(Selbst-) Führung

Weg von oder Hin zu? Was ist deine Motivation?

Weißt du, was gedanklich dein Handeln bestimmt? Sind es Probleme und deren Lösungen, die dein Nachdenken bestimmen, um ins Handeln zu kommen? Oder sind es Ziele, die du gesteckt hast, die du erreichen möchtest? Im Grunde hast du immer zwei Möglichkeiten, wie du mit Situationen umgehen kannst, über die du gerade nachdenkst. Zum einen kannst du dir vorstellen, was davon du künftig nicht mehr haben, erleben oder tun willst. Umgekehrt klappt das auch, denn für die gleiche Situation kannst du dir auch vorstellen, was davon du haben, erleben oder tun willst. Ein Beispiel: Du möchtest in deinem Job nicht mehr deinem Team zuarbeiten ohne viel eigene Verantwortung und Entscheidungsfreiraum. In deinen Gedanken bewegst du dich hier also „weg von“ deiner aktuellen Situation. Oder du stellst dir vor, wie du das nächste Projekt in deinem Team übernimmst und es zum Erfolg führst. Gedanklich läufst du hier auf dem „Hin zu-Weg“. Meiner Erfahrung nach denken wir zumeist im „Weg von“. Es fällt uns leichter zu sagen, was es nicht sein soll, was wir nicht wollen und was wir auch bei anderen nicht wollen. Der Strahl der Taschenlampe leuchtet auf dem Mangel, der Negativität. Die größere Kraft liegt jedoch im „Hin zu“. Gut zu wissen, dass beide Motivationsstrategien in uns ganz natürlich angelegt sind. Und gut zu wissen, dass wir es in der Hand haben, worauf wir unsere Aufmerksamkeit, unsere Energie lenken.

Hin zu… bringt deine positive Energie zum Glühen

Unser Leben lädt uns jeden Tag dazu ein, Neues zu entdecken und auszuprobieren oder eben auch alte Gewohnheiten zu überdenken oder hinter uns zu lassen. Ist das nicht toll? Selbst in unseren Gedanken haben wir das Steuer dafür in der Hand. Konzentrieren wir uns dabei, Unangenehmes, Probleme, Gefahren oder auch Strafen zu vermeiden oder loszuwerden, kann uns dies aufhalten. Wir reden hier dann gerne über all die Dinge, die wir nicht wollen oder wie wir eben bestimmte Situationen vermeiden oder unangenehme Situationen verändern wollen. Der Blick hierbei ruht ganz offensichtlich auf der Vergangenheit. Wir schauen also auf etwas, was wir bereits erfahren haben. Etwas, das uns negative Gefühle beschert hat. In unsere Gespräche mit anderen nehmen wir dann genau das mit: Gefühle wie Ärger, Frust, Sorgen, Traurigkeit. Der Blick in die Zukunft dagegen lässt uns davon erzählen, was wir alles wollen und erreichen möchten. Dieser Blick nach vorne motiviert uns, lässt uns Ziele und Prioritäten setzen, woraus Gefühle wie Begeisterung und Freude entstehen. Oft lässt uns dies sogar in unseren nächsten Schritten größer denken, die positive Energie aus dem visionären Denken verleiht uns Flügel. Selbst unser Körper reagiert entsprechend, probiere es mal aus und schließe im Stehen die Augen, entspanne dich. Denke zunächst intensiv an eine negative Situation, die du erfahren hast und lass deinen Körper los. Hast du gemerkt, wie sich dein Körper nach hinten geneigt hat? Ein klarer Fall von „Weg von“. Schüttele dich einmal durch und stelle dich wieder mit geschlossenen Augen aufrecht hin. Denke nun an etwas sehr Positives und lass deinen Körper los. Du wirst hier nach vorne schwingen, in die „Hin zu“-Richtung. Und, hast du es gespürt? Dein Körper bewegt sich unbewusst von allem, was mit negativen Gedanken und Gefühlen verbunden ist, weg. Wie nahe liegt es also, dich künftig mehr in deinen Gedanken und Gefühlen mit Positivität zu beschäftigen?

Was ist es, was du willst?

Vielleicht kennst du ja auch diese Gespräche: Du fragst jemanden, was er will und bekommst zunächst die Antwort, was nicht gewollt ist: „Ich möchte nicht mehr rauchen.“, „Ich möchte nicht mehr jeden Abend vor dem Fernseher sitzen.“, „Ich möchte nicht mehr Unmengen Süßes in mich reinstopfen.“, „Ich möchte nicht mehr krank sein.“ Probiere es in den nächsten Tagen mal aus und teile gerne mit mir, welche Erfahrungen du gemacht hast. Und du selbst? Bist du nach dem Lesen nun an dem Punkt angelangt, in Hin zu-Manier davon zu träumen, was du alles noch in deinem Leben erreichen willst? Die nächsten Wochen, Monate, Jahre – oder ganz einfach heute? Großartig! Dann ist nun der Moment gekommen, alles aufzuschreiben. Lass Motivation, Spaß und Begeisterung in diesen Moment kommen – und nimm davon etwas mit in die Umsetzung deiner Träume, Visionen und Ziele. Schritt für Schritt. Für ganz viel positive Gedanken und Gefühle in deinem Leben oder deinen Tag! Du kannst heute damit anfangen. Eben hin zu…

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Allgemein

Öffne die Pforten deiner Wahrnehmung

Letzte Woche hatte ich etwas vollgepackt. Da waren verschiedene private und berufliche Termine. Ideen, die besprochen werden wollten. Entscheidungen und Herausforderungen, die angegangen werden wollten. Räder, die gewechselt werden mussten. Irgendwann kam ich an einem Spiegel vorbei und erwischte mich selbst beim Gedanken: „Boah, siehst du schrecklich aus!“ Kaum gedacht und wahrgenommen, musste ich schon lachen – und sagte Hallo zu meinem inneren Kritiker. Es ist einige Jahre her, da hätte dieser das Gedankenkarussell angeschubst und mich der Selbstverachtung ausgeliefert. Umso schöner also zu sehen, dass es auch anders geht, wenn ich mir meiner Gedanken gewahr werde. So wie vergangene Woche. Lachen hilft. Und über sich selbst sowieso. Mit dem Gedanken konnte ich so weiterlaufen, in die Ruhe und Fürsorglichkeit für mich selbst. Denn das war es, was ich brauchte. Und prompt fiel ein Termin aus. Das Leben meint es gut mit mir. 

