(Selbst-) Führung, Kommunikation

So behältst du bei Kritik einen kühlen Kopf

Hast du es gerade mit Vorwürfen und Kritik in deinem Leben zu tun? Schiebt dir deine Kollegin die Schuld in die Schuhe, weil sich das gemeinsame Projekt verzögert? Wirft dir dein Partner mangelnde Loyalität vor? Oder beklagt sich deine Freundin über zu wenig Aufmerksamkeit? Vermutlich bringt dich das ordentlich auf die Palme. Vielleicht denkst du: Wieso versteht er oder sie mich nicht? Warum sieht niemand, welche Bedürfnisse ich habe? Vielleicht merkst du auch umgekehrt, dass es sich immer um die gleichen Themen handelt, die dich aus der Fassung bringen. Inzwischen bist du nur noch am Meckern, weil du dich einfach nicht gehört und ernst genommen fühlst. Gleichwohl, von wem die Schuldzuweisungen und Vorwürfe ausgehen, hier spielen stets unerfüllte, nicht beachtete Bedürfnisse eine wesentliche Rolle. Bedürfnisse, die weder klar noch wertschätzend formuliert werden. Wir wünschen uns von unserem Gegenüber, dass dieser uns unsere Bedürfnisse von den Augen abliest. Anstatt das Licht auf uns selbst zu richten, um herauszufinden, was wir brauchen, gehen wir unbewusst in den Widerstand und brechen Streitereien vom Zaun. Hier spielt sich dann letztlich nichts anderes als ein Machtkampf ab: Es geht nur noch darum, Recht zu behalten. Die Folge: Missverständnisse und unglückliche Kommunikation. Beides führt wiederum zu Frust und Alleinsein. Oft lenken derlei Zank und Streit davon ab, worum es wirklich geht. Umso mehr wir uns dann im Streit miteinander verheddern, umso weniger ist eine gemeinsame, konstruktive Lösung möglich. Und umso mehr entfernen wir uns vom Anderen. Und eigentlich wünscht sich jeder doch das Gegenteil. 

Kritik als Angriff auf unser Ego

Eine der größten Hürden in der zwischenmenschlichen Kommunikation liegt darin, wenn sich dein Gegenüber angegriffen fühlt. Und das hat in der Regel nichts mit dir zu tun. Hier arbeitet das Ego des anderen auf Hochtouren, sucht nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Und genau dasselbe passiert, wenn wir uns angegriffen fühlen. Das bedeutet, wenn du auf einen Angriff von jemanden reagierst, spiegelst du nur die Ängste und Sorgen deines Gegenübers wider. Kritisierst du jemanden, wenn du selbst gerade unzufrieden bist, dreht sich die Kritikspirale in deine Richtung zurück. Hier kämpfen dann zwei Egos gegeneinander. Ein Kampf, der sinnloser nicht sein kann. Dabei hilft es nicht, die Verantwortung für das Ego des anderen zu übernehmen, und zwar in der stillen Hoffnung, es beruhigen zu können. Keine Chance, nicht deine Verantwortung. Der bessere Weg: positiv mit Kritik umzugehen und Kritik selbst konstruktiv zu geben. Unsere Arbeit: Wir können lernen, unser Ego in den Griff zu bekommen, indem wir innehalten. Versuche also bei Kritik, deine Gedanken zu unterbrechen. Fühl‘ in dich hinein, welche Reaktion, welchen Reiz das Ego dir vermittelt, ohne direkt darauf zu reagieren. Frage zudem den anderen nach den Gründen für dessen Vorwürfe, die eigentliche Absicht hinter der Kritik. Das bringt Klarheit. Und frage insbesondere dich selbst, warum du dich angegriffen fühlst. Ich kenne das gut von Feedbackgesprächen mit Führungskräften. Erst kommt die Ölung durch Lob und Anerkennung, dann die Kritik, die so klein sie auch war, wie ein Messer im Rücken wirkt. Die vorherigen Worte des Lobes waren vergessen. Das Ego ist aktiviert. Vielleicht wurde auch ein wunder Punkt berührt, der an anderer Stelle bereits ans Licht kam. Oder eine alte Überzeugung taucht plötzlich auf. Gut, sich dann zu fragen:

  • Welcher wunde Punkt wurde hier gerade berührt? 
  • Was kann ich daraus lernen?
  • Warum hat mein Gegenüber die Macht, mir ein schlechtes Gefühl zu vermitteln?

