen drei Kanälen zu erzählen. Ich lasse mich also total vereinnahmen von diesen drei Kanälen. Dabei habe ich 97 andere Kanäle, die ein wirklich gutes Programm zeigen – was ich leider verpasse. Das Wohlfühlprogramm. Tatsächlich genau das richtige Programm für mich. In meinem Fernsehprogramm soll es kein „Ärgerprogramm“ mehr geben. Zumindest übe ich mich darin, die 97 anderen Kanäle wesentlich häufiger zu nutzen. Es sei denn… ich kann etwas gegen den Ärger tun. Und diese Frage stelle ich mir immer öfter: Kann ich etwas ändern an der Tatsache, dem Verhalten, der Situation, die mich gerade ärgert? Wenn nicht – und das kommt viel häufiger vor als gedacht -, dann befasse ich mich auch nicht mehr damit. Denn genau das möchte unser „inneres System“: Uns motivieren, etwas zu tun. Wir können das Ärgern und Wütendsein als durchaus auch als Motor verstehen, etwas zu verändern. Hindernisse zu beseitigen. Nur: Warum soll ich mich über etwas aufregen, was ich nicht ändern kann? Ein klares Ja zu mehr Gelassenheit in meinem Leben!

Angst ist da, wo Ärger und Wut sind

Hast du gewusst, dass Wut und Ärger eine Form von Angst sind? Wenn ich mich in meine gestrige Situation hineinversetze und die Angst hinter dem (späten) Ärger versuche zu erkunden, dann sehe ich recht schnell die Angst als Gefühl, nicht gesehen, nicht gewünscht, nicht gewollt zu sein. Diese Angst konnte ich zum Glück recht schnell loslassen. Was aber, wenn ich mich permanent über machthungrige, egozentrische Staatschefs ärgere? Na klar habe ich Angst, dass die Welt durch diese Menschen aus den Fugen gerät! Meine Welt sind meine Familie und meine Freunde. Ich könnte sie verlieren. Ich selbst könnte verloren gehen. Meine Sicherheit wäre bedroht. Angst! Wut! Ich kann mich mit jedem Gefühl von Wut oder Ärger bzw. bei negativen Gedanken auch fragen, was mir gerade Angst macht. Und anschließend entscheide ich, was ich als nächstes tue. Ganz getreu dem Motto „Love it, change it or leave it“. Zum Loslassen schau‘ auch gern hier vorbei. 

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Mal wieder durchatmen…

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie dein Körper in Zeiten von Stress reagiert? Wenn uns alles zu viel wird, unsere sorgenvollen Gedanken wie wild Karussell fahren oder wir uns innerlich getrieben fühlen, ist unser sympathisches Nervensystem ganz besonders aktiv. Die Hormone Adrenalin und Cortisol schießen durch unseren Körper und werden ausgeschüttet, um unseren Körper auf Flucht oder Kampf vorzubereiten. Unser Angstzentrum ist jetzt besonders aktiv. Uns fällt uns das Atmen schwer. Wir haben keine Puste mehr. Uns ist die Luft ausgegangen. Wir atmen gar nicht mehr bis in den Bauch, sondern bleiben flach und an der Oberfläche. Passiert das über eine längere Zeit, sinkt unsere Energie, wir fühlen uns kraftlos. Und manchmal reagiert der Körper mit Kopfschmerzen. Dem Körper fehlt es dann an Sauerstoff. Und wie lassen wir diesen wieder in uns rein? Genau, mit einem tiefen und bewussten Atmen. Und dieser lässt uns entspannen und schenkt uns neue Energie. Ganz einfach, oder? 

Stimmung und Atmung gehen Hand in Hand

Je öfter ich tagsüber innehalte, umso mehr erfasse ich meine Gefühle anhand meiner Atmung: Hetze ich gerade wieder durch eine Aufgabe, atme ich kurz und hetze quasi auch durchs Atmen. Wenn ich eine spannende Serie oder einen gruseligen Film schaue, halte ich vor Aufregung auch schon mal die Luft an. Habe ich Angst, atme ich nicht mehr in den Bauch. Unser Atem stellt also ein ganz natürliches Band zwischen Körper und Seele dar. Und unser Atem ist immer da. Eine frei verfügbare Ressource. 

