(Selbst-) Führung

Grenzen setzen – So klappt’s mit dem Nein-Sagen

Nein. Ein starkes Wort. Ein Wort, das Grenzen setzt. Und doch fällt es uns immer wieder schwer, Grenzen zu setzen, besonders wenn Gefühle im Spiel sind. Sind wir nicht in der Lage, gesunde Grenzen zu setzen, schaden wir in erster Linie uns selbst. Sagen wir in bestimmten Situationen „ja“ und meinen „nein“, ist das ein „nein“ gegen uns selbst – und das kann uns ordentlich Energie ziehen und den Stresspegel nach oben treiben. Ich kenne das gut aus meiner Vergangenheit, vor allem aus beruflichen Situationen, wenn ich eine Aufgabe nicht tun wollte. Ich hatte Angst, meine Mitmenschen zu verletzen oder dass sie schlecht über mich denken oder gar reden. Wenn ich dann der Aufgabe nachging, ging es mir nicht gut dabei. Geschah das über einen längeren Zeitraum, fühlte ich mich schnell unter Druck, eingeengt und ausgebrannt. Und das hatte Konsequenzen. Für die Stimmung im Job und zuhause, mir und anderen gegenüber. Irgendwann entschied ich, dass ich das nicht mehr länger mitmachen möchte. Ich erlaube mir seither, das Nein in meinem Sprachgebrauch immer häufiger anzuwenden, wenn ich merke, dass sich etwas nicht stimmig anfühlt. Mit der Zeit habe ich gelernt, Schuldgefühle auszuhalten. Überzeugungsversuche, Widerspruch abzubinden. Es ist stetiges Training. Ich erlebe auch heute noch Situationen, in denen die alten Verhaltensweisen wieder durchschimmern. Zuletzt fiel es mir schwer, die Einladung einer Freundin abzulehnen bzw. ich stellte fest, dass ich im Job zu viele Arbeitsaufgaben übernommen hatte.

Bist du ein Ja-Sager?

Geht’s dir auch so? Wie steht’s denn um deine Gefühle, wenn…

  • andere dich um einen Gefallen bitten, den du gar nicht tun willst?
  • dich jemand braucht, obwohl du gerade dringend Zeit für dich benötigst?
  • dein:e Kolleg:in dir lästige Aufgaben aufdrängt?
  • du keine Lust hast, bei einem Treffen der Familie dabei zu sein?
  • dein Kind nach deiner Aufmerksamkeit verlangt?
  • dich jemand sehen möchte, du aber gar keine Lust zu einem Wiedersehen hast?

Wie viele dieser Fragen hast du mit „ja“ beantwortet? Wichtig zu verstehen ist, dass alle Menschen unterschiedliche Grenzen haben. Fakt ist jedoch, dass wir alle Grenzen haben – und dies auch kommunizieren dürfen. Warum fällt es Menschen überhaupt schwer, „nein“ zu sagen? Oft geht dieses Verhalten auf frühkindliche Erfahrungen zurück. Vielleicht kommt dir einer oder mehrere der nachstehenden Glaubenssätze bekannt vor: 

  • Ich muss mich anpassen.
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Was sollen nur die anderen denken?
  • Ich muss etwas leisten, um etwas (Geld, Anerkennung etc.) zu verdienen.
  • Nur wenn du nett bist, wirst du gemocht. 

Wir wurden bereits als Kinder darauf konditioniert, die Erwartungen anderer zu erfüllen. So sollten negative Gefühle vermieden werden. Dass es sich dabei oft um die Gefühle der anderen handelte, liegt auf der Hand. Und damit auch, dass wir darüber immer mehr unsere eigenen Bedürfnisse aus den Augen verloren haben, um das Leben der anderen zu führen. 

Angst vor Zurückweisung

Klar, in unseren Beziehungen wollen wir ein gutes Verhältnis, insbesondere zur Familie und zu Freunden. Ist dies stabil, geht es uns gut. Stabilität zeigt sich insbesondere dann, wenn wir uns erlauben, ehrlich und authentisch unsere Bedürfnisse zu äußern. Überleg‘ mal: Kannst du die Einladung deiner Freundin absagen, weil du Zeit für dich brauchst? Wie viele deiner Freundinnen akzeptieren diese Art von Zurückweisung? 

Nein-Sagen lässt sich üben

So viel steht fest: Wenn wir keine Grenzen setzen können, geht es meist um unsere Ängste. Angst vor Ablehnung. Angst vor Konflikten. Angst, andere Menschen zu enttäuschen bzw. zu verletzen. Und doch brauchen wir diese Fähigkeit, um unser Leben so zu gestalten, wie wir es wollen. Sieh es gern als Form von Selbstschutz. Für dich und dein Leben. Zum Nein-Sagen braucht es Mut und Selbstsicherheit. Mit diesen Übungen kannst du das schaffen:

Prioritäten setzen

Was ist dir wichtig im Leben? Steht dein Kind an erster Stelle, überlege das nächste Mal, ob du wirklich noch kurz vor Feierabend die Aufgaben deiner Kollegin erledigen musst, um die sie dich gebeten hat. Wie wichtig ist dir dieser Mensch? Und auch: Wie wichtig ist dir dieser Mensch im Vergleich zu dir selbst? Klar, es kann passieren, dass dein Gegenüber kein Verständnis für deine Entscheidung hat. Frust, Wut, Traurigkeit können aufkommen. Doch hieran trägst du keine Schuld: Du bist nicht verantwortlich für die Gefühle der anderen. Und du bist auch nicht verantwortlich für das Glück anderer. Es gibt nur einen Menschen, den du am nächsten stehst, und das bist du selbst. Gerade wenn es bei Treffen mit Bekannten und Kolleg:innen um eine Absage geht: Du hast noch andere Menschen in deinem Leben, die dir näher stehen. Die für dich da sind. Für die du da bist. 

Verschaffe dir Zeit und halte inne

Sofern es sich nicht um dringende Entscheidungen handelt, hast du jederzeit die Wahl, um Bedenkzeit zu bitten. Es lohnt sich, wenn du dir die Zeit nimmst und darüber nachdenkst, welchen Weg zu einschlägst. Und genau das darfst du kommunizieren: „Ich bin mir nicht sicher, ich denke darüber nach und melde mich.“ Du darfst dir erlauben, innezuhalten und dich zu fragen: Was ist das Anliegen? Möchte ich das tun? Wie viel Zeit und Energie steht mir dafür zur Verfügung? Wie viel bedeutet mir die Person? 

Fass‘ dich kurz

Erkläre dich nicht allzu lange im Nein-Sagen. Sie sprechen eher für deine Schuldgefühle und Gewissensbisse. Im Grunde bist du niemandem Rechenschaft schuldig, warum du einen Gefallen, ein Treffen etc. ausschlägst. Es spricht jedoch von sozialer Kompetenz, wenn du eine kurze Begründung für deine Entscheidung mitteilst. Besonders bei Menschen, zu denen du einen enge Bindung hast. 