Niemand besitzt die Macht, uns anzugreifen. Wir legen sie eher freiwillig in die Hand des anderen. Wer auch immer durch Kritik etwas in uns berührt hat, trägt keinerlei Schuld an unserem negativem Gefühl. Es ist vielmehr eine Einladung, hinzuschauen, dankbar zu sein, denn hinter der Kritik kann die Chance zum Wachstum stecken.

Kritik loslassen oder daran wachsen

Eine verbindende Kommunikation hilft, Missverständnisse zu enttarnen. Eine Kommunikation, in beide Seiten als Team, nicht als Gegner agieren. Das gilt für unser privates Leben genauso wie im Job. Es braucht einen wohlwollenden Blick auf sein Gegenüber, um Bedürfnisse des jeweils anderen zu entdecken, zu verstehen und vor allem fürsorglich und verständnisvoll damit umzugehen. Zudem verlangt es von uns, weise zu wählen zwischen Abgrenzung und Selbsterkenntnis. Dafür dürfen wir lernen, welche Vorwürfe, Schuldzuweisungen und Kritik aussortiert gehören, weil sie schlicht nichts mit uns zu tun haben und bei welchen Angriffen sich stattdessen Chancen zum inneren Wachstum und mehr Stärke auftun können. Gute Aussichten für eine größere Verbundenheit und mehr Vertrauen im Miteinander.

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(Selbst-) Führung, Kommunikation

Wie du Vertrauen in deinen Beziehungen stärkst

Vertrauen ist eine große Sache. Je nachdem, was wir in unserem Rucksack an Erfahrungen mit uns herumtragen, kann es lange dauern, Vertrauen aufzubauen, vor allem nach einer Enttäuschung. Dagegen reicht manchmal nur ein Wimpernschlag, Vertrauen in Misstrauen zu verwandeln. Ein unbedachter Satz, eine unerwartete Begegnung oder auch eine vorenthaltene Information können Misstrauen schüren und unsere Beziehungen belasten. Das gilt für den Umgang mit dem Chef genauso wie mit den Kolleg:innen. Mit dem Partner oder der Partnerin genauso wie mit Freund:innen. Dabei ist Vertrauen das Fundament einer intakten Beziehung. Es sorgt dafür, dass wir uns gut fühlen und zuversichtlich sind. Vertrauen unterstützt uns dabei, Kontrolle abzugeben und gelassen zu sein. Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass Vertrauen der Klebstoff ist, der intakte Beziehungen zu anderen überhaupt erst ermöglicht.

Vertrauen aufzubauen ist ein Prozess

Wahrscheinlich würden wir früher oder später verrückt werden, wenn wir allem Neuen oder jedem fremden Menschen mit Angst, Abwehr und Misstrauen begegnen würden. Gerade im Kennenlernen neuer Menschen braucht es Zeit und positive Erfahrungen, damit Vertrauen wachsen kann. Dabei sollten wir Vertrauen nicht mit Vertrautheit verwechseln. Letzteres entsteht in der Begegnung mit neuen Menschen und geht tiefer, je besser wir jemanden kennen lernen. Vertrauen jedoch entsteht erst in kritischen Situationen, wenn wir uns sicher sein können, uns auf den anderen verlassen zu können. Aus der anfänglichen Vertrautheit wächst somit das Vertrauen in die andere Person. Offenheit und Wertschätzung sind dabei unabdingbar, um eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Haben wir es jedoch mit Unehrlichkeit, Unzuverlässigkeit, Demütigung oder Heimlichtuerei zu tun, kann dies eine vertrauensvolle Beziehung in wenigen Augenblicken erschüttern. Dann kommen uralte Ängste ins Spiel, was dazu führt, unser Gegenüber kontrollieren zu wollen. Gut, dass wir lernen können, Vertrauen aufzubauen. Wie geht das nun konkret? Nachfolgend ein paar Tipps, die dir dabei helfen können:

  • Kommunikation: Je mehr wir regelmäßig und offen kommunizieren, umso mehr kann Vertrauen wachsen. Schweigen, Geheimnisse, Betrug sind Gift für unsere Beziehungen. Hinterfrage dich selbst, warum du bei gewissen Themen meinst, sie nicht mit deinem Gegenüber teilen zu können. Mach es dir dabei gar nicht erst in der Opferrolle gemütlich, denn dies belastet einmal mehr neue oder länger bestehende Beziehungen. 
  • Authentizität: Was auch immer wir meinen, denken, fühlen, sollten wir sagen und Taten folgen lassen. Dabei spielen auch Fein- und Zeitgefühl eine elementare Rolle. Manchmal tut es also gut, wenn du deinem Gegenüber Zeit und Raum einräumst.  
  • Ehrlichkeit: Unvollständige Informationen stellen ein Hindernis dar, denn sie führen zu Spekulationen und Misstrauen. Teile der anderen Person mit, dass sie sich keine Sorgen machen muss. Das beruhigt und verhindert Fehlinterpretationen. Manchmal ist es uns nicht gegeben, alles zu sagen. Das passiert uns hin und wieder gerade im Job. Statt dann auf eine Lüge zu setzen, ist es besser zu schweigen. Oder noch besser zu sagen, dass wir darüber (noch) nicht sprechen können. 
  • Umgang mit Fehlen: Wir tun gut daran, zu unseren Fehlern zu stehen und aus ihnen zu lernen. Gerade im beruflichen Kontext sollten Menschen, die als Führungskräfte ohnehin eine Vorbildfunktion inne haben, beweisen, dass Fehler in Ordnung sind. Hier hilft es, andere an gemachten Erfahrungen im Umgang mit Fehlern teilhaben zu lassen. Auch im privaten Bereich können wir einen guten Umgang mit Fehlern lernen. Den anderen mit Schweigen oder unangemessener Kritik zu bestrafen, lässt kein Vertrauen entstehen, sondern entfernt uns mehr voneinander.
  • Geduld: Vertrauen lässt sich nicht wie eine Lichtquelle einschalten. Es entsteht mit der Zeit. Wird wiederholt gelogen oder werden immer wieder Zusagen nicht eingehalten, baut sich Misstrauen auf. Erst wenn wir merken, dass wir uns auf unser Gegenüber verlassen können, eben insbesondere in Krisensituationen, wird Vertrauen gestärkt.

Vertrauen hat einen hohen Stellenwert

Vertrauen ist Ausdruck einer stabilen Beziehung – im Privaten wie im Job. Vertrauen können wir nicht anweisen, es wird gegeben. Es ist unsere Verantwortung, sich dafür des Vertrauens unseres Gegenübers als würdig zu erweisen. Wir haben es also selbst in der Hand, unsere Beziehungen auf einem sicheren und stabilen Fundament aufzubauen. Nur so gelingt es uns, gesunde Beziehungen zu führen, die uns glücklich machen. Wenn in zwischenmenschlichen Beziehungen jedoch nur eine Person an einer Vertrauensbasis arbeiten will, Gespräche vermieden oder problem- statt lösungsorientiert geführt werden, ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, die Beziehung zu überdenken. Wir haben immer die Wahl, mit wem wir uns umgeben. Und das Glück wartet dann an anderer Stelle.

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(Selbst-) Führung, Kommunikation

Der Ton macht die Musik

Meine Eltern hatten es mit mir auf meinem natürlichen Selbstfindungstrip im Alter von 14+ Jahren sicher nicht einfach. Ich habe in jenen Zeiten nicht viel mit ihnen gesprochen. Und wenn, dann klang oft Trotz, Rebellion oder selbstauferlegte Arroganz durch. Ein Satz, der dann häufiger fiel, war „Der Ton macht die Musik!“. Ein Satz, den meine Mutter aussprach und der hängen blieb. Ich musste kürzlich wiederholt daran denken, als ich mich in verschiedenen Gesprächssituationen wiederfand und bemerkte, wie ich oder auch andere auf das Wie hinter den Worten reagierten. Kommunikation ist für mich von jeher ein spannendes Thema. Mit nur einem Ton kann ich Türen öffnen oder eben auch schließen. Ton schafft Emotion. Und oftmals schafft auch die Emotion den Ton. Mit ein bisschen Achtsamkeit können wir den Fokus auf das positive Gefühl setzen und gar nicht erst das Boot in stürmische Gewässer lenken. Ein Beispiel: Wenn ich morgens mein Kind wecke, kann ich dies liebevoll tun, indem ich mich zu ihm setze, es streichle und ihm ein sanftes „Aufstehen“ ins Ohr schicke oder ich gehe ins Zimmer, um die Vorhänge aufzureißen und dabei ebenso laut wie streng „Aufstehen“ zu rufen.