Den Atem beeinflussen ist einfach

Einatmen, Atem kurz anhalten. Ausatmen. Dafür braucht es keine Hilfsmittel. Wenn ich etwas gestresst bin, hilft mir eine einfache Atemübung: Drei Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen. Pure Konzentration auf den Atem. Das lenkt auch von der eigentlichen Situation im Stress ab. Es macht auch Spaß, sich den Atem als helles Licht vorzustellen, zu spüren, wo er gerade verläuft: noch an den Nasenlöchern, in der Brust oder schon im Bauch. Auch das lässt uns gut ablenken von Gedanken und Gefühlen, die uns umkreisen. Es hat ein wenig Übung gebraucht, bis ich diese Techniken mir zunutze machen konnte. Mein innerer Kritiker hat immer mal wieder dagegen gewirkt. Heute merke ich viel schneller, wann es Zeit für eine Atempause ist. Gerade am Anfang kann es daher helfen, sich gedanklich beim Einatmen „Atme ein“ und beim Ausatmen „Atme aus“ zu sagen. Eine Einladung für mehr innere Ruhe und Gelassenheit. 

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Neues Jahr, neues Glück

Wie oft hören wir in diesen Tagen von anderen Menschen, dass sie uns ein frohes und gesundes neues Jahr wünschen. Ich begegne Nachbarn, der Kassiererin im Supermarkt, Freund:innen, der Familie… Alle wünschen mir nur das Beste, eben Frohsinn respektive Glück und Gesundheit. Und ich gebe es auch zurück. Am ersten Tag des Jahres, pünktlich um Mitternacht geht’s los, und bis maximal zur zweiten Woche im neuen Jahr hält es an. Ich gebe und nehme und freue mich darüber. Irgendwann hat sich das Ganze erledigt und wartet bis zum Ende des laufenden Jahres, bevor die Wünsche von vorn beginnen. Und nun? Ich frage mich, was ich mit all den Wünschen anfange. Glück und Gesundheit kommen (oder bleiben) schließlich nicht von allein. Es heißt also wieder einmal, selbst ins Handeln zu komme. Und das möchte ich nicht nur in den ersten Wochen des neuen Jahres. Was also kann ich tun, um dieses Jahr Glück und Gesundheit anzuziehen? 

Mein Glück liegt im Wohlbefinden

Jede:r definiert persönliches Glück unterschiedlich. Im Buchhandel wie im Internet findest du ganze Anleitungen zum Glücklichsein. Wenn uns etwas besonders gut gelingt, denken oder sagen wir ganz schnell: „Da habe ich Glück gehabt.“ Buthan, ein kleiner Staat in Südasien, hat Glück gar zum Ziel des ganzen Landes erklärt. Faktoren, wie beispielsweise Familie, Liebe, Beruf, Finanzen und Freizeit beeinflussen unser Glück im Leben. Nicht alles davon obliegt meiner eigenen Macht zu beeinflussen. Ich persönlich definiere mein Glück nach dem wohligen Gefühl, das ich empfinde bei den Menschen, Dingen oder Situationen, denen ich begegne. Glück fühle ich im Herzen, weniger in meinen Gedanken. Daher halte ich immer öfter immer mal inne, um in mich reinzuhorchen, ob mich das, was ich da gerade mache, glücklich macht. Ist es die aktuelle Aufgabe im Job? Ist es das Spielen mit meiner Tochter? Ist es das Spazierengehen in der Natur? Für mich liegt Glück auch in den kleinen Dingen: Morgens der erste Tee, der sich warm seinen Weg hinunter in den Bauch bahnt. Ein Lachen voller (auch ansteckender) Freude beim Gegenüber. Eine Schar von Kohlmeisen und Spatzen, die sich zwitschernd am Futter auf dem Balkon bedienen. Der Blick weit über einen See oder über das Meer. Zeit für Freunde, Bücher, Sport. Hier reichen mir schon 30 Minuten. Und wenn ich beim Innehalten spüre, dass mir das, was ich da gerade mache, kein positives Gefühl verschafft? Oftmals sind dies Momente, in denen ich mich gestresst oder unzufrieden fühle. Dann spüre ich wiederum in mich rein, was mich genau jetzt in ein besseres Gefühl bringt – und gehe es an. Ein paar Ideen dazu hatte ich hier schon zusammengetragen.    