Ein „nein“ klappt auch nach einem „ja“

Ein „ja“ verpflichtet dich nicht zu einer lebenslangen Entscheidung. Du hast das Recht, dich jederzeit umzuentscheiden. Hast du einmal zugesagt, darfst du auch wieder absagen. Hier spielt Ehrlichkeit und Offenheit eine wichtige Rolle. Lass dein Gegenüber deine Gedanken und Gefühle wissen. Schuldig bist du das jedoch nicht. 

Übernimm‘ die Hauptrolle in deinem Leben

Wenn du lernst, “nein” zu sagen, stellst du dich an die erste Stelle in deinem Leben. Erlaube dir das! So gelingt es dir, auch in schwierigen Zeiten Herausforderungen zu meistern. Dabei übst du dich darin, deine Bedürfnisse zu erkennen und ernst zu nehmen. Mit einem „nein“ entscheidest du dich bewusst dafür, deine Bedürfnisse zu befriedigen. So trägst du ganz wesentlich zu deiner physischen und emotionalen Gesundheit bei. 

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(Selbst-) Führung, Kommunikation

Wie du Vertrauen in deinen Beziehungen stärkst

Vertrauen ist eine große Sache. Je nachdem, was wir in unserem Rucksack an Erfahrungen mit uns herumtragen, kann es lange dauern, Vertrauen aufzubauen, vor allem nach einer Enttäuschung. Dagegen reicht manchmal nur ein Wimpernschlag, Vertrauen in Misstrauen zu verwandeln. Ein unbedachter Satz, eine unerwartete Begegnung oder auch eine vorenthaltene Information können Misstrauen schüren und unsere Beziehungen belasten. Das gilt für den Umgang mit dem Chef genauso wie mit den Kolleg:innen. Mit dem Partner oder der Partnerin genauso wie mit Freund:innen. Dabei ist Vertrauen das Fundament einer intakten Beziehung. Es sorgt dafür, dass wir uns gut fühlen und zuversichtlich sind. Vertrauen unterstützt uns dabei, Kontrolle abzugeben und gelassen zu sein. Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass Vertrauen der Klebstoff ist, der intakte Beziehungen zu anderen überhaupt erst ermöglicht.

Vertrauen aufzubauen ist ein Prozess

Wahrscheinlich würden wir früher oder später verrückt werden, wenn wir allem Neuen oder jedem fremden Menschen mit Angst, Abwehr und Misstrauen begegnen würden. Gerade im Kennenlernen neuer Menschen braucht es Zeit und positive Erfahrungen, damit Vertrauen wachsen kann. Dabei sollten wir Vertrauen nicht mit Vertrautheit verwechseln. Letzteres entsteht in der Begegnung mit neuen Menschen und geht tiefer, je besser wir jemanden kennen lernen. Vertrauen jedoch entsteht erst in kritischen Situationen, wenn wir uns sicher sein können, uns auf den anderen verlassen zu können. Aus der anfänglichen Vertrautheit wächst somit das Vertrauen in die andere Person. Offenheit und Wertschätzung sind dabei unabdingbar, um eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Haben wir es jedoch mit Unehrlichkeit, Unzuverlässigkeit, Demütigung oder Heimlichtuerei zu tun, kann dies eine vertrauensvolle Beziehung in wenigen Augenblicken erschüttern. Dann kommen uralte Ängste ins Spiel, was dazu führt, unser Gegenüber kontrollieren zu wollen. Gut, dass wir lernen können, Vertrauen aufzubauen. Wie geht das nun konkret? Nachfolgend ein paar Tipps, die dir dabei helfen können:

  • Kommunikation: Je mehr wir regelmäßig und offen kommunizieren, umso mehr kann Vertrauen wachsen. Schweigen, Geheimnisse, Betrug sind Gift für unsere Beziehungen. Hinterfrage dich selbst, warum du bei gewissen Themen meinst, sie nicht mit deinem Gegenüber teilen zu können. Mach es dir dabei gar nicht erst in der Opferrolle gemütlich, denn dies belastet einmal mehr neue oder länger bestehende Beziehungen. 
  • Authentizität: Was auch immer wir meinen, denken, fühlen, sollten wir sagen und Taten folgen lassen. Dabei spielen auch Fein- und Zeitgefühl eine elementare Rolle. Manchmal tut es also gut, wenn du deinem Gegenüber Zeit und Raum einräumst.  
  • Ehrlichkeit: Unvollständige Informationen stellen ein Hindernis dar, denn sie führen zu Spekulationen und Misstrauen. Teile der anderen Person mit, dass sie sich keine Sorgen machen muss. Das beruhigt und verhindert Fehlinterpretationen. Manchmal ist es uns nicht gegeben, alles zu sagen. Das passiert uns hin und wieder gerade im Job. Statt dann auf eine Lüge zu setzen, ist es besser zu schweigen. Oder noch besser zu sagen, dass wir darüber (noch) nicht sprechen können. 
  • Umgang mit Fehlen: Wir tun gut daran, zu unseren Fehlern zu stehen und aus ihnen zu lernen. Gerade im beruflichen Kontext sollten Menschen, die als Führungskräfte ohnehin eine Vorbildfunktion inne haben, beweisen, dass Fehler in Ordnung sind. Hier hilft es, andere an gemachten Erfahrungen im Umgang mit Fehlern teilhaben zu lassen. Auch im privaten Bereich können wir einen guten Umgang mit Fehlern lernen. Den anderen mit Schweigen oder unangemessener Kritik zu bestrafen, lässt kein Vertrauen entstehen, sondern entfernt uns mehr voneinander.
  • Geduld: Vertrauen lässt sich nicht wie eine Lichtquelle einschalten. Es entsteht mit der Zeit. Wird wiederholt gelogen oder werden immer wieder Zusagen nicht eingehalten, baut sich Misstrauen auf. Erst wenn wir merken, dass wir uns auf unser Gegenüber verlassen können, eben insbesondere in Krisensituationen, wird Vertrauen gestärkt.

Vertrauen hat einen hohen Stellenwert

Vertrauen ist Ausdruck einer stabilen Beziehung – im Privaten wie im Job. Vertrauen können wir nicht anweisen, es wird gegeben. Es ist unsere Verantwortung, sich dafür des Vertrauens unseres Gegenübers als würdig zu erweisen. Wir haben es also selbst in der Hand, unsere Beziehungen auf einem sicheren und stabilen Fundament aufzubauen. Nur so gelingt es uns, gesunde Beziehungen zu führen, die uns glücklich machen. Wenn in zwischenmenschlichen Beziehungen jedoch nur eine Person an einer Vertrauensbasis arbeiten will, Gespräche vermieden oder problem- statt lösungsorientiert geführt werden, ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, die Beziehung zu überdenken. Wir haben immer die Wahl, mit wem wir uns umgeben. Und das Glück wartet dann an anderer Stelle.