Gute Kommunikation ist Achtsamkeit

Mit einer guten Portion Aufmerksamkeit kannst auch du in deinen Gesprächen dein Gegenüber und dessen Reaktion auf das Gesagte wahrnehmen. Bist du unsicher in dem, was du wahrnimmst, trau dich und frag nach. So klärt sich sicher eine Situation, über die du vielleicht vorschnell geurteilt hat. Wichtig ist auch die jeweilige Stimmung – bei dir und deinem Gegenüber. Manchmal wird die auch unbewusst beeinflusst. Ein falsches Wort, ein falscher Ton, und schon bricht in unseren Beziehungen die Eiszeit aus. Wir senden in unseren Gesprächen eben nicht nur Worte, sondern auch Gefühle. Sei dir bewusst, dass das, was du aussendest, auch zu dir zurückkommt. Ton auf Ton. Gefühl auf Gefühl. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Auch in unserer Kommunikation. Eine Auseinandersetzung, gründet sie noch so sehr auf einer banalen Situation, führt dann schnell zum Verlust von Nähe und Vertrauen. Nicht so, wenn du vergeben kannst, was das Gras über die Sache wachsen lassen kann. Kommt es jedoch wiederholt zu ähnlichen Situationen, leiden unsere Beziehungen bis hin zum Kontaktabbruch. Unsere Muster sind mächtig, wenn wir ihnen keine Aufmerksamkeit schenken. 

Und wie sprichst du mit dir selbst?

In unseren Gesprächen kommt es also nicht immer auf das Was, sondern vielmehr auf das Wie an. Und das gilt auch für die Gespräche, die wir mit uns selbst führen. Achte gerne mal darauf, wie du mit dir selbst sprichst. Sprichst du so auch mit deiner besten Freundin? Deinem besten Freund? Wie oft verurteilst du dich selbst in deinen stillen Gesprächen? Auch hier geht es darum, dir selbst ein:e gute:r Freund:in zu sein, dich wichtig zu nehmen und einen liebevollen Umgang mit dir selbst zu pflegen. Auch hier macht eben der Ton die Musik. Egal also, in welchem Gespräch du dich künftig befindest, achte auf das Wie in deinen Worten – selbst, wenn du schlecht drauf bist.

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Kommunikation

Warum eine Entschuldigung wichtig für unsere Beziehungen ist

Fehlerkultur ist ein großes Wort in meinem Umfeld. Wir tun uns nach wie vor schwer, Fehler des anderen zu akzeptieren, sich eigene Fehler einzugestehen und – sich zu entschuldigen. In erster Linie sich selbst gegenüber. Sich selbst zu verzeihen macht den Raum zum Loslassen auf. Manchmal machen wir aus Kleinigkeiten eine große Sache, ohne recht zu wissen, warum. Meist hat der andere damit wenig zu tun. Der kriegt es jedoch ab. Gift für unsere Beziehungen, gerade wenn sie noch wachsen. Passieren Fehler in unseren Beziehungen zu anderen Menschen, braucht es Mut, darüber zu sprechen. Und noch mehr Mut, sich zu entschuldigen. Und ich sage euch, in einer Entschuldigung steckt Magie! Eine Entschuldigung bringt Nähe und Vertrauen. Doch warum fällt uns das manchmal so schwer?

Es tut dir Leid? Sprich‘ darüber!

Haben wir es gar verlernt, wie man sich entschuldigt? Oft fehlt es an Empathie, in Konflikten den anderen mit seinen Bedürfnissen und Problemen wahrzunehmen. In diesem Fall drehen wir uns lediglich um uns selbst. Das ist nicht gerade hilfreich, wenn am Konflikt mehr Menschen als man selbst beteiligt ist. Wer sich besser in sein Gegenüber einfühlen kann und sich selbst reflektiert, erkennt die eigenen Fehler besser. Dann zeugt es von Selbstbewusstsein, darüber zu sprechen und sich zu entschuldigen. Denn wer sich entschuldigt, gesteht sich ein, einen Fehler gemacht zu haben. Damit verbunden ist die Einsicht über das eigene Verhalten. Wichtig dabei ist ehrliche Einsicht, denn das bringt uns auch dazu, ein ehrliches „Es tut mir Leid.“ auszusprechen. Was nützt es, einer Entschuldigung ein Aber hinzuzufügen? Lasst uns also unserem Umfeld und unseren Beziehungen mehr Respekt zollen, indem wir…

…bei schlechter Stimmung oder Vorwürfen anderen gegenüber innehalten und der Ursache auf den Grund gehen. Um sich von den eigenen Emotionen zu distanzieren, hilft hier ein Blick von außen: Was würdest du einem Freund oder einer Freundin raten, der oder die dir diese Geschichte erzählt? So gelingt es, sich von den eigenen Emotionen zu distanzieren und mit mehr Sachlichkeit darüber zu urteilen, was hinter Unstimmigkeiten steckt.