Unsere Wahrheit, unsere Realität

So, wie wir uns selbst wahrnehmen, verläuft die Geschichte, die wir uns erzählen. Wir schaffen uns damit unsere Realität in dem Moment, wenn wir den Gedanken, so wie ich es vergangene Woche erfuhr, Glauben schenken. In meiner obigen Erfahrung gebe es zudem ein weiteres Bild, nämlich das von außen, hätte ich meinen Gedanken im Beisein anderer laut ausgesprochen. Andere hätten ihre jeweils eigene Wahrnehmung, ihre Realität, in Worte gepackt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Wort „schrecklich“ nicht enthielten… Du siehst, jeder Einzelne lebt seine eigene Wahrheit. Spannend wird es, wenn du in herausfordernden Situationen deine Wahrnehmung mit anderen teilst. Auch das ist mir letzte Woche in einem Dialog passiert. Und glaub‘ mir, die Wahrnehmungen hätten nicht weiter auseinander liegen können. Wie oft bilden wir uns ein Urteil über jemanden, der uns in irgendeiner Art und Weise triggert? Jemand, dessen Worte unser Unterbewusstsein und damit längst vergangene Erfahrungen ankratzt und uns eine Situation ganz anders wahrnehmen lässt, als sie tatsächlich ist. Darüber sprechen hilft, auch wenn das nicht immer leicht ist. Oftmals merken wir dabei am ehesten, wie kritisch wir uns selbst gegenüber sind.

Selbstbild vs. Fremdbild

Wie nimmst du dich selbst wahr? Ich bin davon überzeugt, dass wir uns selbst kritischer sehen als andere das tun. Es handelt sich dabei um eine Art Selbstschutz, damit wir in Sicherheit bleiben. Magst du es ausprobieren? Schreib‘ doch mal die drei positivsten Beobachtungen auf, die du von dir selbst hast. Wahrscheinlich fällt es dir leichter, als dich in Selbstkritik zu üben, daher nimm dir ein wenig Zeit. Überlege anschließend, wie diese Eigenschaften Licht und Positivität in dein Leben bringen. Nun nimm‘ dir die andere Seite vor und schreibe drei selbstkritische Beobachtungen über dich selbst auf. Vielleicht hast du dich über diese Beobachtungen schon mit anderen ausgetauscht. Daher denke nun an einen dir bekannten Menschen, der all die negativen Punkte so gar nicht an dir sieht. Warum glaubst du, dass deine negative Wahrnehmung richtig ist und die positive Wahrnehmung der anderen Person falsch? Hier hilft es erneut, alles aufzuschreiben. Ich bin gespannt, was du für Antworten findest. Allein dieser Prozess kann schon augenöffnend sein. Wenn du nun beide Listen deiner Wahrnehmungen nebeneinander legst, liegt darin die Einladung verborgen, dich von deiner negativen zu deiner positiven Wahrnehmung über dich selbst zu bewegen. Was kannst du loslassen? Was kannst du verändern? Überleg‘ dir ein paar Wege, wie du Veränderung möglich machen kannst. Schreib’s gerne wieder auf. Ein Beispiel kann folgender Satz sein, der ab sofort in deinem Leben einen Platz findet: „Ich werde mich nicht selbst runterziehen.“. Viel Spaß beim Reflektieren!

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Allgemein

So hilft dir Selbstreflexion, dein Leben zu gestalten

Ich bin ein Kopfmensch, und darauf bin ich stolz. Mein Kopf hat mich schon viele Entscheidungen treffen lassen, die gut für mich waren. So hat mich meine „Denkmaschine“ beispielsweise davor bewahrt, mich beispielsweise auf unnötige (Frust-) Käufe, Energie saugende Jobs oder unpassende Partner einzulassen. Das Gegenteil habe ich natürlich auch erlebt. Aber irgendwie war – meist im Nachhinein – auch in weniger guten Entscheidungen etwas Positives zu finden. Gefühle waren bei allen Entscheidungen mit im Spiel. Sicherlich habe ich sie nicht immer bewusst wahrgenommen. Ich weiß – hallo „Denkmaschine“ -, dass sie da waren. Ich neige nämlich dazu, meine Entscheidungen und deren Auswirkungen zu analysieren. Mal mehr, mal weniger. Mal vorher, mal nachher. Doch so viel kann ich sagen: Reflexion ist immer dabei. Stimmen im Außen habe ich immer wieder gehört: „Du bist zu selbstkritisch.“, „Du denkst zu viel.“, „So viel Denken tut doch gar nicht gut.“. Ehrlich? Ich bin froh, diese Fähigkeit zur Selbstreflexion zu haben. Schließlich ist sie es, die mich im Leben immer wieder weiterbringt. Sie hat mich lernen lassen, wer ich bin und was ich will. Und daher bin ich ihr sehr dankbar.

Wachse durch Selbstreflexion

Für mich geht es genau darum im Leben: sich immer mal wieder zu hinterfragen, um seine persönlichen Ziele zu erreichen – und ins Handeln zu kommen. Schau‘ mal, wie Wikipedia Selbstreflexion definiert:

Selbstreflexion bezeichnet die Tätigkeit, über sich selbst nachzudenken. Das bedeutet, sein Denken, Fühlen und Handeln zu analysieren und zu hinterfragen mit dem Ziel, mehr über sich selbst herauszufinden.