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(Selbst-) Führung, Allgemein

Selbstfürsorge: Reicht hier ein Pflaster?

Ich bin sicher, das Wort „Selfcare“ ist dir wohlvertraut. Selfcare, zu deutsch: Selbstfürsorge, ist derzeit in aller Munde. Social Media läuft über damit. Und auch ich nehme mich nicht aus, hin und wieder eine Form von Selbstfürsorge zu betreiben und darüber zu sprechen oder zu schreiben. Wenn du mir schon länger folgst, weißt du das. Die Einladungen im Leben dazu sind auch vielfältig: „Verwöhn‘ dich mal wieder“ mit dem Bild einer Badewanne plus Kerzenschein, ruft es von den Titelblättern einiger Zeitschriften. „Gönn‘ dir mal was Schönes – nur für dich!“ plus Wellness-Werbung zum Aktionspreis am nächsten Wochenende im nahen Spa heißt es auffordernd auf der Werbefläche an der Tram-Haltestelle. So inspiriert laufen wir los und investieren den einen oder anderen Euro in ein paar Stunden Sauna, ein neues Kosmetikprodukt, ein neues Buch, eine weitere Yoga-Stunde, etc. Klar, davon berichten wir dann auch stolz in unseren Social Media-Kanälen. #selfcare. Soll doch die Welt erfahren, wie ich mich um mich selbst sorge, wenn es mir gerade nicht gut geht. Vielleicht bekomme ich dafür auch einen Daumen nach oben oder ein Herz. Zack, schon geht es mir besser. Ist das so? Wirklich?

Ist dein Pflaster nachhaltig?

Sind diese Dinge nicht lediglich Sachen, die ich da draußen einkaufen kann und die mir für kurze Zeit ein Wohlgefühl verschaffen? Ich vergleiche sie inzwischen mit einem Pflaster, das ich mir auf meine Kratzer und Schürfwunden klebe, wenn mein Weg im Leben mal eben holprig ist. Irgendwann fällt es wieder ab. Nicht, dass ich für diese Pflaster nicht dankbar wäre. Tatsächlich weiß ich sie zu schätzen. Allerdings haben sie selten, egal, wie bunt sie waren, zur echten Heilung beigetragen. Temporäre Selbstfürsorge also eher. Meine eigene Heilung passierte erst dann, als ich mir die Frage erlaubte, warum es mir nicht gut geht. Seither gehe ich damit nach innen, denn dort liegt die Wahrheit über mein Unwohlsein. Im Außen habe ich sie nicht gefunden – weder auf den Seiten eines neuen Buches noch auf dem Boden einer neuen Bodylotion. Auch das kurzzeitige Verreisen an schöne Orte hat mich nicht langfristig geheilt. Es war immer der Blick nach innen. Und ja, sie kann auch wehtun. Sie kann einem mühsamen Besteigen eines Berges gleich kommen. Irgendwann jedoch kommst du jedoch auf dem Gipfel an und schaust ins weite Land mit all seinen Möglichkeiten. Und du merkst, wie du auf dem Weg gewachsen bist und nun neue Wege da sind, gegangen zu werden. In meiner Bedeutung von Selbstfürsorge steckt ganz klar, das Leben in die eigene Hand zu nehmen, dabei unsere Bedürfnisse wahrzunehmen und zu ihnen zu stehen. Nur so können wir unser Leben so gestalten, dass damit auch Genuss einhergeht. Dass damit auch Abgrenzung, also Nein zu sagen, dazugehört, liegt nah. Denn Selbstfürsorge meint auch, die eigenen Grenzen zu kennen – und zu achten. 

So sorgst du wirklich für dich selbst

Sich selbst und seine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, ist für mich also echte #selfcare. Und wie findest du konkret in eine nachhaltigere Selbstfürsorge als den Tipps und Tricks von außen zu folgen? Lies hier einige Tipps für dich:

  • Schreib‘ auf, was du in deinem Leben brauchst, damit es dir gut geht. Welche Bedürfnisse davon werden aktuell erfüllt bzw. nicht erfüllt? Was sind die Gründe hierfür? Selbstfürsorge bedeutet, sich aktiv mit seinem Leben auseinanderzusetzen. In welchem Lebensbereich (Job, Familie, Gesundheit etc.) bist du also derzeit zufrieden?
  • Sprich mit deinem Umfeld über deine Bedürfnisse. Ob Partner*in, Freund*in, Kolleg*in, Eltern oder Kinder; überlegt zusammen, was euch glücklich und zufrieden macht und wir ihr euch bei Bedarf unterstützen könnt. Es ist stets an uns, unsere Beziehungen positiv zu gestalten.
  • Apropos Unterstützung: Manche Herausforderungen bedürfen professioneller Unterstützung. Gesteh‘ dir also andere Hilfe ein, wenn du aus eigener Kraft nicht weiterkommst. Erinnere dich immer wieder daran, dass du nicht nur dein eigenes Leben verbesserst, sondern auch das der Menschen um dich herum, wenn du dir die Hilfe holst, die du gerade brauchst.  
  • Gehe ganz bewusst mit deiner Gesundheit in Kontakt. Wo zwickt es? Wie oft hast du in der vergangenen Woche wirklich durchgeschlafen? Atmest du tief in den Bauch oder eher flach in die Brust? Gerade in unruhigen Zeiten dürfen wir auf uns achten und Raum für Ruhe und Zeit für uns schaffen.  

Übrigens: Selbstfürsorge bedeutet nicht etwa, dass du von nun an im Alleingang durchs Leben gehst. Im Gegenteil. Wir alle dürfen lernen, für uns selbst einzustehen und darüber zu sprechen. Somit haben wir die Möglichkeit, von einander zu lernen. Und zwar nicht nur, wie wir Bedürfnisse aussprechen und Grenzen setzen, sondern auch indem wir aufeinander achten. Indem wir zuhören, was unser Gegenüber sagt. So wachsen wir gemeinsam, denn Selbstfürsorge geht uns alle an. In diesem Sinne, was tust du heute noch für dich?

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Allgemein

Die beste Medizin für dein Leben

Wenn das Leben dir mal wieder in die Quere kommt und dich fordert, (neue) Entscheidungen zu treffen, wünschst du dir dann auch hin und wieder ein Rezept vom Doc, dass dir Heilung schenkt? Nun, zum Doc musst du dafür nicht. Dafür lade ich dich zum Weiterlesen ein. Denn heute bin ich es, die die Medizin für dein Leid im Gepäck hat. Die Empfehlung stammt nicht von mir, sondern von einem Menschen, der anonym geblieben ist. Das ist schade, denn ich hätte ihm gern persönlich gedankt. Und weißt du was? Ich kann dir sogar mehr als ein Medikament nennen. Und das Medikament wirkt auch präventiv. Bist du schon neugierig? Gut! Also pass auf: „Die sieben besten Medikamente: Sonnenschein, Wasser, innere Ruhe, frische Luft, Bewegung, Obst und Gemüse, Freude.“ So einfach, so gut. Ich wünsche mir, dass du sie dir verinnerlichst. Dein Kopf wird beim Sonnenschein schon abwinken und dir einreden, dass das Schwachsinn ist. Sonnenschein ist schließlich nicht immer verfügbar, schon gar nicht nachts. Gut, dass es dann noch sechs weitere Möglichkeiten an medizinischer Hilfe gibt. 