Meine Gesundheit lässt mich gut fühlen

Auch bei meiner Gesundheit geht es mir besonders ums Wohlbefinden. Ich strebe nicht nur an, Krankheiten und irgendwelche Gebrechen zu vermeiden, sondern möchte mich insbesondere hinsichtlich Körper, Geist und Seele wohlfühlen. Das ist meine Definition von Gesundheit. Und dahinter gibt es so viel, was dem zuträglich ist. Passenderweise korreliert das auch mit meiner Definition von Glück: Bewegung bringt mir Gesundheit und Glücksmomente, wenn ich sie mit Natur verbinde und dabei auf Eichhörnchen, Kohlmeisen oder – wie gestern Abend erst geschehen – einen Waschbär stoße. Mitten in der Stadt. Großartig! Gesunde Ernährung bringt mir mehr Energie und Glücksmomente im Ausprobieren neuer Rezepte. Sanfter Sport wie Yoga oder Pilates bringt mir einen gesunden Körper und Geist und lässt mich auch seelisch auftanken. Ausreichend Schlaf lässt mich (gesund) ausruhen und sorgt ebenso für viel Energie, um all den kleinen und großen (Glücks-) Momente im Wachsein zu begegnen. Und so schraube ich immer mal wieder an meinen Gewohnheiten: Einmal im Monat Waldbaden, einmal pro Woche Fisch, drei Portionen Obst und Gemüse am Tag, einen Tag in der Woche auf Süßes verzichten. Damit es nicht zu groß wird, verlange ich gar nicht erst alles auf einmal von mir. Sondern schaue von Monat zu Monat. Manchmal auch von Woche zu Woche. Nur kein Druck, denn wo bleibt dann das Wohlbefinden und letztlich Gesundheit sowie Glück?

Ich wünsche dir in diesem Sinne von Herzen ein gesundes und glückliches neues Jahr. 

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash  

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365 Tage, um dankbar zu sein

Das Jahr neigt sich dem kalendarischen Ende entgegen. Ich bin stolz auf mich, dass ich in diesem Jahr einmal mehr eine Reise zu mir selbst angetreten bin. Eine Reise, die mit Leid, Schmerz und wenig Schlaf verbunden war. Eine Reise, die auch ihre schönen Seiten zeigte. Eine Reise mit vielen Gefühlen: Wut, Trauer, Freude, Hilflosigkeit, Begeisterung, Liebe, Ohnmacht. Eine Reise schließlich, welche tatsächlich auch im kommendem Jahr eine Reise sein wird. Wir machen täglich neue Erfahrungen, die uns mal rechts, mal links abbiegen lassen, ohne zuvor zu wissen, was auf uns zukommt. Und macht das nicht das Leben aus, nicht zu wissen, was kommt?