Wenn du also nicht weißt, wer du bist, was deine Absichten, deine Stärken und Schwächen sind, wie weißt du dann, wie du dich und damit dein Leben verändern kann? Ich denke sogar noch einen Schritt weiter: Wenn du dich nicht veränderst, wie soll sich dann dein Umfeld – die kleine wie große Welt um dich herum – verändern? Denn für mich ist klar, dass, wenn ich mich selbst verändere, kann das auch mein Umfeld verändern. Veränderung ist hierbei nicht negativ besetzt, denn für den Menschen, der Gewohnheit mag, hat sie zunächst etwas Bedrohliches. In uns steckt die Sehnsucht nach Sicherheit und Beständigkeit. Allerdings begegnen wir insbesondere in den letzten zwei Jahren so viel Veränderung im Außen, sodass sich die Anforderungen an uns stetig wandeln. Wir befinden uns damit in einem fortwährenden Prozess des Lernens. Mal fällt es uns leicht, mal fällt es uns schwer, die Veränderungen und den eigenen Bedarf an Wandel überhaupt erst einmal zu erkennen, um anschließend in die Umsetzung zu gehen. Offenheit und Neugier sind wichtige Werte dabei, die ich dabei immer wieder lebe. Aber auch Veränderungsbereitschaft zählt dazu, und nein, sie zählt nicht gerade zu meinen Stärken. Ich bin ja auch nur ein Mensch, dass sich an Gewohnheit klammert. Und genau dann hilft mir Selbstreflexion. Und ich mache das selten mit mir allein aus. Im Job tausche ich mich dazu mit Kolleg:innen aus, zuhause mit der Familie und mit Freund:innen. Ergänzend ziehe ich meinen Input auch aus Beobachtungen im Handeln der anderen sowie in deren Umgang mit mir. Solange ich hier konstruktives Feedback erhalte, habe ich die Möglichkeit, meine Reflexion zu vertiefen und damit meine Veränderungsbereitschaft zu erhöhen.

Frag‘ dich selbst einmal…

Es geht mir um mein eigenes Wachstum und und damit um einen leichteren Alltag mit der Möglichkeit, aus meinen Fehlern zu lernen oder auch auf meine Ziele im Leben hinzuarbeiten. Gelernt habe ich dadurch auch, wie ich besser mit Konflikten umgehe oder auch schnellere Entscheidungen zu treffen. Meinen inneren „Autopiloten“ kann ich damit schneller ausschalten, wenn ich weiß, was mich antreibt (oder auf die Palme bringt). Vielleicht helfen auch dir folgende Fragen, die du dir stellen kannst, um Veränderung anzuschieben:

  • Wo stehst du gerade und wo möchtest du hin?
  • Was ist dir wirklich wichtig?
  • Was steht Neues an?
  • Was fehlt dir im Leben und warum sorgst du nicht dafür, dass du es bekommst?
  • Was kannst du gut, was eher nicht?
  • Wer oder was kann dir helfen, die Veränderung umzusetzen?

Wenn wir uns mit uns selbst auseinandersetzen und im Austausch dazu mit anderen bleiben, wachsen wir ganz automatisch über uns hinaus, fachlich wie persönlich. Und damit schaffen wir es, Veränderung nicht nur als Herausforderung, sondern auch als große Chance zu begreifen.

Fun Fact: Wir reflektieren viel häufiger, als uns das tatsächlich bewusst ist. Doch frag‘ dich selbst, wie du das tust und worauf du dabei deine Wahrnehmung lenkst. Auf das Negative (halbleeres Glas Wasser) oder deine Ressourcen (halbvolles Glas Wasser)? Auf Probleme oder auf Lösungen?

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Persönlichkeit

Was es bedeutet, wenn du Verantwortung übernimmst

Ich möchte es gleich mal vorwegnehmen: Viel zu oft legen wir unser Leben in die Hände anderer Menschen. Viel zu oft überlassen wir anderen Menschen die Macht über unser Leben. Viel zu oft geben wir den Umständen die Schuld daran, dass es uns mies geht. Ein paar Beispiele? Das Wetter, das dir Regen statt Sonne schenkt, sodass du den Spaziergang draußen nun verschieben musst. Der Kollege, dessen Aufgabe du kurz vor Feierabend übernommen hast, was dich bis in die Nacht beschäftigt. Der Chef deines Mannes, der spontan noch ein Meeting ansetzt, weil irgendwo die Luft brennt und ihr nun den gemeinsamen Abend im Kino ausfallen lassen müsst. Oder der Busfahrer letztens, der dich nicht hat rennen sehen, um noch rechtzeitig in seinen Bus einzusteigen und einfach ohne dich losfuhr. Ehrlich, hast du gemeckert? Gezetert? Das Gesicht zur Faust geballt? Erinnerst du dich? Natürlich…

  • …hat die andere Person oder haben die Umstände Schuld an deiner Misere,
  • …machst du deine Mitmenschen oder Situationen dafür verantwortlich, dass es dir gerade nicht gut geht,
  • …glaubst du, dass du selbst nichts, wirklich gar nichts ändern kannst und 
  • …gibst du ganz automatisch die Macht den anderen um dich herum.

Alles fängt bei dir an

Auch wenn du es vielleicht nicht hören willst, all das sind Ausreden. Ausreden, mit denen du dich zum Opfer erklärst. Opfer zu sein, ist ja auch bequem. Bequemer zumindest, als (neue) Entscheidungen zu treffen. In der Opferhaltung jedoch gibst du die Verantwortung ab (z.B. mit dem Gedanken „Wenn mein Chef mich endlich befördern, wäre ich glücklicher im Job.“) oder übernimmst immer wieder zu viel davon für andere (z.B. „Wenn meine Mann beruflich nicht so eingespannt wäre, hätte er viel mehr Zeit für mich und die Familie.“). 

Mach‘ dir klar: du bestimmst allein über dein Schicksal! Spazieren im Regen klappt mit der richtigen Kleidung. Dem Kollegen sagst du freundlich und bestimmt Nein. Ins Kino gehst du mit deiner Freundin, mit der du schon lange nichts mehr unternommen hast. Du nimmst den nächsten Bus und kaufst dir vorher noch einen Strauß Blumen gegenüber von der Bushaltestelle. Von der Rolle des Opfers in die Gestalterrolle. Du übernimmst Verantwortung, wenn du die aktuelle Situation so akzeptierst, wie sie ist und versuchst, das Beste daraus zu machen. Schau mal, was sich auch an Chancen auftut, wenn du dir die Freiheit zugestehst, über dein Handeln zu den größeren Entscheidungen in deinem Leben selbst zu bestimmen:

Du kannst…Du riskierst…Du gewinnst…
…deinen Job kündigen, der dich nicht erfüllt.…kein regelmäßiges, festes Einkommen.…einen neuen Job, der dich erfüllt.
…deine Beziehung beenden, die dich unglücklich macht.…eine Zeitlang partnerlos durchs Leben zu gehen.…jemanden, der oder die besser zu dir passt.
…Freundschaften beenden, die dich belasten oder ausbremsen.…Einsamkeit durch weniger oder keine Freunde. …neue Menschen an deiner Seite, die dich unterstützen.