Ein Blick in meinen Medizinschrank

Nachdem ich das Zitat gelesen hatte, bin ich durch meinen imaginären Medizinschrank gegangen und habe innerlich Haken gesetzt. Sonnenschein war gerade nicht zu sehen. Bestellen kann ich ihn nicht wirklich, daher fülle ich lieber all meine Zellen mit ihm, sobald er zu sehen ist. Oder finde den Sonnenschein an einem anderen Ort. Wasser ist immer da. Und dafür bin ich sehr dankbar. Auch dafür, dass wir es in Deutschland direkt aus der Leitung trinken können. Wir müssen nicht weit reisen, wo dies nicht aktuell eher keine Empfehlung ist. Innere Ruhe geht in meiner Medikamentensammlung immer mal wieder aus. Dabei weiß ich um ihre Wirkung und genieße die Einnahme dieses Medikaments umso mehr. Reminder an mich selbst: Vorrat auffüllen. Frische Luft verbinde ich am besten mit Bewegung. Doppelte Wirkung, auch wenn man von der Einnahme mehrerer Medikamente auf einmal immer mal wieder abrät. Die Entscheidung, jeden Tag mindestens einmal das Haus zu verlassen, erfülle ich mir jeden Tag. Für das Auftanken mit frischer Luft. Für die Bewegung. Manchmal braucht es dafür einen Ansporn, hier und da steht noch eine Aufgabe dahinter. Aber ich bin jeden Mal stolz auf mich, wenn ich es „geschafft“ habe, mich gegen den inneren Schweinehund durchzusetzen. Und ja, es gibt auch Tage, da reicht die Bewegung lediglich von der Küche auf den Balkon. Ist auch Bewegung. Und frische Luft. Und außer Haus. Bestenfalls denke ich dann noch an das Glas Wasser in der Hand. Oder ein bisschen Obst und Gemüse. Im Schnippeln davon bin ich gut. Und es fängt schon morgens an, wenn die Frühstücksbox meines Kindes gepackt wird. Da fällt immer mal was ab für mich. Und ich lieb’s einfach. Roh. Gegart. Gebraten. Zermanscht. In der Regel immer ein Vorrat vorhanden. Wenn nicht, bewege ich mich nach draußen an die Luft. Wie sieht es nun mit Freude aus? Es gibt so Tage, an denen ich mehr davon brauche, jedoch habe ich mehr und mehr den Knoten raus, sie mir ebenfalls auf Vorrat anzulegen. Das ist gar nicht so schwer, habe ich festgestellt, und fängt bei den kleinen Dingen an, dir mir gut tun. Fun Fact: Nehme ich das Medikament Sonnenschein ein, brauche ich die Freude gar nicht erst aus dem Schrank holen. Sie kommt dann ganz von allein. Und schafft noch mehr Vorrat, wenn ich sie wahrnehme und somit ein bisschen mehr einsammele.

Hast du genug der besten Medizin zuhause?

Vielleicht hast du bislang nicht viel von Medikamenten gehalten. Vielleicht hast du bisher die Nebenwirkungen gescheut. Es mag sie auch hier geben. Zu lange in der Sonne gebadet – autsch, Gefahr von Sonnenbrand. Achtsam angewendet, entfaltet jedes einzelne dieser Medikamente die volle Heilkraft. Mal‘ dir mal aus, wie es wäre, wenn du alles auf einmal zu dir nimmst. Ich wünsche dir also, dass du immer genug davon in deinem Medizinschrank aufbewahrst. Und wer weiß, vielleicht ist sogar so viel da, dass du es mit anderen teilen magst. Andere, die die Medizin gerade mehr brauchen als du. In diesen Zeiten scheint mir das eine gute Idee zu sein. Schau‘ am besten gleich mal nach, was alles schon da ist und an welcher Stelle du mehr brauchst. Beim nächsten Mal, wenn du merkst, etwas Medizin könnte bei deinen Herausforderungen helfen, greif‘ das erste der sieben Medikamente, auf das dein Blick fällt. Für die schwierigeren Herausforderungen, die auch deinen Körper betreffen, scheue dich nicht, dir Rat und Unterstützung beim Doc zu holen.  

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Allgemein

Wie du bei Unruhe im Außen Frieden im Innern findest

Eine alte Bekannte schaut in diesen Tagen wieder öfter bei mir vorbei. Sie heißt Angst. Mein Körper reagiert mit innerer Unruhe, in meinem Bauch liegt ein roter Backstein. Groß und schwer. Fast zwei Jahre ist es her, da kam dieselbe Bekannte tagein, tagaus bei mir vorbei. Sie ist mir vertraut. Wie hat die Bekannte es in mein Haus geschafft? Sie hat aktuelle Nachrichten dabei. Und einmal mehr nehme ich wahr, welche Macht Nachrichten haben. Was Worte und Bilder auslösen können. Vor allem zu diesem Thema: Es herrscht Krieg. In einem Land, in dem Menschen leben, die ich teilweise mit Namen und Gesicht kenne. Menschen, die Angst um ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Selbstbestimmtheit haben. Und obwohl ich weiß, dass ich hier in meiner Heimat gerade sicher bin, machen Körper, Geist und Seele mit jeder neuen Nachricht rund um dieses eine Thema das, was sie immer schon in angstbesetzten Momentan getan haben. Sie reagieren mit lähmenden Gedanken, Ruhelosigkeit, Wut und Negativität – Stresssymptome. Einmal mehr wünsche ich mir, mich zu schützen und für mich selbst zu sorgen. 

Jede Reaktion auf Stress ist normal

Nun sind Angst und Stress für jeden von uns nichts Ungewöhnliches. Die aktuelle Situation wird von unserem Unterbewusstsein als eine unbekannte Bedrohung wahrgenommen, was wiederum ganz unterschiedliche Ängste und Unruhe in uns auslösen kann. Gut zu wissen, dass du es selbst in der Hand hast, wie du damit umgehen kannst. Siehe selbst:

Reduziere deinen Medienkonsum

Klar, Informationen über die aktuelle Nachrichtenlage helfen gegen das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren sowie gegen Hilflosigkeit. Ununterbrochener Medienkonsum jedoch wirkt überflutend auf unser Gehirn und unsere Seele. Wie oft also möchtest du Nachrichten lesen, hören oder sehen? Schau, wie viel News dir jetzt gut tun bzw. nicht gut tun. Woher beziehst du deine Nachrichten? Entscheide dich für zuverlässige Quellen; unterscheide immer zwischen Fakt und Fiktion.