Dankbarkeit durch Erinnerungen

Bevor sich ein Virus seinen Weg in unser aller Leben bahnte, stand in unserer Küche ein Glas voller bunter, zusammengefalteter Zettel. Auf diesen habe ich Erlebnisse, die mich Glück und Zufriedenheit haben spüren lassen, niedergeschrieben, sobald sie eingetreten waren. Ich fing im Januar an, diese Glücksmomente zu sammeln, und hörte im Dezember auf. Das Aufschreiben nahm mir nicht viel Zeit; ich hielt es stets kurz. Aber lang genug, um beim Lesen innere Bilder voller Freude zu erzeugen. Am letzten Tag des Jahres habe ich mir diese Erlebnisse und Bilder wieder bewusst gemacht, indem ich Zettel für Zettel noch einmal las. Ich spürte Freude und Begeisterung, das Lächeln in den Mundwinkeln hielt eine Zeitlang an. Ich war voller Dankbarkeit. Und gleichzeitig kam Vorfreude auf das vor mir liegende Jahr auf, das neue Erlebnisse, neue Erfahrungen, neue Bilder schuf. Mit dem Virus schrumpfte eine Zeitlang lang die Anzahl schöner Erlebnisse. Vieles, was mir vorher Freude gemacht hat, war plötzlich nicht mehr möglich. Wollte überdacht und verändert werden, was neue Rituale hervorbrachte, wie zum Beispiel eine neue Morgenroutine. Heute sind es nicht nur Erlebnisse, die mich mit Dankbarkeit erfüllen, sondern es gibt weitaus mehr, was mir ein warmes Gefühl verschafft. 

Wofür ich dankbar bin

So halte ich inne und blicke auch in diesem Jahr zurück auf Gegebenheiten, Situationen und Menschen, die mich dankbar lächelnd das Jahr 2021 enden lassen. Hier ein kleiner Auszug:

Brown and Grey Clean Grid Color Inspiration Moodboard Photo Collage

Mit dem Empfinden von Dankbarkeit habe ich mir eine neue Leichtigkeit in mein Leben geholt. Und gerade in diesen letzten Wochen des Jahres merke ich einmal mehr, dass es auch immer wieder die kleinen Dinge sind, die mich mit Dankbarkeit und Wärme erfüllen – sofern ich sie mir bewusst mache. Es gilt als bewiesen, dass wir tagsüber gelassener sind und nachts besser schlafen, wenn wir uns immer wieder vor Augen führen, wofür wir dankbar sein können. Genauso bewiesen ist es, dass sich unser Gehirn verändert, wenn wir uns in Dankbarkeit üben, sodass wir auch in kritischen Situationen und Zeiten entspannt bleiben. Ich persönlich mag auch das warme, starke Gefühl im Bauch, dass sich bei wahrgenommener Dankbarkeit einstellt. 

Abschließend schenke ich dir vier Möglichkeiten, wie auch du noch mehr Zufriedenheit und Freude durch Dankbarkeit in dein Leben bringen kannst:

  • Dankbarkeitsstein: Such‘ dir einen schönen Stein und lege ihn dir täglich in deine Hosentasche. Wann immer du den Stein berührst, nimm dir einen Moment Zeit und spüre Dankbarkeit für etwas was du siehst, spürst, riechst oder gerade erfährst. Wenn du am Abend den Stein aus der Tasche nimmst, halte inne, und schau‘ zurück in den Tag – voller Dankbarkeit.
  • Dankbarkeitstagebuch: Schreibe täglich oder zumindest regelmäßig drei Dinge auf, wofür du dankbar bist. Spüre nach und fühle diese Dankbarkeit auch im Körper. Es gibt mittlerweile auch schöne und strukturierte Dankbarkeitstagebücher zu kaufen. Vielleicht machen sie es dir etwas einfacher, einen Einstieg ins Schreiben zu finden.
  • Perspektivwechsel: Wenn du dich über deinen Chef oder deine Kollegin geärgert hast, richte den Blick auf etwas Positives in diesem Menschen: Der Chef hält dir deinen Job, wodurch du offene Rechnungen begleichen kannst. Und vielleicht hat dir die Kollegin zuletzt etwas beigebracht? 
  • und noch einmal… Dankbarkeitsglas: Hierzu sammle deine Erlebnisse schöner Erinnerungen auf kleinen Zetteln in einem Glas und kreiere dir ein eigenes Ritual, bei dem du dich ein zweites Mal freuen kannst. 

Und wofür bist du dankbar? 

Photo by Brooke Cagle on Unsplash