Raus aus der Opferhaltung

Wie wäre es, dich selbst zur wichtigsten Person in deinem Leben zu machen? Wie wäre es, nicht länger zu warten und zu hoffen, dass alles schon irgendwie in Ordnung kommt? Wie wäre es, ab jetzt nicht mehr Opfer zu sein? Fühlt sich gut an, oder? Ich verrate dir gerne, was du tun kannst:  

  • Akzeptiere deine Situation: Was passiert ist, ist passiert. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, auch wenn du sie dir wieder und wieder durch den Kopf gehen lässt. Nimm an, was ist.
  • Mach‘ das Beste aus deiner Situation: Überlege, was du selbst tun kannst, um die Situation zum Positiven zu verändern. Was willst du tun? Was ist der erste Schritt, sei er auch noch so klein? Mach‘ es, wenn du mehr gewinnst als verlierst. 
  • Stehe zu deinen Fehlern: Fehler passieren. Es ist eine Stärke, sich diese einzugestehen. Frage dich, was du daraus lernen kannst. 
  • Mach‘ Schluss mit deinen Erwartungen: Schraub‘ deine Ansprüche runter, Erwartungen und Hoffen bringen dich in die Abhängigkeit von anderen. Menschen wie Umständen. Was kannst du jetzt selbst in die Hand nehmen? 

Kurzum: Du entscheidest über dein Glück. Deine Entscheidung. Dein Leben. Hier. Jetzt.  

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Persönlichkeit

Empathie? Was ist das?

Empathie ist in aller Munde. Viele Unternehmen setzen auf sie bei der Auswahl neuer Mitarbeiter:innen. Singles wünschen sich sich eine:n empathische:n Partner:in. Es gibt heute unzählige Zeitschriften, Bücher und Podcasts, in denen für Empathie ihren Platz findet. Empathie, so heißt es, macht erfolgreich. Empathie macht glücklich. Empathie – das muss man einfach haben. So viel ist sicher, Empathie ist machtvoll, vor allem in der Kommunikation mit anderen. Das fällt auch gerade in diesen unsicheren Zeiten auf. Zeiten, in denen ein Virus uns durch Distanz emotionale Bindungen erschwert. Der starken Wirkung von Empathie können wir jedoch auch selbst begegnen, in der Art und Weise, wie wir mit uns selbst sprechen. Wenn es nicht möglich ist, mir selbst hinreichend empathisch zu begegnen, wie soll mir das anderen gegenüber gelingen? Aber was steckt konkret dahinter?

Was ist Empathie überhaupt?

Macht man sich auf die Suche nach einer eindeutigen Begriffsdefinition, führt zumindest das Internet die verschiedensten Fachausdrücke zur Empathie auf. Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, Verständnis, Sensibilität sind Begrifflichkeiten, die am häufigsten in Verbindung mit Empathie auftauchen. Ich habe privat wie beruflich häufig Gespräche erlebt, bei denen Menschen auf Emotionalität wie folgt reagieren: „Oh, du Arme:r!“, „Du, das tut mir Leid!“ oder auch „I feel you!“. Anschließend wird meist das Thema gewechselt, manchmal aus Hilflosigkeit, manchmal zur vermeintlich notwendigen Ablenkung von der Situation. Dieselben Menschen bezeichnen sich als empathisch. Empathisches Verhalten geht jedoch viel tiefer. Empathie ist dann im Spiel, wenn du in der Lage bist, die Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale von anderen Menschen (leicht) erkennen, verstehen und nachempfinden kannst. Du kannst damit das Verhalten von anderen besser reflektieren und auch besser einschätzen, was dein eigenes Verhalten beim Gegenüber bewirkt. Menschen mit einem hohen Maß an Empathie sind in der Lage, andere Menschen anhand deren Körpersprache (Gestik, Mimik, Körperhaltung, Tonfall) zu lesen. Damit gelingt es ihnen, in deren Gefühls- und Gedankenwelt einzutauchen. Und klar, damit fällt es auch leichter, Mitgefühl zu zeigen, selbst wenn eine Person sich unlogisch oder unnormal in einer Situation verhält. 

Empathie mal drei: Überblick über die verschiedenen Typen

Man unterscheidet zwischen emotionaler, kognitiver und sozialer Empathie. Vielleicht kennst du das? Du erzählst deiner Freundin von deiner erhaltenen Kündigung deines Jobs, und deine Stimmung überträgt sich auf deine Freundin, d. h. sie wird traurig wie du. Deine Gefühle, dein Schmerz, dein Leid reißen deine Freundin fast mit und am Ende laufen vielleicht sogar euch beiden die Tränen übers Gesicht. Deine Freundin möchte unbedingt helfen und sucht bereits am selben Abend nach Stellenausschreibungen, die dir gefallen könnten. Hierbei spricht man von emotionaler Empathie. Handelt es sich bei dir um die mitfühlende Freundin, gilt es aufzupassen. Viel zu schnell kann es passieren, dass du deine eigenen Bedürfnisse aus den Augen verlierst. Du verlierst dich dann in den Emotionen anderer und ziehst dich selbst in einen Strudel negativer Gefühle und Gedanken. Mitgefühl also unbedingt, jedoch sollte das Leid anderer nicht dein Leben beeinflussen. Bei der kognitiven Empathie geht es weniger um das Fühlen, sondern mehr um das Hineinversetzen in andere. Hier liegt der Fokus also auf den Absichten und Gedanken des Gegenübers, weniger um dessen Gefühle. Hier wirkt also die Ebene des Verstandes, was es dir ermöglicht, aus dem Verhalten abzuleiten, wie sich eine Person in Zukunft verhalten wird. So wirst du zu einem Beobachter des anderen. Die soziale Empathie schließlich lässt zu, sich auf die unterschiedlichsten Menschen einzustellen, unabhängig von deren Herkunft, Kultur, Alter oder auch Ansichten. Das zeigt sich zum Beispiel im unterschiedlichen Umgang mit Kindern und Erwachsenen. 