Bleib‘ im Hier und Jetzt

Bei Ängsten bewegen wir uns gedanklich schnell in Richtung Zukunft. Wenn du dich in die Gegenwart zurückholst, kann dir das helfen. Schau dich um, nimm Geräusche, Gerüche, Gegenstände wahr. Benenne, was du siehst. Beschreibe, was du siehst (Formen, Farben). Verbinde dich mit deinem Atem: Atmen kannst du nur im Jetzt. Halte inne und nimm drei tiefe Atemzüge, wenn die Angst dich einnimmt. Verbinde dich mit deinem Körper, denn auch diesen kannst du nur im Jetzt spüren. Wie sitzt du, wie stehst du? 

Fokussiere dich auf das Positive

Wenn du dich nur auf die schlimmen Auswirkungen der aktuellen Berichterstattung konzentrierst, siehst du überall Leid und Schmerz. Vermeide, ständig über die Folgen zu sprechen und so die Zukunft schwarz zu malen. Deine Energie geht dort hin, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst. Lerne dich abzugrenzen, wenn es dir nicht gut geht. Nimm‘ das Positive um dich herum wahr. Hilf dir selbst und entscheide dich bewusst für mindestens einen Wohlfühlmoment täglich. 

Konzentriere dich auf das, was du kontrollieren kannst

Ablenkung hilft hierbei. Schreib‘ auf, wie es dir geht. Räume auf. Kümmere dich um die Wäsche. Entrümpele den Keller. Koche ein leckeres Gericht. Lies ein Buch. Zähle von 100 rückwärts auf 1 – oder umgekehrt. Tu‘ etwas, was dir Sicherheit gibt. 

Pflege die Beziehung zu dir selbst

Mach‘ dir auch in diesen Zeiten stets bewusst, die wichtigste Beziehung in deinem Leben ist die Beziehung zu dir selbst. Was nicht ausschließt, dass du mit anderen Menschen verbunden bist. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in Gedanken bei Menschen in Not bin. Und von Herzen wünsche ich mir Frieden überall dort, wo es ihn nicht gibt sowie Frieden in jedem Einzelnen von uns.

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Adieu Sonntagsblues

Sonntag. Morgen ist Montag. Eine neuer Tag im Job. Wie geht es dir mit dem Gedanken? Wie fühlst du dich? Ist da Freude? Oder macht sich eher Frust breit? Wenn der Gedanke dich eher in eine schlechte Stimmung lenkt, bist du damit nicht allein. Das Ergebnis einer Umfrage von Oracle und Workplace Intelligence zeigte im vergangenen Oktober, dass hierzulande das Jahr 2021 für 70% der Arbeitnehmer:innen das stressigste Jahr im Job war. Die Mehrheit wünscht sich Veränderung, daher ist es wohl eher Frust, der sich sonntags bei eben dieser Mehrheit auftun müsste. Hier kannst du mehr zur Umfrage lesen. Wenn ich zurückdenke, gab es in meinem Leben viele dieser eher grau eingefärbten Sonntage, sobald ich in Gedanken an den bevorstehenden Montag bzw. an die bevorstehende Woche war. Teilweise drückten die Gedanken schon morgens auf die Stimmung. Wie schnell landete ich im eher düsteren Gedankenkarussell gepaart mit negativen Gefühlen statt im Moment zu bleiben und aus dem Sonntag einen schönen Tag zu machen. Ich habe dann ein bisschen mit meinen Sonntagen experimentiert. Hab mich ganz viel oder gar nicht verabredet. Mich viel abgelenkt. Bewegung. Schönes Essen. Viel Musik. Aus den Erfahrungen habe ich etwas über mich gelernt. Mindestens, was mir an Sonntagen Spaß macht. Maximal im Moment zu leben. Zugegeben, das klappt nicht immer. Muss es auch nicht. Auch düstere Tage darf es in meinem Leben geben. Deren Anzahl habe ich jedoch entschieden reduziert. 

Warum wir besonders an Sonntagen durchhängen

Sicher kennst du das auch: du bist Woche für Woche im Job unterwegs, gehst deinen Aufgaben nach. Mal mehr, mal weniger selbstbestimmt. To Do-Listen bestimmen deine Arbeitswoche. Ab Donnerstag hebt sich die Stimmung, denn du blickst freudig auf das Wochenende, das vor dir liegt. Und irgendwie schleicht sich schon ein Gedanke an die kommende Woche ein, denn an deren To Do-Liste hast du schließlich bereits gearbeitet. Vielleicht steht hierauf auch schon eine Aufgabe, die du nicht so gern übernehmen willst, und am Freitag hast du sie nicht mehr geschafft. Das kann dich schon mal runterziehen. Dann endlich Wochenende. Samstag noch schnell den Wochenendeinkauf hinter dich bringen, durch die Wohnung fegen, ein paar Rechnungen bezahlen. Und vielleicht hast du sogar eine To Do-Liste fürs Wochenende. Fürs Leben. Mit ein paar To Dos, die auch noch in den Samstag passen. Und dann ist er da. Sonntag. Und nun? Endlich mal nichts tun. Und genau das bekommt dir nicht. Waren die vergangenen Tage geprägt von Ruhelosigkeit und der Gewohnheit vom „Machen, Machen, Machen“, kippt hier nun die Stimmung. Oft ist dieser plötzliche Wechsel vom Tun ins Nichtstun ein Grund dafür, dass wir schlechte Laune bekommen. Manchmal ist es auch andersherum: du arbeitest noch an Sonntagen an deinen To Dos. Seien es die der Arbeit oder die des Lebens. Weil einfach immer irgendetwas ist. 

Neue Gewohnheiten schaffen

Ich möchte dich einladen, auch mal ein wenig mit deinen Sonntagen zu experimentieren. Hier ein paar Tipps für ein bisschen Inspiration:

  • Sei planlos: Leg‘ deine To Do-Liste zur Seite, und nutze so den Sonntag für einen Planlos-Tag. Einfach mal nur das tun, worauf du spontan Lust hast. Dir fällt ganz sicher (schnell) was ein. Und dann mach’s einfach, bevor deine Gedanken dich davon abhalten. 
  • Sei gut zu dir: Ein bisschen Me-Time ist immer gut. Ob nun Badewanne, Spaziergang, Duftlampe, Buch oder eine Folge deiner Lieblingsserie, tu etwas, was dir gut tut und im Alltag hin und wieder zu kurz kommt. Und genieße ganz bewusst mit allen Sinnen.
  • Sei aktiv: Du hast keine Zeit fürs Fitnessstudio unter der Woche? Komm‘ sonntags in Bewegung. Ob Laufen, Schwimmen, Radeln oder Tanzen; Bewegung stoppt die Gedanken an das Morgen und hält dich fit. Und das gute Gefühl im Anschluss ist unbezahlbar. 
  • Sei nicht erreichbar: Wie wäre es mit einem Digital Detox-Tag? Der Sonntag ist bestens dafür geeignet, das Smartphone, die Social Media-Kanäle mal außer Acht zu lassen. 
  • Sei offen für Neues: Probiere etwas aus, was du schon immer mal tun wolltest. Neue Rezepte ausprobieren? Eine neue Sportart? Eine neue Sprache? Neue Leute? Mach’s und vielleicht ergibt sich hieraus sogar eine neue Gewohnheit für deinen Sonntag. 