…erkennen, dass unser Verhalten nicht in Ordnung war und uns direkt entschuldigen, ohne Umweg, ohne Verzögerung. Manchmal klappt das nicht gleich, weil in uns die Emotionen köcheln. Mitunter kann eine Entschuldigung dann halbherzig klingen, da noch Widerstand mitschwingt. Hier hilft es, etwas zu warten. Nur nicht zu lange, sonst hat der andere das Thema bereits abgeschlossen.

…eigenes Fehlverhalten nicht schön reden. Rechtfertigungen und Ausreden bleiben außen vor. Einen Fehler schön zu reden, zeugt davon, ihn sich nicht eingestanden zu haben.

…den Mut haben, für ein Fehlverhalten einzustehen! Da steckt keine Schwäche drin, sondern vielmehr Stärke, sowohl das eigene Verhalten als auch die eigenen Gefühle zu reflektieren.

Übernimm‘ Verantwortung

Wer um Verzeihung bittet, zeigt Größe. Größe meint hier mentale Stärke, denn wer sich entschuldigt, übernimmt Verantwortung für das eigene Handeln. Allerdings dürfen Entschuldigungen bewusst eingesetzt werden, sodass der Dialog konstruktiv bleibt. Es gilt also, das richtige Maß zu finden. Zu viel ist zu viel und zu wenig zu wenig, wenn die Situation es erfordert und Grenzen beim Gegenüber verletzt wurden. Das betrifft unsere Beziehungen privat als auch beruflich. Und noch was: Um Verzeihung zu bitten, macht einen Fehler nicht ungeschehen. Hier gilt es, künftig potenzielle Konfliktsituationen zu vermeiden. Bei größeren Themen hilft Reden, in Ruhe und auf Augenhöhe. Manchmal braucht es dafür auch Unterstützung durch eine neutrale dritte Person. Erlaube dir diese Unterstützung. Für ein besseres Miteinander. 

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(Selbst-) Führung, Kommunikation

Sag‘ doch einfach, was du willst!

„Ich will nicht so früh aufstehen!“, „Ich habe keine Lust auf Urlaub in den Bergen.“, „Ich mag jetzt keine Erbsensuppe.“ Wir sprechen oft darüber, was wir alles nicht wollen. Mach doch mal den Test und höre dir selbst beim Reden zu. Ein paar Tage reichen schon und du wirst feststellen, dass du ganz schön häufig sagst, was du nicht willst statt dein Umfeld wissen zu lassen, was du möchtest und was dir demnach wichtig ist. Grundsätzlich wichtig im Leben. Wichtig  für den kommenden Tag, den kommenden Urlaub. Wichtig in genau diesem Moment. Oftmals vermeiden wir sogar, unsere Wünsche offen zu benennen. Und so schweigen wir lieber, um andere nicht zu verletzen. Dabei verletzen wir in erster Linie uns selbst, indem wir uns selbst nicht ernst (genug) nehmen. Oder aber wir reden am anderen vorbei. Immer wieder gerne in privaten Beziehungen: „Du, der Mülleimer ist voll.“ oder „Die Nachbarn machen schon wieder eine Kreuzfahrt. “ Auch im beruflichen Umfeld rutscht uns schon mal ein „Ich weiß gar nicht, wann ich das alles erledigen soll.“ oder „Mein Chef hat schon wieder keine Zeit für mich.“ raus. Im Grunde wissen wir doch, dass uns unsere Wünsche niemand an den Augen ablesen kann. Es braucht zum Aussprechen Offenheit und Vertrauen, denn wir wollen weder verletzt noch abgewiesen werden. Manche Menschen haben nie gelernt, offen über ihre Bedürfnisse zu sprechen. Zu groß ist die Angst vor Verletzungen oder auch in den Wissen, dass jemand anderes zu viel über einen weiß. 