Kognitive Empathie lässt sich erlernen

Möchtest du dich weiterentwickeln, so setze auf das Lernen von kognitiver Empathie, denn diese kannst du in all deinen Lebensbereichen anwenden. Du verstehst andere Ansichten, wie die deiner Freund:innen, Kolleg:innen, Vorgesetzte und Kund:innen, besser, was wiederum für gesunde Beziehungen sorgt. Auch dein:e Partner:in ist mit allen Sorgen und Problemen besser zu verstehen, sodass zielgerichtete Unterstützung und ein gutes Miteinander in der Beziehung möglich werden und ihr dem Glück gemeinsam ein Stück näherkommt. Und hier hört das Lernen auch nie auf, denn das Leben bewegt sich dynamisch, sodass es immer wieder neue Herausforderungen zu bewältigen gibt. Nachfolgend meine Tipps für dich:

  • Übe dich in Selbstreflexion: Schau‘ zunächst auf dich und dein eigenes Verhalten. Was sind deine Absichten, deine Motive? Warum reagierst du, wie du reagierst? Wurde ein Bedürfnis nicht erfüllt? Wie reagierst du in Konflikten? Was ist dein Anteil an der Situation? Hast du alles richtig gemacht? Was hättest du besser machen können? Und dann versuche, dein Selbstverständnis künftig auch anderen zu geben. 
  • Übe dich im Verstehen: Lerne möglichst unvoreingenommen Menschen (neu) kennen. Zeichne kein Bild des Gegenübers, ohne es zu verstehen. Was du (noch) nicht verstanden hast, erfrage: Was stört konkret? Welche Gefühle sind im Spiel?
  • Übe dich im aktiven Zuhören: Denke nicht nur mit, wenn dir andere etwas erzählen. Viel zu schnell schwenken wir auf uns selbst und unsere Erfahrungen um. Bleib‘ beim Gegenüber und stelle Rückfragen. Wiederhole alles Wichtige mit eigenen Worten. 
  • Übe dich im Beobachten: Im Beobachten anderer liegt der Schlüssel zu deren Gewohnheiten, typischen Reaktionen und Mustern. Erkenne Leidenschaft für Themen, schau‘ auf Gefühle und Körperreaktionen. Im Beobachten liegt eine Menge Kraft.
  • Übe dich in Anteilnahme: Zeige ein ehrliches Interesse für dein Gegenüber. Bei Hobbies und Interessen hake nach und höre auch hier gut zu. 
  • Übe dich in Geduld: Gib deinem Gegenüber Zeit, sich zu öffnen. Nicht jeder Mensch lässt sich schnell hinter die Fassade blicken. Dafür braucht es Zeit und Vertrauen. Über dem anderen geschenkte Zeit erhältst du Vertrauen und schließlich Offenheit. 

Und zum Schluss…

Ein bisschen mehr Empathie täte unserer Welt, unserer Gesellschaft ganz gut. Sie bringt uns auf unserem Weg weiter und erlaubt eine aufgeschlossene und verschiedenartige Form des Zusammenlebens unterschiedlichster Menschen. Ein gesundes Maß an Empathie und Selbstreflexion kann uns helfen, uns und unser Umfeld besser nachzuvollziehen und die Menschen zu akzeptieren, die anderer Meinung sind als wir. Und gesund bleibt Empathie, indem wir zwar unser Verhalten an unsere Beobachtungen anpassen, ohne unsere Mitmenschen zu manipulieren. Und natürlich auch indem wir uns nicht zu sehr von den negativen Emotionen anderer mitreißen lassen. Wie immer lautet das Motto: Bleib gelassen und im Moment. 

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Persönlichkeit

Sieh‘ es doch mal anders!

Ich liebe es zu schwimmen. Schwimmen lockert Körper und Geist, lässt mich wunderbar abschalten. Mich zudem mal fordernd, mal sanft vom Wasser tragen zu lassen, lässt mich gut und glücklich fühlen. Damit ich in diesem Jahr gut dabei bleibe, habe ich mir ein sportliches Ziel gesetzt: 2022 mache ich wieder beim Sundschwimmen mit. Die Anmeldung hierfür erfolgte an diesem Wochenende und hat dankenswerterweise meine liebe Freundin C. übernommen, mit der ich für gewöhnlich auch trainiere. Sie rief mich direkt nach der Anmeldung an, ich konnte den Stolz und die Vorfreude in ihrer Stimme erkennen. Dann machte sie mich darauf aufmerksam, dass wir schon bald in die vorletzte Altersklasse unter den Teilnehmer:innen des Sundschwimmens wechseln würden. Ich meinte, in ihrer Stimme nun Bedauern und Enttäuschung ob unseres „fortgeschrittenen“ Alters zu hören. Schnell kamen wir ins Witzeln: In der vorletzten Altersklasse wären wir die Jüngeren und damit die vermeintlich Schnelleren, was uns einen anderen Platz bescheren würde als bei der jüngeren Altersklasse, in der wir inzwischen zu den ältesten Schwimmer:innen gehören. Nicht, dass es uns beim Schwimmen (inzwischen) um Leistung gehen würde, und dennoch hat es uns lachen lassen – und damit unseren Tag ein wenig leichter gemacht. 