Und wenn das alles nichts hilft, schau‘ genauer an. Warum bist du immer wieder sonntags im Stimmungstief? Fehlt ein:e Partner:in? Läuft es im Job gerade nicht so gut? Brauchst neue Aufgaben? Oder weniger davon? Geh‘ der Sache auf den Grund. So oder so, der Sonntagsblues muss nicht zur Gewohnheit werden. Er kann sogar ein richtiger Spielverderber sein. Doch die gute Nachricht ist, du kannst etwas dagegen tun. Erzähl‘ mir gern von deinen Sonntagen. Und nicht zuletzt: Happy Sunday!

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Allgemein

Ich hab‘ keinen Plan!

Auch in dieser Woche steht bei mir wieder so Einiges auf der To Do-Liste. Vorab: Ich LIEBE To Do-Listen. Sie geben mir und meinem Leben eine Struktur. Neben meiner To Do-Liste habe ich auch noch Termine im Kalender. Ich weiß also schon im Vorhinein, wie mein Tag und meine Woche wird. Ganz selten sogar ein ganzer Monat. Spätestens, wenn Letzteres eintritt, weiß ich, jetzt ist mal wieder Zeit für das vermeintlich süße Nichtstun – und sehen, was passiert. Falls etwas passiert… und aushalten, wenn eben dann tatsächlich nichts passiert. Das Aushalten fällt mir immer mal wieder schwer. Da ist diese innere Unruhe. Gedanken rund um das nächste Handeln. „Wer rastet, der rostet.“, heißt es. Faktencheck, denn so viel ist sicher: Stimmt nicht (oder die Rast war nicht ausreichend lang). Und dennoch: In der Unruhe fange ich etwas an und bringe es nicht zu Ende. Oder: Ich fange etwas an und halte mich zu lange daran auf. Asita erzählte mir kürzlich in ihrem Three Things Letter vom Ergebnis ihrer „Planlos in die Woche“-Intention und hat mich inspiriert. Mehr mit dem Grundgedanken dahinter, mal ohne Plan seine Zeit zu verbringen. Kurzerhand habe ich zuhause einen Planlos-Tag ausgerufen. Meine Tochter machte nicht gerade Luftsprünge vor Begeisterung. Klar, lebt sie doch mehr oder weniger jeden Tag planlos in den Tag, sofern nicht die Schule oder ich sie verplane. Also, am Sonntag ist es so weit… keine Termine, keine Erwartungen, kein Druck. Ich mache, worauf ich Lust habe. Allein oder gemeinsam. Im Moment, wenn dieser da ist. Ich freue mich schon! Heute frage ich mich jedoch, was hinter dem laufenden Plänemachen steht. 

Warum wir Pläne machen

Pläne schaffen Ordnung. Pläne lassen Vergesslichkeit gar nicht erst aufkommen. Pläne schützen uns vor Fehlern. Auslachen durch andere. Peinlichkeiten. „Achtung, gefährlich!“, schreit unser Verstand. Wir wollen uns doch wie immer schön in (Schein-)Sicherheit wiegen. Die Kontrolle behalten. Ein Grundbedürfnis. Alles andere fördert Angst, Stress, Hilflosigkeit, Ohnmacht. Lieber also planen… Das fühlt sich gut an! Wirklich? Durch unser Pläneschmieden wird unser Leben kalkulierbar, voll von Regeln und Abhängigkeiten. Starr und unflexibel. Voraussehend und… langweilig. Puh! Brauchen wir überhaupt Pläne? Ich meine ja. Wenn wir uns Ziele setzen, führen Pläne bestenfalls zum Ziel. Es besteht allerdings das Risiko, dass wir mit unseren Gewohnheiten und Routinen planen. Ist bequem, geht schnell und ist auch wieder sicher. Uns fehlt dann der Mut, Neues auszuprobieren, daran zu wachsen. Wir bewegen uns also nur noch in unseren Regeln. Und sehen nicht, was im Abseits liegt. Auf den noch unbetretenen Nebenpfaden des Lebens. Hinter der nächsten Ecke. Unter Umständen vergeben wir uns so die eine oder andere Chance, werden berechenbar, und die Chance sieht jemand anderes. Packen wir es also an und werden spontan(er)!

Ein Hoch auf die Spontanität

Machen wir uns auf und entdecken ungewohntes Terrain. Vielleicht ist das Gras dort grüner. Die Sonne heller, die Schatten weniger. Zumindest schaffen wir uns damit neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Wie? Lies gerne weiter für ein paar Tipps von mir:

  • Einfach mal machen! Spontanität ist eine Entscheidung. Probiere neue Wege aus, ohne lange zu überlegen, analysieren und reflektieren. Rein ins kalte Wasser – und lerne. Und wer weiß? Vielleicht ist das Wasser doch nur lauwarm.
  • Schaffe dir Freiraum! Du musst ja nicht gleich alles auf den Kopf stellen. Vielleicht ein paar Stunden ohne Plan? Ein Planlos-Tag? Am Wochenende? Fang‘ in kleinen Schritten an. Es darf sich immer noch leicht anfühlen. Und unglaublich frei!
  • Weg mit den Bedenken! Mach‘ dich frei vom eigenen Pessimismus oder der Schwarzmalerei anderer Menschen. Genieße die Herausforderung! Total egal, was andere denken. Und wenn du nach dem richtigen Zeitpunkt suchst; vergiss das. Den gibt es schlicht nicht. Und ein „Ja, aber…“ bitte auch auch nicht.
  • Stretche deine Komfortzone! Deine Komfortzone ist dein sicherer Hafen. Wenn du jedoch immer dieselbe Umgebung, dieselben Boote und Schiffe siehst, kann das ganz schön eintönig werden. Also trau‘ dich und wag‘ dich ein wenig ins Meer hinein. Du musst ja nicht so weit schippern, dass du kein Land mehr siehst. Vielleicht schrubbst du auch erst einmal das Deck…
  • Sei happy im Moment! Lass‘ die Vergangenheit los, die Zukunft hat noch nicht begonnen- Lebe jetzt! Höre auf den Bauch, deine Intuition. Was brauchst du gerade, um dich gut zu fühlen? 
  • Mach‘ neue Erfahrungen und sammele positive Gefühle! Füll‘ mit deinen neuen Erfahrungen deine Augen mit Freudentränen, spüre das warme Gefühl im Bauch und erinnere dich daran – immer und immer wieder. Dein Lächeln und Strahlen im Strahlen siehst du im Spiegel und in anderen dir gegenüber. Und wenn du einen Fehler machst? Das ist nichts Schlechtes, lerne daraus und laufe weiter.