Werde dir deiner Wünsche bewusst

Ganz am Anfang steht immer, sich selbst darüber im Klaren zu sein, was man sich wünscht bzw. welche Bedürfnisse wirklich wichtig sind. Damit einher geht die Frage, ob diese Wünsche und Bedürfnisse berechtigt und angemessen sind. Was nützt es uns, sich den nächsten Urlaub in der Karibik zu wünschen, wenn es aktuell eher mau in der Urlaubskasse aussieht? Und dennoch hilft es, dann darüber zu sprechen, vielleicht ist mit einem gemeinsamen Sparziel der Urlaub im darauffolgenden Jahr unter Palmen auf der Lieblingsinsel möglich. Wenn wir nicht aussprechen, was wir wollen, bekommen wir es meist auch nicht. Und ja klar, manchmal schlägt uns Gegenwind entgegen. Den gilt es dann auszuhalten und sich klarzumachen, dass dieser nichts mit uns als Person zu tun hat. Wir dürfen unsere Wünsche und Bedürfnisse aussprechen, und wenn wir das tun, dann in voller Verantwortung genau dafür. Die Verantwortung für die Reaktion oder Situation unseres Gegenübers tragen wir nicht. Und doch umtreiben uns Gedanken wie „Wird sie das unhöflich finden?“ oder „Wird ihn das verletzen?“, und zwar noch bevor wir unsere Wünsche äußern. Also nochmal: Wir haben das Recht, unsere Bedürfnisse auszusprechen. Wie die anderen damit umgehen, bleibt deren Verantwortung. Unsere Verantwortung beim Aussprechen ist es jedoch, keine Forderungen zu stellen oder Befehle zu erteilen. 

So sprichst du deine Wünsche an

Und, kennst du deine Bedürfnisse? Überlegst du, wie du diese am besten vermittelst? Schau doch einmal, hierauf kommt es an: 

  • Achte auf den richtigen Zeitpunkt: Du weißt ja, zwischen Tür und Angel funktioniert es einfach nicht. Auch bei einem beruflichen Anliegen gibt es sicherlich einen besseren Moment als Montagmorgen oder am späten Abend.
  • Werde konkret in dem, was du möchtest: Formuliere genau, was du sagen möchtest. Vielleicht schreibst du dir vorher ein paar Sätze auf. Gerne auch kurz und knackig statt lang und ausschweifend. 
  • Verwende Ich-Aussagen: Während Du-Botschaften eher Widerstand und Konflikte erzeugen, wirken Ich-Botschaften wesentlich konstruktiver. Sei dir dessen bewusst, dass du so Vertrauen und Offenheit ausdrückst. 
  • Bleib ruhig: Das spricht für sich. In unaufgeregter Kommunikation fällt es uns leichter, auf den Punkt zu kommen. Hierbei hilft wiederum eine gute Vorbereitung. Aus einer negativen Emotion heraus gelingt es uns weniger gut, unsere Bedürfnisse zu äußern. Zu schnell laufen wir Gefahr, Distanz zu schaffen, die wir gar nicht beabsichtigt hatten.
  • Halte Blickkontakt: Bleib stets in Augenkontakt mit deinem Gegenüber, vielleicht sogar in Verbindung mit einem Lächeln. So signalisierst du Sympathie und Offenheit.
  • Akzeptiere die Reaktion deines Gegenübers: Klar, ein „Nein“ möchtest du sicher nicht hören. Und genau das solltest du dennoch akzeptieren und gleichzeitig herausfinden, warum es zustande gekommen ist. Oftmals stecken Gründe dahinter, die nichts mit dir zu tun haben. Und doch beziehen wir die Reaktion des anderen meist auf uns. Hier kannst du gut deinen Umgang mit Ablehnung üben. 
  • Sei offen für Alternativen: Vielleicht hast du dir im Vorfeld schon Gedanken über einen Kompromiss gemacht. Dann sprich ihn aus. Vielleicht bringt jedoch auch dein Gegenüber eine Alternative ins Spiel, die sich gut für dich anfühlt. Bleib aufgeschlossen und zielorientiert.

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Fällt es dir leicht, über deine Bedürfnisse zu sprechen? In welchen Situationen brauchst du besonders viel Mut, Wünsche zu äußern? Wenn es dir noch schwer fällt, fang‘ in kleinen Schritten an. So wirst du schnell feststellen, dass du leichter zum Ziel kommst und damit die Erfüllung deiner Wünsche und Bedürfnisse näher rückt. 

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