Mit Reframing eine andere Perspektive einnehmen

William Shakespeare hat schon gesagt: “ Es gibt nichts, was an sich gut oder schlecht wäre, nur das Denken macht es so.“ Ich entscheide selbst, welche Bedeutung ich bestimmten Herausforderungen oder Situationen in meinem Leben gebe, weswegen ich privat und beruflich gerne mit dem so genannten Reframing arbeite. Der Begriff stammt aus der Psychologie und steht für das Einnehmen eines Perspektivwechsels: Ich sehe Probleme, Situationen und Verhaltensweisen in einen anderen Kontext bzw. Rahmen (=Frame) und setze einen neuen Rahmen. Somit bekommt dasselbe Ereignis eine neue Bedeutung, wodurch mir neues Verhalten möglich wird. Reframing hilft uns also, unsere Wahrnehmung zu verändern und lässt uns somit flexibler, leichter und gelassener durch das Leben gehen. Ich finde das großartig und teile dieses Coaching-Tool auch immer wieder gern mit anderen. Hin und wieder stoße ich dabei auf Widerstand, z.B. bei einer ausgebliebenen Beförderung oder bei einer Absage für einen neuen spannenden Job: „Es ist doch alles gut so, wie es ist.“ oder „Der neue Chef war mir eh nicht sympathisch.“ Doch damit schieben wir Gefühle, die wir nicht fühlen wollen, weg von uns. Und das das verhindert schließlich, dass wir in die Reflexion kommen: Wofür war das gut? Was lerne ich daraus? Wofür kann ich die Erfahrung nutzen? 

Neue Rahmen setzen: Einige Beispiele

Reframing unterstützt uns dabei, die Dinge wieder gerade zu rücken. Klar, eine Kündigung zu erhalten, kann sehr weh tun und hier fällt es schwer, das Ganze gedanklich wieder gerade zu rücken. Ich darf natürlich auch wütend oder traurig sein. Gefühle gehen jedoch vorbei und dann kann ich mich dem Wofür widmen. Im Falle einer Kündigung kann ich dieser dann beispielhaft einen der folgenden neuen Rahmen schenken:

  • Ich wollte mich schon immer selbstständig machen – meine Chance!
  • Die Kündigung erlaubt mir, mir eine neue Arbeitsstelle zu suchen, und zwar mit besserem Gehalt und flexibleren Arbeitszeiten.
  • In den nächsten Wochen habe ich mehr Zeit für mich, die Familie und Freunde.
  • Ich lerne, mit Ablehnung umzugehen.

Auch bei weniger krisengleich daherkommenden Situationen hilft Reframing. Im Job wird mir eine neue Aufgabe zugetragen. Welcher Gedanke verleiht mir mehr Energie: „Oje, das habe ich noch nie gemacht!“ (Gefühl von Angst) oder „Endlich mal wieder eine Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren!“ (Gefühl von Freude)? Was bringt mich ins Handeln, wenn ich die Bank wechseln möchte oder etwas Neues lernen muss: „Das geht nicht so einfach!“ (Gefühl von Hilflosigkeit) oder „Ich probiere es aus. Mal sehen, ob es klappt.“ (Gefühl von Zuversicht). Im Job höre ich immer wieder mal den Satz „Meine Chefin redet nicht mit mir.“ (Gefühl von Wut). Einen neuen Rahmen bekommt die Situation mit dem Gedanken „Ich versuche, einen neuen Kommunikationsweg aufzumachen.“. 

Mehr Bewusstheit und damit gedanklich mehr Gewicht bekommst du und dein neuer Rahmen, wenn du dir dein Wofür notierst. Das hilft beim (Um-) Denken.

Du siehst, wir haben immer die Wahl: Ist mein Glas halb leer oder ist es halb voll? Reframing hilft auf dem Weg zur Selbstbestimmung und Gelassenheit. Mit ein bisschen Übung wird dadurch sogar Optimismus erlernbar. Probiere es gern mal aus! Und bei Fragen melde dich gerne bei mir. 

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Allgemein

365 Tage, um dankbar zu sein

Das Jahr neigt sich dem kalendarischen Ende entgegen. Ich bin stolz auf mich, dass ich in diesem Jahr einmal mehr eine Reise zu mir selbst angetreten bin. Eine Reise, die mit Leid, Schmerz und wenig Schlaf verbunden war. Eine Reise, die auch ihre schönen Seiten zeigte. Eine Reise mit vielen Gefühlen: Wut, Trauer, Freude, Hilflosigkeit, Begeisterung, Liebe, Ohnmacht. Eine Reise schließlich, welche tatsächlich auch im kommendem Jahr eine Reise sein wird. Wir machen täglich neue Erfahrungen, die uns mal rechts, mal links abbiegen lassen, ohne zuvor zu wissen, was auf uns zukommt. Und macht das nicht das Leben aus, nicht zu wissen, was kommt?

Dankbarkeit durch Erinnerungen

Bevor sich ein Virus seinen Weg in unser aller Leben bahnte, stand in unserer Küche ein Glas voller bunter, zusammengefalteter Zettel. Auf diesen habe ich Erlebnisse, die mich Glück und Zufriedenheit haben spüren lassen, niedergeschrieben, sobald sie eingetreten waren. Ich fing im Januar an, diese Glücksmomente zu sammeln, und hörte im Dezember auf. Das Aufschreiben nahm mir nicht viel Zeit; ich hielt es stets kurz. Aber lang genug, um beim Lesen innere Bilder voller Freude zu erzeugen. Am letzten Tag des Jahres habe ich mir diese Erlebnisse und Bilder wieder bewusst gemacht, indem ich Zettel für Zettel noch einmal las. Ich spürte Freude und Begeisterung, das Lächeln in den Mundwinkeln hielt eine Zeitlang an. Ich war voller Dankbarkeit. Und gleichzeitig kam Vorfreude auf das vor mir liegende Jahr auf, das neue Erlebnisse, neue Erfahrungen, neue Bilder schuf. Mit dem Virus schrumpfte eine Zeitlang lang die Anzahl schöner Erlebnisse. Vieles, was mir vorher Freude gemacht hat, war plötzlich nicht mehr möglich. Wollte überdacht und verändert werden, was neue Rituale hervorbrachte, wie zum Beispiel eine neue Morgenroutine. Heute sind es nicht nur Erlebnisse, die mich mit Dankbarkeit erfüllen, sondern es gibt weitaus mehr, was mir ein warmes Gefühl verschafft. 