Ich mach‘ jetzt mal was Spontanes: Heute arbeite ich nicht an der To Do-Liste. Heute arbeite ich mit einer Done-Liste! Auf geht’s!

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Ich schaff‘ mir den Ärger vom Hals

Nach einer kleinen Auszeit bin ich gestern wieder in den Job eingestiegen. Heute Morgen traf ich eine Nachbarin, die mich fragte, ob ich zumindest zur Begrüßung einen Willkommensgruß erhalten habe. Ich verneinte – und stutzte. Erst knapp 24 Stunden später reagierte Kopf und Herz darauf, dass es tatsächlich an meinem ersten Arbeitstag kein „Schön, dass du wieder da bist!“ gab. Da war plötzlich Ärger in mir. Der Wutzwerg in mir bekam wieder eine Daseinsberechtigung, und zwar, um einen Ärger auszuleben, den ich spannenderweise gestern noch nicht gespürt hatte. Ich hatte lediglich registriert, dass mein Wiedereinstieg am ersten Arbeitstag unkommentiert blieb. Ich bin froh, dass ich die Zeit hatte, mir das direkt kurz anzusehen, nachdem ich die Nachbarin verabschiedete. Da waren alte Gedanken aus früheren, viel früheren Erfahrungen am Werk. Ich fühlte mich nicht gut, kurze Zeit darauf meinen zweiten Arbeitstag zu beginnen. Und dann meldete sich eine andere Stimme. Was wäre denn, wenn ich die Kommunikation übernehme und Team plus Führungskraft zurufe, dass ich wieder am Start bin? Für mich zählte nicht länger die vermeintliche Tatsache, dass ich womöglich gar nicht willkommen sei. Oder dass man Rücksicht nehmen will. Ich sei Taktgeber, hieß es. Und Moment mal, den Takt angeben? Ja, genau! Warum soll ich jetzt auch ausharren, bis das Team von irgendjemandem erfährt, dass ich wieder da bin? Warum soll ich meinen wütenden Gedanken noch mehr Raum und Zeit schenken. Nein! Ich möchte, dass „meine Leute“ wissen, dass ich wieder an Bord bin. Kurz gedacht, direkt umgesetzt – das Ergebnis war überwältigend. Und das warme Gefühl behalte ich im Herzen. 

Weg mit dem Programm namens Ärger

Eines weiß ich: Ich möchte mich nicht mehr mit Themen oder Dingen beschäftigen, die mich aufregen (könnten). In der Vergangenheit habe ich das viel zu oft gemacht. Und auch noch den Menschen zugehört, die ebenso tickten wie ich. Ich möchte mich lieber auf das Gute konzentrieren, was da ist. Frei verfügbar. Jetzt und hier. Aus der Vergangenheit weiß ich nur zu gut, dass ich irgendwann den Blick auf das Positive verliere, wenn ich im Dauermodus „Aufregen“ bin. John Strelecky hat dies in einem seiner Bücher mit dem Fernsehprogramm verglichen: Ich habe 100 Kanäle mit ihrem jeweils eigenen Programm und bleibe immer bei dreien, deren Programm mich permanent Ärger oder Wut fühlen lässt bzw. mir negative Gedanken vermittelt. Und dann rede ich auch noch über genau diese Programme. Und erlaube anderen, auch von diesen drei Kanälen zu erzählen. Ich lasse mich also total vereinnahmen von diesen drei Kanälen. Dabei habe ich 97 andere Kanäle, die ein wirklich gutes Programm zeigen – was ich leider verpasse. Das Wohlfühlprogramm. Tatsächlich genau das richtige Programm für mich. In meinem Fernsehprogramm soll es kein „Ärgerprogramm“ mehr geben. Zumindest übe ich mich darin, die 97 anderen Kanäle wesentlich häufiger zu nutzen. Es sei denn… ich kann etwas gegen den Ärger tun. Und diese Frage stelle ich mir immer öfter: Kann ich etwas ändern an der Tatsache, dem Verhalten, der Situation, die mich gerade ärgert? Wenn nicht – und das kommt viel häufiger vor als gedacht -, dann befasse ich mich auch nicht mehr damit. Denn genau das möchte unser „inneres System“: Uns motivieren, etwas zu tun. Wir können das Ärgern und Wütendsein als durchaus auch als Motor verstehen, etwas zu verändern. Hindernisse zu beseitigen. Nur: Warum soll ich mich über etwas aufregen, was ich nicht ändern kann? Ein klares Ja zu mehr Gelassenheit in meinem Leben!

Angst ist da, wo Ärger und Wut sind

Hast du gewusst, dass Wut und Ärger eine Form von Angst sind? Wenn ich mich in meine gestrige Situation hineinversetze und die Angst hinter dem (späten) Ärger versuche zu erkunden, dann sehe ich recht schnell die Angst als Gefühl, nicht gesehen, nicht gewünscht, nicht gewollt zu sein. Diese Angst konnte ich zum Glück recht schnell loslassen. Was aber, wenn ich mich permanent über machthungrige, egozentrische Staatschefs ärgere? Na klar habe ich Angst, dass die Welt durch diese Menschen aus den Fugen gerät! Meine Welt sind meine Familie und meine Freunde. Ich könnte sie verlieren. Ich selbst könnte verloren gehen. Meine Sicherheit wäre bedroht. Angst! Wut! Ich kann mich mit jedem Gefühl von Wut oder Ärger bzw. bei negativen Gedanken auch fragen, was mir gerade Angst macht. Und anschließend entscheide ich, was ich als nächstes tue. Ganz getreu dem Motto „Love it, change it or leave it“. Zum Loslassen schau‘ auch gern hier vorbei. 

Photo by Julien L on Unsplash

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Mal wieder durchatmen…

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie dein Körper in Zeiten von Stress reagiert? Wenn uns alles zu viel wird, unsere sorgenvollen Gedanken wie wild Karussell fahren oder wir uns innerlich getrieben fühlen, ist unser sympathisches Nervensystem ganz besonders aktiv. Die Hormone Adrenalin und Cortisol schießen durch unseren Körper und werden ausgeschüttet, um unseren Körper auf Flucht oder Kampf vorzubereiten. Unser Angstzentrum ist jetzt besonders aktiv. Uns fällt uns das Atmen schwer. Wir haben keine Puste mehr. Uns ist die Luft ausgegangen. Wir atmen gar nicht mehr bis in den Bauch, sondern bleiben flach und an der Oberfläche. Passiert das über eine längere Zeit, sinkt unsere Energie, wir fühlen uns kraftlos. Und manchmal reagiert der Körper mit Kopfschmerzen. Dem Körper fehlt es dann an Sauerstoff. Und wie lassen wir diesen wieder in uns rein? Genau, mit einem tiefen und bewussten Atmen. Und dieser lässt uns entspannen und schenkt uns neue Energie. Ganz einfach, oder? 