Wofür ich dankbar bin

So halte ich inne und blicke auch in diesem Jahr zurück auf Gegebenheiten, Situationen und Menschen, die mich dankbar lächelnd das Jahr 2021 enden lassen. Hier ein kleiner Auszug:

Brown and Grey Clean Grid Color Inspiration Moodboard Photo Collage

Mit dem Empfinden von Dankbarkeit habe ich mir eine neue Leichtigkeit in mein Leben geholt. Und gerade in diesen letzten Wochen des Jahres merke ich einmal mehr, dass es auch immer wieder die kleinen Dinge sind, die mich mit Dankbarkeit und Wärme erfüllen – sofern ich sie mir bewusst mache. Es gilt als bewiesen, dass wir tagsüber gelassener sind und nachts besser schlafen, wenn wir uns immer wieder vor Augen führen, wofür wir dankbar sein können. Genauso bewiesen ist es, dass sich unser Gehirn verändert, wenn wir uns in Dankbarkeit üben, sodass wir auch in kritischen Situationen und Zeiten entspannt bleiben. Ich persönlich mag auch das warme, starke Gefühl im Bauch, dass sich bei wahrgenommener Dankbarkeit einstellt. 

Abschließend schenke ich dir vier Möglichkeiten, wie auch du noch mehr Zufriedenheit und Freude durch Dankbarkeit in dein Leben bringen kannst:

  • Dankbarkeitsstein: Such‘ dir einen schönen Stein und lege ihn dir täglich in deine Hosentasche. Wann immer du den Stein berührst, nimm dir einen Moment Zeit und spüre Dankbarkeit für etwas was du siehst, spürst, riechst oder gerade erfährst. Wenn du am Abend den Stein aus der Tasche nimmst, halte inne, und schau‘ zurück in den Tag – voller Dankbarkeit.
  • Dankbarkeitstagebuch: Schreibe täglich oder zumindest regelmäßig drei Dinge auf, wofür du dankbar bist. Spüre nach und fühle diese Dankbarkeit auch im Körper. Es gibt mittlerweile auch schöne und strukturierte Dankbarkeitstagebücher zu kaufen. Vielleicht machen sie es dir etwas einfacher, einen Einstieg ins Schreiben zu finden.
  • Perspektivwechsel: Wenn du dich über deinen Chef oder deine Kollegin geärgert hast, richte den Blick auf etwas Positives in diesem Menschen: Der Chef hält dir deinen Job, wodurch du offene Rechnungen begleichen kannst. Und vielleicht hat dir die Kollegin zuletzt etwas beigebracht? 
  • und noch einmal… Dankbarkeitsglas: Hierzu sammle deine Erlebnisse schöner Erinnerungen auf kleinen Zetteln in einem Glas und kreiere dir ein eigenes Ritual, bei dem du dich ein zweites Mal freuen kannst. 

Und wofür bist du dankbar? 

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Allgemein

Lebst du schon oder optimierst du noch?

Selbstoptimierung liegt uns im Blut. Auch wenn wir uns nicht erinnern, so haben wir irgendwann einmal Laufen gelernt. Dafür brauchten wir unzählige Versuche: Aufstehen, Hinfallen, Aufstehen, Hinfallen, Aufstehen…; damit fing alles an. Und irgendwann folgte der erste, noch unsichere Schritt nach vorn, dann der zweite usw. Ich weiß noch, wie meine Tochter das erste Mal ihre ersten Schritte hintereinander machte. Es war in einem dieser damals noch unzähligen Spiele-Cafés in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie stand und hielt sich an irgendetwas fest, schaute in die Richtung eines bestimmten Spielzeuges, an das ich mich nicht erinnern kann, und tapste plötzlich los. Ich erwischte mich dabei, wie ich die Luft anhielt und dem Impuls widerstand, zu ihr zu springen und sie beschützend festzuhalten. Meine Tochter lief also ihre ersten Schritte – es waren sicher nicht mehr als zwei -, plumpste dann auf ihren gepolsterten Hintern und war sich ganz bestimmt nicht darüber im Klaren, was sie da gerade gelernt hatte. So oder auf eine andere Art habe auch ich Laufen gelernt und kann heute mehr als zwei Schritte aufrecht laufen. Irgendwann lief ich auch rückwärts, dann kamen Schuhe in unterschiedlichster Absatzhöhe als neue Herausforderung dazu. Wenn ich wollte, könnte ich hier sicher auch noch wachsen; das Laufen auf sieben Zentimeter hohen Absätzen fällt mir schließlich immer noch etwas schwer. 

Zeit und Übung lässt uns besser werden

Du siehst also, mit etwas Übung können wir in allem, was wir tun, über die Zeit besser und besser werden. Selbstoptimierung gehört damit zu uns, ob wir nun wollen oder nicht. Ich erlebe jedoch immer wieder Menschen, denen das zu wenig zu sein scheint. „Höher, schneller, weiter“ – kurz: besser (werden) – ist Programm. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der ganz schnell der Blick auf unsere Schwächen gelenkt wird. Medien gaukeln uns zudem vor, dünner seien wir attraktiver. Werbung vermittelt uns, mit Make-up seien wir hübscher. Machen wir uns nichts vor, wir werden niemals fertig. Vielleicht laufe ich in 10 Jahren in High Heels von sieben Zentimetern Absatz über jedes Straßenpflaster, jedoch geht high hier ganz bestimmt auch higher. 

Worum es im Leben geht

Einschlägig wird immer wieder damit geworben, zur „besten Version deines Selbst“ zu werden. Und Persönlichkeitsentwicklung ist toll, aber heißt es nicht auch so oft, dass wir „gut genug“ sind? Habe ich da was falsch verstanden? Nichts gegen Ziele, mit dem ständigen Drang nach Selbstoptimierung lassen wir jedoch nicht zuletzt durch aufkommende Selbstzweifel unser Vertrauen in uns selbst schrumpfen. Wir setzen uns mehr und mehr unter Druck, dem wir irgendwann nicht mehr standhalten können. Meist endet dies dann in Krankheit oder psychischen Problemen. Dabei geht es doch im Leben darum, den eigenen Weg zu finden, nicht den schnellsten oder kürzesten. Warum sollte ich dafür auf etwas schauen, was ich nicht habe? Stattdessen richte ich meinen Blick auf das, was schon da ist. Fülle statt Mangel sollte die Devise sein, und streben wir nicht alle nach einem erfüllten Leben?

In dem, was ich habe, kann ich sicherlich noch besser werden, übertreiben muss ich es nun wahrlich nicht. Ich frage mich heute auch mehr nach dem Grund des dahinter liegenden Bedürfnisses zur gewünschten Verbesserung. Liegt der Grund im Außen, horche ich innerlich auf. Ein Beispiel: Ich möchte mich gesünder ernähren, weil ich damit meinem Körper etwas Gutes tue. Ich fühle mich energiegeladener, schlafe besser und bin konzentrierter. All das sind Gründe, die für meine Zufriedenheit stehen. Mir geht es also nicht maßgeblich darum, einen schlankeren Körper zu erhalten, um attraktiver auf Job- oder Partnersuche zu gehen. 

Du siehst, manchmal ist es besser, das eigene Leben mit mehr Lockerheit anzugehen und sich so zu sehen, wie man ist. Das macht das Leben leichter! 

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Allgemein

Vom Abschütteln und Loslassen

Der Herbst hat nahezu alle Blätter von den Bäumen geschüttelt, ist das Alte losgeworden. Und ich frage mich, warum es uns Menschen manchmal so schwer fällt, es den Bäumen gleich zu tun und das Alte (regelmäßig) loszulassen. Die Natur macht es uns doch Jahr für Jahr vor: Im September beginnen sich die Blätter in unseren Bäumen zu färben, als würden sie noch einmal die vergangenen Monate in Farbe tunken, das Alte in den schillerndsten Farben würdigen. Nach und nach fallen sie zu Boden. Sie plumpsen nicht einfach herab, sie taumeln, segeln, schweben… in aller Langsamkeit. Würdevoll. Sie geben dem Baum, ihrem Haus der vergangenen Monate, Raum, sich zu erholen, neue Kraft zu tanken. Sobald zum Ende eines Winters die Sonnenstrahlen langsam wärmer werden, entsteht ebenso ganz langsam etwas Neues. Neue Blätter erblicken das Licht der Welt. Eine neue Zeit für den Baum zu strahlen, in sich zu wachsen, natürliche Freude in die Welt zu tragen.

Wie ist das nun bei uns Menschen? Wir tragen unsere Themen manchmal jahrelang mit uns herum. Bei den positiven Dingen ist das sicher nicht verkehrt. Sie zaubern uns schließlich ein Lächeln ins Gesicht. Aber was ist mit unseren Sorgen, Konflikten, Nöten? Warum kleben diese in unserem Verstand fest und halten unser Herz verschlossen? Und lassen nicht zuletzt unsere Mundwinkel eher nach unten zeigen. Warum tun wir uns so schwer, diese anzugehen, aus dem Weg zu räumen, loszulassen?

Bleibe ich in meinen Sorgen, gebe ich ihnen die Macht, über mich zu herrschen. Und damit verbaue ich mir die Möglichkeit, Positivität in mein Leben zu bringen. Oftmals gehen schlechte Zeiten mit negativen Gedanken einher. Hier vergessen wir oftmals, dass diese Gedanken auch wieder verschwinden können. Der Trick ist, sich dieser Gedanken bewusst zu werden. Und wahrlich ist das tricky, denn wie hier schon einmal kurz beschrieben, umgeben wir uns täglich mit einer Vielzahl von Gedanken. Aber fangen wir doch mit einem Gedanken an, der uns tagsüber begegnet. Halten wir diesen Gedanken fest und schauen ihn uns an. Ist er wahr? Bringt er Erinnerungen ans Licht, die wir längst vergessen hatten? Womit verbinden wir den Gedanken? Welche Gefühle löst er aus? Ist da Wut, Trauer, Hilflosigkeit oder Begeisterung, Freude, Zuversicht, was du spürst? Tut uns der Gedanke gut? Und wenn er uns nicht gut tut, warum halten wir ihn dann fest?

Ich schaue gerne hin, auch wenn es hin und wieder weh tut. Ich übe mich jedoch mehr und mehr darin, Gedanken auch schnell wieder loszulassen, denn wenn das Gedankenkarussell erst einmal in Schwung gekommen ist, fällt es mir noch schwerer, bei laufender Fahrt abzuspringen. Es klappt sicher auch dann, jedoch braucht es mehr Mut. Beim Hinschauen hilft mir Aufschreiben. Das ist auch eine Form von Loslassen. Aus dem Kopf aufs Papier. Gerade bei destruktiven Gedanken hilft es mir, mir bewusst zu machen, dass ich selbst bestimmen kann, was ich denke. So drehe ich Gedanken auch gerne mal um und wechsle dabei die Perspektive.

Gedanken, die sicher auch schon dir begegnet sind, kommen mir hin und wieder mit Blick auf den überquellenden Wäschekorb. „Oh nein, ich muss noch unbedingt die Wäsche machen. Jede Woche das gleiche Spiel! Warum bleibt das immer an mir hängen?!“ Ist es in Umkehrung nicht schön, endlich wieder die wohlig duftende Lieblingsjeans anziehen zu können, auf der bis eben noch die Kleckse der letzten Portion Spaghetti Bolognese klebten? Ist es nicht schön, eine Waschmaschine im Haus zu haben, statt wie vor etlichen Jahrzehnten noch Wäsche im brackigen Wasser des nächsten Flusses zu schrubben? Wie viel (Lebens-) Zeit hätte mich das wohl gekostet? Ist es nicht schön, so viel Kleidung zu besitzen, dass ich mir jeden Tag innerhalb einer begrenzten Zeit – also bis zur nächsten Wäsche – aussuchen kann, was ich anziehe? Und ich öffne mich somit neuen Gedanken über Möglichkeiten, die ich habe, an meiner Situation etwas zu ändern, z. B. Wer kann mir das Wäschemachen abnehmen?

Welchen Gedanken hältst du heute noch fest und schaust ihn dir an? Trau dich, dann auch loszulassen – wie die Bäume ihre alten Blätter.