Stimmung und Atmung gehen Hand in Hand

Je öfter ich tagsüber innehalte, umso mehr erfasse ich meine Gefühle anhand meiner Atmung: Hetze ich gerade wieder durch eine Aufgabe, atme ich kurz und hetze quasi auch durchs Atmen. Wenn ich eine spannende Serie oder einen gruseligen Film schaue, halte ich vor Aufregung auch schon mal die Luft an. Habe ich Angst, atme ich nicht mehr in den Bauch. Unser Atem stellt also ein ganz natürliches Band zwischen Körper und Seele dar. Und unser Atem ist immer da. Eine frei verfügbare Ressource. 

Den Atem beeinflussen ist einfach

Einatmen, Atem kurz anhalten. Ausatmen. Dafür braucht es keine Hilfsmittel. Wenn ich etwas gestresst bin, hilft mir eine einfache Atemübung: Drei Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen. Pure Konzentration auf den Atem. Das lenkt auch von der eigentlichen Situation im Stress ab. Es macht auch Spaß, sich den Atem als helles Licht vorzustellen, zu spüren, wo er gerade verläuft: noch an den Nasenlöchern, in der Brust oder schon im Bauch. Auch das lässt uns gut ablenken von Gedanken und Gefühlen, die uns umkreisen. Es hat ein wenig Übung gebraucht, bis ich diese Techniken mir zunutze machen konnte. Mein innerer Kritiker hat immer mal wieder dagegen gewirkt. Heute merke ich viel schneller, wann es Zeit für eine Atempause ist. Gerade am Anfang kann es daher helfen, sich gedanklich beim Einatmen „Atme ein“ und beim Ausatmen „Atme aus“ zu sagen. Eine Einladung für mehr innere Ruhe und Gelassenheit. 

Photo by Eli DeFaria on Unsplash

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Neues Jahr, neues Glück

Wie oft hören wir in diesen Tagen von anderen Menschen, dass sie uns ein frohes und gesundes neues Jahr wünschen. Ich begegne Nachbarn, der Kassiererin im Supermarkt, Freund:innen, der Familie… Alle wünschen mir nur das Beste, eben Frohsinn respektive Glück und Gesundheit. Und ich gebe es auch zurück. Am ersten Tag des Jahres, pünktlich um Mitternacht geht’s los, und bis maximal zur zweiten Woche im neuen Jahr hält es an. Ich gebe und nehme und freue mich darüber. Irgendwann hat sich das Ganze erledigt und wartet bis zum Ende des laufenden Jahres, bevor die Wünsche von vorn beginnen. Und nun? Ich frage mich, was ich mit all den Wünschen anfange. Glück und Gesundheit kommen (oder bleiben) schließlich nicht von allein. Es heißt also wieder einmal, selbst ins Handeln zu komme. Und das möchte ich nicht nur in den ersten Wochen des neuen Jahres. Was also kann ich tun, um dieses Jahr Glück und Gesundheit anzuziehen? 

Mein Glück liegt im Wohlbefinden

Jede:r definiert persönliches Glück unterschiedlich. Im Buchhandel wie im Internet findest du ganze Anleitungen zum Glücklichsein. Wenn uns etwas besonders gut gelingt, denken oder sagen wir ganz schnell: „Da habe ich Glück gehabt.“ Buthan, ein kleiner Staat in Südasien, hat Glück gar zum Ziel des ganzen Landes erklärt. Faktoren, wie beispielsweise Familie, Liebe, Beruf, Finanzen und Freizeit beeinflussen unser Glück im Leben. Nicht alles davon obliegt meiner eigenen Macht zu beeinflussen. Ich persönlich definiere mein Glück nach dem wohligen Gefühl, das ich empfinde bei den Menschen, Dingen oder Situationen, denen ich begegne. Glück fühle ich im Herzen, weniger in meinen Gedanken. Daher halte ich immer öfter immer mal inne, um in mich reinzuhorchen, ob mich das, was ich da gerade mache, glücklich macht. Ist es die aktuelle Aufgabe im Job? Ist es das Spielen mit meiner Tochter? Ist es das Spazierengehen in der Natur? Für mich liegt Glück auch in den kleinen Dingen: Morgens der erste Tee, der sich warm seinen Weg hinunter in den Bauch bahnt. Ein Lachen voller (auch ansteckender) Freude beim Gegenüber. Eine Schar von Kohlmeisen und Spatzen, die sich zwitschernd am Futter auf dem Balkon bedienen. Der Blick weit über einen See oder über das Meer. Zeit für Freunde, Bücher, Sport. Hier reichen mir schon 30 Minuten. Und wenn ich beim Innehalten spüre, dass mir das, was ich da gerade mache, kein positives Gefühl verschafft? Oftmals sind dies Momente, in denen ich mich gestresst oder unzufrieden fühle. Dann spüre ich wiederum in mich rein, was mich genau jetzt in ein besseres Gefühl bringt – und gehe es an. Ein paar Ideen dazu hatte ich hier schon zusammengetragen.    

Meine Gesundheit lässt mich gut fühlen

Auch bei meiner Gesundheit geht es mir besonders ums Wohlbefinden. Ich strebe nicht nur an, Krankheiten und irgendwelche Gebrechen zu vermeiden, sondern möchte mich insbesondere hinsichtlich Körper, Geist und Seele wohlfühlen. Das ist meine Definition von Gesundheit. Und dahinter gibt es so viel, was dem zuträglich ist. Passenderweise korreliert das auch mit meiner Definition von Glück: Bewegung bringt mir Gesundheit und Glücksmomente, wenn ich sie mit Natur verbinde und dabei auf Eichhörnchen, Kohlmeisen oder – wie gestern Abend erst geschehen – einen Waschbär stoße. Mitten in der Stadt. Großartig! Gesunde Ernährung bringt mir mehr Energie und Glücksmomente im Ausprobieren neuer Rezepte. Sanfter Sport wie Yoga oder Pilates bringt mir einen gesunden Körper und Geist und lässt mich auch seelisch auftanken. Ausreichend Schlaf lässt mich (gesund) ausruhen und sorgt ebenso für viel Energie, um all den kleinen und großen (Glücks-) Momente im Wachsein zu begegnen. Und so schraube ich immer mal wieder an meinen Gewohnheiten: Einmal im Monat Waldbaden, einmal pro Woche Fisch, drei Portionen Obst und Gemüse am Tag, einen Tag in der Woche auf Süßes verzichten. Damit es nicht zu groß wird, verlange ich gar nicht erst alles auf einmal von mir. Sondern schaue von Monat zu Monat. Manchmal auch von Woche zu Woche. Nur kein Druck, denn wo bleibt dann das Wohlbefinden und letztlich Gesundheit sowie Glück?

Ich wünsche dir in diesem Sinne von Herzen ein gesundes und glückliches neues Jahr. 

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash